Nach leichten Anlaufschwierigkeiten – bei der Anreise war ihr Koffer vorübergehend verschwunden – durfte Sarah Engels bereits im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest in Wien ihren Song „Fire“ einem Millionenpublikum präsentieren. Das war noch außer Konkurrenz, da sie für das Finale am Samstag bereits gesetzt war. Es ist die 70. Ausgabe des weltgrößten Musikwettbewerbs und zumindest, was die politischen Proteste drumherum angeht, eine der heikelsten. Immerhin bekommt Engels hochkarätige Unterstützung – auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will nach Wien reisen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Musikspektakel.
Wo findet der ESC in diesem Jahr statt?
In der Stadthalle in Wien. Weil im vergangenen Jahr der Countertenor JJ aus Österreich gewonnen hat, trägt das Land in diesem Jahr den Wettbewerb aus. Das Finale ist am 16. Mai, die Halbfinals sind am 12. und 14. Mai.
Wie viele Länder nehmen am ESC teil?
Insgesamt tragen Künstlerinnen und Künstler aus 35 Ländern den Wettbewerb unter sich aus. In den beiden Halbfinals am 12. und 14. Mai scheiden insgesamt zehn Beiträge aus. Das Finale am 16. Mai bestreiten 25 Nationen, eine weniger als im vergangenen Jahr. Dies liegt auch daran, dass der Wettbewerb in diesem Jahr von einigen Ländern boykottiert wird.
Wer boykottiert den ESC in diesem Jahr und warum?
Nicht am ESC teilnehmen werden Spanien, Irland, Island, Slowenien und die Niederlande. Weil Spanien zu den fünf immer für das Finale gesetzten großen Geldgeberländern gehört, den Big Five, sind in diesem Jahr nur vier Nationen gesetzt (plus das Gewinnerland vom vergangenen Jahr). Grund für den Boykott ist die Teilnahme Israels – die öffentlich-rechtlichen Sender der fünf Länder protestieren damit gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg. Nicht die Regierungen der Länder haben den Boykott ausgesprochen, sondern die Sender, weil der ESC eine Veranstaltung der 56 Sendeanstalten ist, die zur Europäischen Rundfunkunion gehören (der European Broadcasting Union, kurz EBU).
Boykottieren auch Künstler den ESC oder rufen dazu auf?
Wie geht der israelische Sänger mit dem Protest um?
Wie bereitet sich Wien auf den ESC vor?
Die Verwaltung in Wien geht von rund 90.000 zusätzlichen Touristen aus, die in der Woche in der Stadt sind und dort Partys feiern. An vielen Orten wie etwa Brücken oder Trinkbrunnen erinnern die ESC-Farben Blau und Pink an das Spektakel, auch Straßenbahnen tragen die Farben oder werden umfunktioniert zu Disco-Zügen. An der Stadthalle prangt unübersehbar das ESC-Motto „United By Music“.
Wie ist die Sicherheitslage einzuschätzen?
Wie stehen die Chancen des deutschen Beitrags?
Wenn es nach den Buchmachern geht, eher mittelprächtig. Aktuell rangiert die deutsche Sängerin Sarah Engels mit ihrem Song „Fire“ bei den Wettanbietern auf Platz 23, wie das Portal Eurovisionworld vermeldet. Ihre Chancen auf einen Sieg liegen demnach bei unter einem Prozent. Auch bei Fan-Foren liegt Engels eher im hinteren Mittelfeld. Das muss aber nichts heißen. Sowohl auf Instagram als auch bei TikTok ist Engels diejenige unter den ESC-Teilnehmerinnen, der die meisten Menschen folgen.
Wer liegt bei den Buchmachern vorne?
Wie funktioniert die Punktevergabe?
Wer moderiert und kommentiert den ESC in Wien?
Wer überträgt das Finale?
Das Finale am 16. Mai strahlen die ARD (ab 21 Uhr) und One aus. Gestreamt werden können die Shows live in der ARD Mediathek und bei Eurovision.de. Am Finalabend zeigt die ARD noch ab 20.15 Uhr eine Countdown-Show aus Wien.
Dieser Artikel ist bereits zuvor bei der Rheinischen Post erschienen, er ist aktualisiert und wir bieten ihn erneut zum Lesen an.