Geht es nach den EU-Mitgliedstaaten darf Brasilien ab September 2026 kaum noch tierische Produkte in die EU einführen. Hintergrund sind fehlende Nachweise beim Antibiotika-Einsatz. Viele Kritiker des Mercosur-Abkommens sehen sich bestätigt in Ihren Befürchtungen und fordern einen sofortigen Importstopp. Konkrete Risiken bestehen offenbar nicht.
Gegenüber top agrar erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission: „Nach EU-Vorschriften ist der Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung oder Ertragssteigerung in der Tierhaltung nicht zulässig, und Antibiotika, die für Infektionen beim Menschen vorgesehen sind, dürfen nicht zur Behandlung von Tieren verwendet werden. Diese Vorschriften gelten seit 2022 für EU-Erzeuger.“
Ab dem 3. September 2026 müssten auch alle Ausfuhren von Tieren und tierischen Erzeugnissen für den menschlichen Verzehr in die EU diesen Vorschriften für antimikrobielle Mittel entsprechen, so die Kommissionssprecherin. „Nur Drittländer, die Garantien für die Einhaltung dieser Vorschriften vorgelegt haben, dürfen Tiere, die zur Lebensmittelerzeugung bestimmt sind, sowie tierische Erzeugnisse in die EU ausführen“, erklärte die Sprecherin.
Die EU-Kommission führt eine Liste von Drittstaaten, die diese Voraussetzungen erfüllen und tierische Produkte in die EU einführen dürfen.
Die EU-Kommission bestätigte gegenüber top agrar, dass Brasilien nicht in der Liste aufgeführt ist, „was bedeutet, dass das Land ab dem 3. September 2026 keine Erzeugnisse (sowohl lebende Tiere zur Lebensmittelproduktion als auch daraus gewonnene Produkte) wie Rinder, Pferde, Geflügel, Eier, Aquakulturprodukte, Honig und Därme mehr in die EU exportieren darf“.
Aktuell gilt die überarbeitete Liste (ohne Brasilien) als vorläufig und muss noch offiziell vom Kommissarskollegium der EU-Kommission abgesegnet werden.
Aktuell besteht jedoch keine Sorge, dass tatsächlich belastetes Fleisch in die EU gelangen könnte. Das erklärte Tobias Fier vom Verband der Fleischwirtschaft (VDF) kürzlich im Interview mit top agrar.
Die neue Drittlandliste enthält 27 Drittstaaten, die künftig Rindfleisch in die EU exportieren können. Diese sind: