Neue KI-Funktionen für Apple-Geräte

Apple hat mit Siri AI eine umfassend überarbeitete Version seines Sprachassistenten angekündigt. Die neue Lösung soll natürliche Gespräche, personalisierte Antworten sowie erweiterte Aktionen über verschiedene Apps hinweg ermöglichen. Zum Start wird es die Funktionen nicht in der EU geben.

Apple hat mit Siri AI die lange erwartete neue Generation seines Sprachassistenten vorgestellt. Die Plattform soll deutlich stärker auf persönliche Informationen, aktuelle Webinhalte und den Bildschirminhalt des Geräts zugreifen können, um Anfragen gezielter zu beantworten.

So soll Siri AI unter anderem Nachrichten, E-Mails, Fotos und weitere Inhalte durchsuchen können, um beispielsweise Restaurantempfehlungen aus Chats oder Buchungsnummern aus älteren E-Mails zu finden. Die Funktion soll sich zudem auf Anwendungen von Drittanbietern ausweiten lassen, wenn Entwickler entsprechende Schnittstellen integrieren.

Mehr Aktionen über Apps hinweg

Siri AI soll Aufgaben künftig systemweit ausführen können. Apple nennt als Beispiele das Verfassen von E-Mails, das Bearbeiten von Fotos oder das Teilen von Inhalten zwischen verschiedenen Anwendungen.

Eine weitere Neuerung ist die sogenannte Bildschirmwahrnehmung. Dadurch soll Siri Fragen zu aktuell angezeigten Inhalten beantworten können. Wird etwa eine Nachricht zu einem gemeinsamen Essen angezeigt, soll der Assistent passende Rezeptideen liefern und Inhalte direkt in die Notizen-App übernehmen können.

Antworten mit aktuellem Wissen aus dem Web

Zusätzlich greift Siri AI auf aktuelle Informationen aus dem Internet zurück. Nutzer sollen Fragen zu Ereignissen, Terminen oder allgemeinen Themen stellen und anschließend in einem fortlaufenden Gespräch vertiefen können.

Auf dem iPhone lässt sich Siri weiterhin per Sprachbefehl oder Seitentaste aktivieren. Neu ist eine Integration in die Dynamic Island. Auf Mac und iPad wird Siri AI direkt in Spotlight eingebunden. Apple Vision Pro erhält eine dreidimensionale Darstellung des Assistenten innerhalb der räumlichen Benutzeroberfläche.

Neue Architektur mit Fokus auf Datenschutz

Apple zufolge wurde Siri AI vollständig neu entwickelt und basiert auf der nächsten Generation von Apple Intelligence, in der dank einer Kooperation mit Google auch Gemini integriert ist. Die Verarbeitung erfolgt sowohl auf dem Gerät als auch über die Infrastruktur von Private Cloud Compute.

Apple betont, dass persönliche Daten bei cloudbasierten Anfragen weder gespeichert noch für Apple zugänglich sein sollen. Zusätzlich nutzt Siri AI lokale Systemdienste wie Spotlight und weitere Werkzeuge, die direkt auf dem Gerät arbeiten.

Eigene App für Gesprächsverläufe

Mit Siri AI führt Apple außerdem eine eigenständige Siri-App ein. Darüber sollen Nutzer frühere Unterhaltungen geräteübergreifend abrufen können. Die Gesprächsverläufe werden über iCloud zwischen Mac, iPhone, iPad, Apple Watch und Apple Vision Pro synchronisiert.

Visual Intelligence kommt auf weitere Plattformen

Die bereits bekannte Funktion Visual Intelligence wird erweitert. Auf dem iPhone ist sie direkt in die Kamera-App integriert. Nutzer können damit Objekte oder Szenen erfassen und Fragen dazu stellen.

Erstmals steht Visual Intelligence auch auf iPad, Mac und Apple Vision Pro zur Verfügung. Auf dem Mac soll die Funktion über eine Tastenkombination aufgerufen werden können, während sie auf dem iPad in die Screenshot-Funktion integriert wird.

KI-Unterstützung beim Schreiben

Siri AI erhält außerdem neue Werkzeuge für die Texterstellung. Nutzer können laut Apple Textentwürfe generieren oder bestehende Inhalte per Sprachbeschreibung überarbeiten lassen.

In Mail und Nachrichten soll sich die KI an den üblichen Schreibstil des jeweiligen Empfängers anpassen. Darüber hinaus soll Siri Texte automatisch auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Formatierung prüfen.

Verzögerung für EU-Nutzer auf iPhone und iPad

Zeitgleich gab Apple bekannt, dass Siri AI zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 im Herbst nicht in der Europäischen Union verfügbar sein wird. Als Grund nennt das Unternehmen Anforderungen des Digital Markets Act (DMA).

Apple argumentiert, dass die derzeitige Auslegung der Regelungen den Zugriff konkurrierender Assistenten auf sensible Nutzerdaten und Systemfunktionen erfordern würde. Nach Angaben des Herstellers wurden mehrere Vorschläge für eine datenschutzfreundliche Umsetzung von den EU-Behörden nicht akzeptiert.

Auf macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27 soll Siri AI in der EU dagegen verfügbar sein. Für iPhone und iPad nennt Apple derzeit keinen Termin für eine Einführung.