Am Abend findet das Finale des Eurovision Song Contest in Wien statt. Schon den ganzen Tag über wurde in der Stadt gefeiert, gesungen und protestiert. Die Teilnahme Israels am Wettbewerb ist umstritten, fünf Länder boykottieren den ESC deshalb in diesem Jahr. Unser Reporter ist live vor Ort und berichtet.
ESC-Newsblog vom 16.5.2026
21:45 Uhr: Es folgt die Ukraine
Die Ukraine hat einen beeindruckenden Lauf. Seit der ersten Teilnahme 2003 hat man sich immer fürs Finale qualifiziert. Die diesjährige Kandidatin Leléka hat übrigens enge Beziehungen zu Deutschland und Berlin. Mehr zu ihr gibt es hier.
Ukrainische ESC-Sängerin Leléka lässt Hoffnungsbäume in den Himmel wachsen 21:44 Uhr: Griechenland
Die Griechen im Pressezentrum hatten bei diesem Auftritt auf jeden Fall Spaß.
Gute Stimmung bei den Griechen.
© Lion Grote
21:39 Uhr: Up next: Griechenland
Der nächste Mann mit einer musikalischen Würdigung seiner Mutter: Akylas! Die Griechen hier im Pressezentrum sind sich übrigens sicher, dass Akylas den Sieg holt. Ob das Europa auch so sieht? Ich hab’ da ja meine Zweifel.
21:35 Uhr: Als nächstes Albanien
Alis tritt jetzt für Albanien mit dem Titel Nân an, zu Deutsch: Mutter. Das Lied handelt von jungen Erwachsenen, die das Land verlassen – und den zurückbleibenden Eltern.
21:30 Uhr: Israel
Noam Bettan hat in dieser Woche versucht, nur positive Vibes zu verbreiten. Im Halbfinale hatte es bei seinem Auftritt auch Zwischenrufe und Pfiffe gegeben. Hier im Finale gab es vor allem Jubel.
Noam Bettan.
© REUTERS/Lisa Leutner
21:27 Uhr: Jetzt der umstrittenste Kandidat: Israel
An der Teilnahme Israels scheiden sich die ESC-Geister. Spanien, die Niederlande, Irland, Island und Slowenien boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr. Wer mehr darüber wissen möchte, wie Israel auf den ESC blickt, dem sei dieser Text empfohlen.
Proteste, Boykotte und Nationalstolz In Israel ist der ESC eine nationale Aufgabe 21:26 Uhr: Großer Applaus für Sarah Engels
Großer Applaus für Sarah Engels, die hier in Wien im Laufe der Woche viele Sympathien gewonnen hat. Ihre Show gehört sicher auch zum Besten heute Abend. Trotzdem hat man das Gefühl, das alles schon mal gesehen und gehört zu haben.
21:23 Uhr: Jetzt ist Deutschland dran!
Gerade erst angefangen und schon wird es spannend. Jetzt ist Sarah Engels für Deutschland dran. Fire!
21:22 Uhr: Dänemark
Der junge Mann kam offenbar direkt aus einem Kopenhagener Club auf die ESC-Bühne. Der Vibe für heute Abend ist damit schon mal gesetzt.
21:17 Uhr: Dänemark macht den Anfang
Den Auftakt macht mit Dänemark direkt einer der Favoriten in diesem Jahr. Der 27-Jährige Søren Lund singt auf Dänisch. In diesem Finale treten gleich 15 Acts in einer anderen Sprache als Englisch an – ein ungewöhnlich hoher Wert.
21:05 Uhr: Das Finale ist eröffnet
Auch das Finale des 70. Eurovision Song Contest wird vom Vorjahressieger eröffnet. Der junge Countertenor JJ konnte sich im vergangenen Jahr in Basel durchsetzen und singt hier in Wien erst die Arie „Königin der Nacht“ aus der Zauberflöte und anschließend seinen Hit „Wasted Love“, begleitet vom Wiener Radio-Symphonie-Orchester.
JJ gewann im Vorjahr für Österreich und durfte diesmal das Finale eröffnen.
