Industrie in Gefahr

„Europa muss gegen chinesische Überkapazitäten vorgehen“

28.05.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 2 Min.

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Containerschiffe mit chinesischen Waren im Hafen von Rotterdam: In Europa wächst die Sorge vor der Bedrohung durch Chinas Exporte für die heimische Wirtschaft. (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich)

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Chinas Exportgüter überschwemmen den europäischen Markt und versetzten die ansässige Wirtschaft in Sorge. Nun plant die EU einen entschiedenen Kurswechsel.

Die EU will die Industrien ihrer Mitgliedsstaaten vor den Überkapazitäten der chinesischen Wirtschaft schützen. Brüssel wirft China unfaire Handelspraktiken vor, darunter die Nutzung von Subventionen und Marktzugangsbarrieren, die laut EU den Wettbewerb verzerren. Das EU-Parlament bereitet deshalb Schutzmaßnahmen wie Zölle und schärfere Handelsschutzverfahren vor.

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Am Freitag sollen die EU-Handelskommissare mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über die Situation beraten. Industriekommissar Stéphane Séjourné, der stark auf härtere, sektorweite Schutzmaßnahmen gegen chinesische Überkapazitäten drängt, erklärte dem „Handelsblatt“: „In den Mitgliedstaaten und in der Kommission setzt sich zunehmend die Überzeugung durch, dass Europa härter gegen chinesische Überkapazitäten vorgehen muss“. Diese bedrohten Europas wirtschaftliche Kerninteressen, so Séjourné.

China wirft EU Protektionismus vor

Einige Mitgliedstaaten fordern schriftlich eine wehrhaftere Handelspolitik von der EU. Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Litauen haben ein Papier verfasst, in dem sie die „systemischen und strukturellen industriellen Überkapazitäten“ für eine Million verlorene Arbeitsplätze in der EU-weiten Industrie zwischen 2019 und 2025 verantwortlich machen. Um dagegen vorzugehen, fordern die Volkswirtschaften höhere Schutzzölle auf Waren aus China, wie das „Handelsblatt“ aus dem sogenannten Non-Paper zitiert.

Das chinesische Außenministerium hat der EU derweil vorgeworfen, die Handelsbeziehungen mit China falsch darzustellen. Brüssel wähle Daten selektiv aus, um ein unausgewogenes Handelsverhältnis kritisieren zu können, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag in Peking. Er warnte, China werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen.