Die Fraktion von Volt und Bürgerliste im Leverkusener Stadtrat fordert eine Neuausrichtung der Planungen zur Feuer- und Rettungswache Nord. Angesichts „erheblicher rechtlicher, finanzieller und einsatztaktischer Risiken“ plädiere man dafür, den Fokus weg von einer einzelnen Großwache hin zu einem dezentralen Gesamtkonzept für die Gefahrenabwehr zu verlagern, heißt es in einem Antrag der Fraktion.

So hat die Fraktion beim Bau einer neuen Wache im Gebiet „Auf den Heunen“ an der Solinger Straße nach eigener Aussage zum einen finanzielle und rechtliche Bedenken – etwa bei möglichen Enteignungen privater Flächen. Zum anderen gehe es aber auch darum, mit einer dezentralen Lösung dafür zu sorgen, dass die Retter im Fall der Fälle schnell vor Ort seien. „Im Berufsverkehr kommt es auf der Raoul-Wallenberg-Straße regelmäßig zu zeitweisen Verzögerungen. In Kombination mit Störungen wie Baustellen oder Unfällen kann dies die Anfahrtszeiten Richtung ,Auf den Heunen‘ einsatzrelevant verlängern“, heißt es bei der Volt/Bürgerliste-Fraktion. Für die Einhaltung von Hilfsfristen sei deshalb nicht nur die Planung, sondern auch die reale Verkehrssituation entscheidend.

In anderen Städten seien bereits dezentrale Feuerwehrstrukturen geschaffen worden. Und tatsächlich hätten sich dort solche Modelle bewährt, so Volt/Bürgerliste. Die geplante Interimslösung Europa-Allle solle darum nicht als reines Provisorium verstanden werden, sondern als möglicher Baustein eines dauerhaften Systems, der perspektivisch als vollwertige Feuerwache genutzt werden könne.

Die neue Interimsfeuerwache an der Europa-Allee soll 2027 bezugsfertig sein. Der Bauausschuss hatte darum im April dem Vorentwurf des Bebauungsplans zugestimmt. Die Stadt betont jedoch, dass dieser Standort keine Dauerlösung sei. Der angedachte Standort der neuen Feuerwache ist an der Solinger Straße im Landschaftsschutzgebiet „Auf den Heunen“.