© AFP/TOBIAS SCHWARZ
Moderiert wird der Abend von Victoria Swarovski und Michael Ostrowski.
20:45 Uhr: Endspurt
In wenigen Minuten ist es soweit, um 21 Uhr beginnt das Finale des Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle – jetzt also nochmal Getränke und Snacks auffüllen. Deutschland startet in diesem Jahr auf Startplatz 2, nach Dänemark und vor Israel. Es geht also direkt spannend los.
20:35 Uhr: Was passiert, wenn Australien gewinnt?
Australiens Sängerin Delta Goodrem gilt als eine der Favoritinnen in diesem Jahr. Wo aber findet der ESC statt, sollte Australien tatsächlich gewinnen? Bisher hieß es immer, der Wettbewerb würde auch dann in Europa bleiben, ein anderes Land also für Down Under einspringen – möglicherweise der Zweitplatzierte.
Delta Goodrem könnte den Sieg für Australien holen.
© dpa/Jens Büttner
ESC-Chef Martin Green aber brachte nun auch eine Austragung in Australien ins Spiel, trotz Zeitverschiebung und Entfernung. „Ich würde das sehr begrüßen“, sagte Green am Rande einer Pressekonferenz in Wien dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich fände es gut, wenn das passiert.“ Es gäbe allerdings noch viele logistische Fragen zu klären.
20:20 Uhr: Wien und der politische Contest
Wien hatte mit diesem ESC keine leichte Aufgabe: riesige internationale Aufmerksamkeit und ebenso große Debatten um Israel und die Boykotte. Das war natürlich auch das bestimmende Thema, egal wohin man kam, egal mit wem man sprach. Wer mehr über die Stimmung in der ESC-Stadt und den Konflikt rund um die Teilnahme Israels wissen möchte, dem sei unsere Reportage empfohlen.
„In Wien muss alles erst Theater werden“ Beim ESC wird eine ganze Stadt zur Bühne für Party und Protest 19:50 Uhr: Die Finnen sind die Topfavoriten
Es ist in jedem Jahr die alles entscheidende Frage: Wer gewinnt den ESC?
In diesem Jahr sind das finnische Duo Linda Lampenius & Pete Parkkonen bei den Buchmachern die Topfavoriten, gefolgt von Australiens Delta Goodrem und dem griechischen Sänger Akylas.
Linda Lampenius und Pete Parkkonen treten für Finnland an.
© dpa/Jens Büttner
Bei der alljährlichen Abstimmung in den internationalen ESC-Fanclubs landeten ebenfalls die Finnen auf Platz 1, gefolgt von Dänemark und Australien.
Bei Spotify schließlich sind abermals die Finnen weit vorne, gefolgt von Bulgarien und Schweden. Der deutschen Kandidatin Sarah Engels werden keine Chancen eingeräumt. Sie müsste den meisten Umfragen zufolge schon mit einem Platz unter den Top 20 zufrieden sein.
19:25 Uhr: Italienischer Auftritt im Pressezentrum
Wenige Stunden bevor es für ihn ernst wird, stattet der italienische Vertreter Sal Da Vinci den internationalen Journalisten im Pressezentrum noch einen Überraschungsbesuch ab. Vor allem italienische Tiktoker und Influencer feiern ihn. Sein Song hat aber auch Ohrwurmpotenzial.
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18:16 Uhr: Sarah Engels geht mit Zuversicht – und einem Faultier – ins Finale
Bei Deutschlands ESC-Teilnehmerin Sarah Engels wächst unmittelbar vor dem ESC-Finale die Zuversicht. Sie fühle sich gut, sagte die 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur nach der letzten Generalprobe wenige Stunden vor der Show. Engels wird von ihrer Familie unterstützt. „Meine Mama und mein Bruder werden in der Halle sein. Mein Mann sitzt natürlich neben mir auf der Couch“, sagte sie weiter. Alle Finalisten warten auf den Sofas im sogenannten Green Room auf das Ergebnis.
Sarah Engels wird Deutschland heute beim ESC vertreten.
