Den Übergang zu einer CO2-freien Seeschifffahrt durch wasserstoffbasierte Technologien beschleunigen soll das von der Universität Vaasa koordinierte H4Perion-Projekt. Es wird während seiner vierjährigen Laufzeit von der EU im Rahmen des Horizon-Europe-Programms mit 11,4 Millionen Euro gefördert. Zu den in sieben europäischen Ländern ansässigen 16 Partnern entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette – vom Schiffsdesign und der Motorenentwicklung bis hin zu Schiffsbetrieb, Klassifizierung und Forschung – gehören unter anderem der Meyer-Werft-Konzern, die amerikanische Klassifikationsgesellschaft ABS, der finnische Maschinenbaukonzern Wärtsilä, das finnische Konstruktions- und Consulting-Unternehmen Deltamarin sowie die finnische Wasaline. Ziel ist es, praktische Lösungen zu entwickeln und zu demonstrieren, die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren und zugleich die für den maritimen Langstrecken-Seeverkehr erforderliche Zuverlässigkeit gewährleisten.

Wasserstoff soll das Batteriedilemma lösen

Da heutige Batteriekapazitäten und Brennstoffzellen für große Schiffe auf langen Strecken als unzureichend gelten, wird Wasserstoff zunehmend als vielversprechender CO2-freier Kraftstoff angesehen – doch muss sich seine praktische Anwendung auf See noch bewähren. H4Perion (Hydrogen FOR Performance Enhancement and Reliable IceOperatioN) setzt hier an und entwickelt sowie demonstriert einen wasserstofffähigen Verbrennungsmotor im Maßstab 1:1.

Das Projekt vereint kraftstoffflexible Motorkonzepte, Wasserstoffversorgungssysteme und fortschrittliche Abgasnachbehandlung. Wärtsilä entwickelt Technologien für Motoren, die sowohl mit Wasserstoff als auch mit Biomethan betrieben werden können. Diese sollen bis Mai 2030 an Bord der mit Biogas betriebenen Wasaline-Fähre „Aurora Botnia“ und parallel unter Laborbedingungen im Maßstab 1:1 getestet werden; die Ergebnisse sollen in die künftige Schiffs- und Systementwicklung einfließen. Deltamarin unterstützt die Integration der Bordinstallation und bewertet die Übertragbarkeit auf verschiedene Schiffstypen, um Skalierbarkeit und industrielle Anwendung zu fördern. H4Perion umfasst auch Aktivitäten zu Sicherheit, Regulierung und Schulungen für Besatzungs- und Hafenpersonal, um neue Kraftstoffe sicher einzuführen. (jpm/axt)