Tempolimits, Fahrverbote und mehr Energiewende
EU-Länder sollen sich auf Öl-Engpässe vorbereiten
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Aktualisiert am 31.03.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 5 Min.
Tankstelle zeigt hohe Preise: Die Welt steuert auf eine neue Energiekrise zu. Die Energiebehörde schlägt Gegenmaßnahmen vor. (Quelle: IMAGO/Steven Mohr/imago)
Die Internationale Energieagentur warnt vor der größten Energiekrise der Geschichte. Jetzt ruft auch die EU die Mitgliedsländer zum Sparen auf.
Am Dienstag warnte deshalb auch die Europäische Kommission vor einer längeren Krise. Sie fordert die Mitgliedstaaten der EU auf, sich auf eine möglicherweise länger andauernde Störung des internationalen Energiehandels vorzubereiten. Sie sollen rechtzeitig und koordiniert Vorkehrungen treffen, um die Versorgung mit Öl und raffinierten Erdölprodukten sicherzustellen, wie es in einer Mitteilung der Kommission heißt. Die Versorgungssicherheit der Europäischen Union sei weiterhin gewährleistet, teilte Energiekommissar Dan Jørgensen mit. Trotzdem sollten die Länder Maßnahmen ergreifen, um insbesondere Öl zu sparen.
Jørgensen rief die Teilnehmer vor einer Energieministerkonferenz in einem Brief dazu auf, unter anderem Maßnahmen in Betracht ziehen, um die Nachfrage nach Öl zu reduzieren – vor allem im Transportsektor. Dabei verwies er auf Empfehlungen der Internationalen Energieagentur (IEA), die vergangene Woche veröffentlicht wurden.
Der Kommissar fordert die Mitgliedstaaten außerdem auf, nicht dringende Wartungsarbeiten an Raffinerien zu verschieben und verstärkt Biokraftstoffe anstelle von Erdölprodukten zu nutzen.
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Vor zwei Wochen hatten die IEA-Mitgliedsländer bereits eine historische Menge an Öl freigegeben – doch der Effekt verpuffte an den Märkten. IEA-Chef Fatih Birol erklärte in der vergangenen Woche, die bevorstehende Energiekrise könnte schwerer ausfallen als die beiden Ölschocks der 1970er-Jahre und die Ukraine-Krise zusammen.
Daher legte die IEA einen Zehn-Punkte-Plan vor, wie Regierungen jetzt handeln könnten, um möglichst viel Öl und Gas einzusparen. Die Empfehlungen basieren zum Teil auf Erfahrungen aus vorangegangenen Energiekrisen, wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 oder den Ölpreiskrisen der 1970er-Jahre, die ebenfalls durch Konflikte im Nahen Osten verursacht wurden.
Diese zehn Maßnahmen sollten Regierungen weltweit nach Ansicht der Energiebehörde so schnell wie möglich umsetzen:
Die meisten Vorschläge beziehen sich auf den Straßenverkehr, der rund 45 Prozent des globalen Ölverbrauchs ausmacht. Die Empfehlung für mehr Homeoffice könnte den privaten Ölverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren, so die IEA. Weitere fünf bis zehn Prozent könnten durch die Einführung von Tempolimits auf Autobahnen eingespart werden; die Energiebehörde empfiehlt hier eine Reduktion um 10 km/h.
