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Alterskontrolle mit KI soll in der EU und den USA ausgeweitet werden

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Meta hat angekündigt, den Einsatz von KI zur Erkennung minderjähriger Nutzer auf Facebook und Instagram zu verstärken. Die Technologie soll künftig in allen EU-Staaten sowie in den USA und Großbritannien eingesetzt werden. Konten sollen damit automatisch überprüft und betroffene Accounts in einen geschützten Teenager-Modus versetzt werden.

Bislang analysierte Meta vor allem textbasierte Angaben in Profilen. Die neue KI-Technologie geht deutlich weiter und wertet zusätzlich Bilder, Kommentare und Videos aus. Erkennt das System beispielsweise Hinweise auf Kindergeburtstage, Glückwünsche zu einem bestimmten Alter oder typische Motive wie Ballons und Geburtstagstorten, kann ein Konto als potenziell minderjährig markiert werden. Bestätigt sich der Verdacht, greifen automatisch strengere Schutzmechanismen. In bestimmten Fällen können Konten sogar gelöscht werden. Betroffene Nutzer erhalten allerdings die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen und ihr Alter über offizielle Ausweisdokumente nachzuweisen.

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Darüber hinaus soll die Technik verhindern, dass Jugendliche mit falschen Altersangaben neue Konten erstellen. Meta reagiert damit auf zunehmenden politischen und regulatorischen Druck. Die Europäische Union wirft dem Konzern seit längerem vor, Kinder unter 13 Jahren nicht ausreichend von den Plattformen fernzuhalten.

Die neue Altersprüfung erfolgt vor dem Hintergrund mehrerer laufender Debatten über den Schutz Minderjähriger im Internet. In verschiedenen europäischen Ländern wird derzeit über gesetzliche Altersgrenzen für soziale Netzwerke diskutiert. Frankreich, Spanien und Österreich prüfen teilweise Beschränkungen für Nutzer unter 15 oder 16 Jahren. Die EU-Kommission setzt bislang jedoch eher auf technische Kontrollmechanismen statt auf pauschale Verbote.

Mit der neuen Technologie erweitert Meta den Umfang automatisierter Inhaltsanalysen deutlich. Die KI bewertet dabei nicht nur einzelne Datenpunkte, sondern kombiniert unterschiedliche Signale aus Profilen, Medieninhalten und Nutzerinteraktionen, um das mutmaßliche Alter eines Kontos einzuschätzen. Wie zuverlässig diese Verfahren in der Praxis funktionieren und wie oft Fehlentscheidungen auftreten, bleibt abzuwarten.