Endlich! Nach Monate langer Blockade kommt Ungarn zur Vernunft und gibt seine monatelange Blockade des milliardenschweren EU-Unterstützungspakets für die Ukraine auf. Ein guter Tag für die Ukraine, ein guter Tag für Europa. Und ein klares Signal an Russland: Der Iran-Krieg und die Energiekrise halten die Industriestaaten in Atem, aber Europa hält dennoch durch. Dass zugleich ein neues Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg gebracht werden kann, verstärkt die Botschaft an den Kriegsherrn im Kreml noch. Die 90 Milliarden, die nun hoffentlich so schnell wie möglich in die zunehmend klammen Kassen der Ukraine fließen, sind umso dringlicher, als dass Russland wegen der vollkommen inkonsequenten US-Sanktionspolitik wieder Milliarden mit Ölgeschäften machen kann.
Die Lehre für die EU aus Ungarns Blockade, die Europas Sicherheit auf das Fahrlässigste gefährdet hat, ist so klar wie noch nicht umgesetzt: Das Einstimmigkeitsprinzip muss endlich weg. Will Europa von den anderen Großmächten ernst genommen werden, muss es diese institutionelle Reform machen, so schnell es geht. Von Orbáns Nachfolger Péter Magyar ist zwar kein Anti-EU-Kurs zu erwarten. Aber wer weiß schon, was von Orbáns Brüdern im Geiste in Tschechien oder der Slowakei noch vorhaben.