© dpa/Jens Büttner
Glück erhofft sich Engels auch von ihrem Maskottchen, einem Faultier. „Das Faultier wird mit uns auf der Couch sitzen und die Daumen drücken“, sagte sie. (dpa)
18:09 Uhr: „Wir können in diesem Jahr immerhin nicht verlieren!“
Auch wenn die Niederlande den ESC in diesem Jahr boykottieren, sind Jan und Patrick aus Leiden nach Wien gekommen. „Es geht doch um Musik“, sagt Jan und scherzt: „Wir können in diesem Jahr immerhin nicht verlieren!“ Für die beiden ist es schon der zehnte Song Contest. Ihre Favoriten für heute Abend: Italien, Finnland und Griechenland.
Jan (l.) und Patrick feiern Jubiläum: Es ist schon ihr zehnter ESC.
© Lion Grote
17:50 Uhr: Wohl deutlich weniger Demonstrierende in Wien als angekündigt
Knapp 2000 Menschen haben laut der Nachrichtenagentur KNA vor dem ESC-Finale in Wien gegen Israel demonstriert. Angekündigt waren ursprünglich 3000 Teilnehmende. Unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ zogen am Samstagnachmittag die Aktivisten in Richtung Wiener Stadthalle, wo am Abend das Finale des Musikwettbewerbs geplant ist. Generell beurteilte die Wiener Polizei die Lage in der ESC-Woche als „sehr ruhig“. (mit KNA)
17:01 Uhr: Fans in Wien freuen sich auf „große Party“
Doch es gibt nicht nur Protest in Wien, auch viele Fans sind schon in den Straßen unterwegs – trotz des Regens. Margarita und ihre Freundin Elena sind aus Bochum und Regensburg nach Wien gekommen und haben Tickets für das Finale heute Abend. Sie freuen sich auf eine „große Party“, sagt Margarita. Den ESC verfolgen die beiden schon seit Jahren. „Das ist immer eine mega Show.“ Ihre Favoriten heute Abend: Australien, Italien und Griechenland.
Margarita (r.) und Elena kommen aus Bochum und Regensburg.
© Lion Grote
Maryna und ihre Freundin Juliia kommen aus der Ukraine, leben aber seit der russischen Invasion in der Schweiz. Sie sind zum ersten Mal überhaupt in Wien und genießen die Atmosphäre. Heute Abend drücken sie der ukrainischen Kandidatin Leléka die Daumen. „Sie ist einfach sehr herzlich“, sagt Juliia.
Die Ukrainerinnen Maryna (r.) und Juliia sind zum ersten Mal in Wien.
© Lion Grote
Aus Großbritannien sind Charlie, Meg und Rachel angereist. Es ist nach Malmö ihr zweiter ESC. Den britischen Kandidaten Look Mum No Computer finden sie großartig, erwarten aber keinen Sieg. „Er wird furchtbar abschneiden“, glaubt Charlie. Beim ESC geht es für die drei aber vor allem um die Stimmung. „Liebe für alle – das ist das Motto“, sagt Rachel.
Charlie, Meg und Rachel (v.l.) glauben nicht an einen britischen ESC-Sieg.
© Lion Grote
15:58 Uhr: Die Protestierenden haben sich auf den Weg gemacht
Inzwischen hat sich der große Protestzug in Bewegung gesetzt. Zu sehen sind vor allem palästinensische Flaggen, gekommen sind aber auch viele Vertreter sozialistischer, kommunistischer und antikapitalistischer Gruppen.
Der Protestzug ist in Bewegung.
© Lion Grote
Gerufen wird immer wieder der Slogan „Free, free, Palestine“. Bei der vorigen Kundgebung wurde aber auch gegen den internationalen Zionismus geschimpft. Die Zahl der Demonstranten ist inzwischen auf mehrere Tausend angewachsen. Ausschreitungen gab es bislang keine.
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15:21 Uhr: Artists against Antisemitism protestiert
Nur wenige hundert Meter vom großen Protest gegen die Israel-Teilnahme beim ESC hat sich die Gruppe Artists against Antisemitism postiert.
Sonja, Aktivistin
© Lion Grote, Tagesspiegel
Sonja ist eine der Aktivistinnen. Sie empfindet die Proteste und die Boykottbewegungen als antisemitisch und bedrohlich. „Wir sind hier, um eine Gegenstimme zu sein und erklären uns solidarisch mit allen Jüdinnen und Juden“, sagt sie.
14:32 Uhr: Demo gegen Israel-Teilnahme läuft
Unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ startete um 14 Uhr die größte ESC-Demonstration in dieser Woche in Wien. Sie protestieren gegen die Teilnahme Israels am Wettbewerb und kritisieren das israelische Vorgehen in Gaza. 3000 Personen waren angemeldet, zum Auftakt am Westbahnhof waren es deutlich weniger, möglicherweise auch wegen des anhaltenden Regens.
Die Teilnehmerzahl war überschaubar.
© Tagesspiegel/Lion Grote
Reinhard Kloß ist gebürtiger Wiener. Er empfindet es als seine Bürgerpflicht, zur Demonstration zu kommen. „Was die Regierung Netanjahu in Gaza, im Iran und im Südlibanon macht, kann ich nicht akzeptieren“, sagt er.
Reinhard Kloß.
© Tagesspiegel/Lion Grote
Valerie sagt, sie könne „nicht feiern, wenn woanders Menschen sterben“. Die Teilnahme Israels am ESC findet sie „heuchlerisch“. Das Argument, der Wettbewerb sei unpolitisch, kann sie nicht nachvollziehen. „Dann müsste Russland ja auch dabei sein dürfen.“
Valerie.
© Tagesspiegel/Lion Grote
14:30 Uhr: Lage laut Wiener Polizei vor dem Finale „sehr ruhig“
Vor der Final-Show des streng bewachten Eurovision Song Contest (ESC) und den angekündigten Demonstrationen in Wien hat ein Polizeisprecher die Lage als „sehr ruhig“ bezeichnet. Das sei schon während der ganzen ESC-Woche so gewesen und habe sich bislang nicht geändert, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
13:39 Uhr: Schwedische ESC-Finalistin fällt nach Probe in Ohnmacht
Die schwedische ESC-Teilnehmerin, Felicia, hat nach der Generalprobe in der Nacht zum Samstag einen Kreislaufkollaps erlitten. Das berichtete die Zeitung „Aftonbladet“ unter Berufung auf die Leiterin des schwedischen ESC-Teams, Lotta Furebäck.
Der Rundfunksender SVT teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass die Sängerin nach der Probe in ihrem Umkleideraum einen Blutdruckabfall erlitten habe. Der Grund dafür sei gewesen, dass Felicia dehydriert gewesen sei – sie habe im Laufe des Tages nicht genug getrunken und gegessen.
Felicia aus Schweden mit dem Titel „My System“ auf der Bühne bei den Proben für das erste ESC-Halbfinale.
© dpa/Jens Büttner
In einer Stellungnahme schrieb die Sängerin, dass es im sogenannten Greenroom „unglaublich heiß“ gewesen und ihr dort immer schwindliger geworden sei. Später habe sie „großartige Hilfe“ vom medizinischen Personal vor Ort bekommen.
Sie habe gut geschlafen, viel getrunken und gegessen. „Jetzt bin ich super bereit für den Tag!“, hieß es in Felicias Stellungnahme.
Mehr zum ESCEurovision-Siegerin Nicole im Interview „Ich erkenne den ESC nicht mehr wieder“ ESC am Samstagabend Sarah Engels tritt beim Finale in Wien als Zweite an „In Wien muss alles erst Theater werden“ Beim ESC wird eine ganze Stadt zur Bühne für Party und Protest
In Wien kämpfen am heutigen Samstag 25 Lieder und ihre Interpreten um den Sieg beim 70. Eurovision Song Contest (ab 21.00 Uhr live im Ersten). Für Deutschland mit der Startnummer 2 geht die Sängerin Sarah Engels mit der Dance-Nummer „Fire“ ins Rennen. (mit dpa)