Volksmusik aus vielen Regionen Europas
Europa ist reich an Kulturen, Sprachen und Traditionen. Sie prägen seit Jahrhunderten die Musik – von Volksliedern bis zu Konzertwerken. Dieses A-cappella-Konzert der Reihe „Nachtgesang“ lädt zu einer Reise durch die verschiedenen Regionen und macht hörbar, wie vielfältig und lebendig Europas musikalisches Erbe bis heute ist.
Komponist Béla Bartók etwa zeichnete die Volksmusik der ländlichen Bevölkerung auf und skizzierte in seinen Vier altungarischen Volksliedern in aphoristischer Kürze Szenen aus dem keineswegs idyllischen Landleben. Auch Arnold Schönberg, kein ausgesprochener Volksmusikfreund, schätzte ihre Ausdruckstiefe und bearbeitete drei Lieder aus dem 16. Jahrhundert. Den lyrischen Volksliedton greift der Litauer Vaclovas Augustinas auf, der in seiner Komposition Auf jener Seite der Donau die Chorstimmen dissonant auffächert und anschließend ins Lyrische zurückführt. Zwei Szenen an beiden Seite des Flusses kontrastieren in seinem Lied: hier die singenden Jungfrauen, dort ein toter Soldat, der in einer Schlacht gefallen ist.
Naturschilderungen aus Estland und Tschechien
Poetische Liebesgedichte und Naturskizzen waren die Vorlage für Antonìn Dvořáks Zyklus In der Natur. Mit schlichter, aber ausdrucksstarker Vierstimmigkeit und einer farbenreichen Harmonik setzte er die subtilen Stimmungen seines Textdichters Vitĕzslav Hálek in nuancenreiche Musik um – ein herausragendes Werk tschechischer Chormusik. Veljo Tormis zeigt in seinem Zyklus Herbstlandschaften seine enge Verbindung zum ländlichen Estland in der Vertonung von Gedichten der estnischen Dichterin Viivi Luik. Sie thematisiert die Jahreszeiten, das Licht, die Natur und die Landschaften.
Weiter quer durch Europa geht es mit einem Werk des Italieners Ildebrando Pizzetti. Auch Klänge aus der katalanischen Heimat von Chefdirigent Josep Vila i Casañas präsentiert der MDR-Rundfunkchor: mit Gedichtvertonungen aus der Feder des zeitgenössischen katalanischen Komponisten und Gitarristen Feliu Gasull. Er verbindet klassische Präzision mit der rhythmischen Lebendigkeit des Flamenco zu einem unverwechselbaren Stil.
MDR KLASSIK und MDR KULTUR senden das Konzert am 5.7.2026 um 19.30 Uhr in ihren Programmen. Danach ist es auf www.mdr-klassik.de nachzuhören.
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