Dennoch sagte Johannes Bussmann, CEO der MTU Aero Engines, auf der ILA: „Wir sind sehr dankbar, dass es nun eine Entscheidung zu FCAS gibt.“ Immerhin wisse man jetzt zumindest, was der Kunde nicht will. Die Grundvoraussetzungen blieben aber: „Es gibt einen Bedarf für einen Kampfjet der sechsten Generation.“

2021 hatten der französische Triebwerkshersteller Safran Aircraft Engines und die MTU Aero Engines das Gemeinschaftsunternehmen EUMET mit Sitz in München gegründet, das das Triebwerk für den New Generation Fighter entwickeln sollte. Das spanische Unternehmen ITP Aero kam etwas später als strategischer Partner an Bord. „Nichts, was wir bisher erreicht haben, ist verloren“, sagte der Programmchef Ottmar Pfänder.

Offen für europäische Kooperationen

Gemeinsam mit den Safran und ITP Aero stünde man bereit, verschiedene Lösungen zu unterstützen. Das hieße beispielsweise, dass zwei Triebwerke für zwei Kampfjets entwickelt werden könnten – solange die Anforderungen nicht zu weit auseinanderliegen. „Wir sind aber auch offen für breitere Kooperationen“, so Pfänder. In den Medien wurde immer wieder spekuliert, ob sich Deutschland und Schweden nach einem Aus des New Generation Fighter für eine Kampfjet-Entwicklung zusammentun. Alternativ könnte Deutschland versuchen, sich dem GCAP-Konsortium (Global Combat Air Program) anzuschließen, das Großbritannien, Italien und Japan umfasst.

Wie ein künftiges Triebwerkskonsortium aussieht, ist letztlich abhängig von politischen Entscheidungen. „Wir benötigen eine Missionsbeschreibung für das Flugzeug“, sagte Bussmann. Der MTU-Chef ist aber sicher, dass es keine nationalen Alleingänge geben wird, sondern dass es auf eine Kooperation verschiedener europäischer Länder hinauslaufen wird. Er betonte, dass das Ende des Kampfjet-Programms im Rahmen von FCAS kein Aus der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sei, sondern eine Trennung der beiden Flugzeughersteller Airbus und Dassault Aviation. Die Zusammenarbeit mit Safran beschreibt man bei der MTU als sehr harmonisch.

Ob man künftig weiter an einem Triebwerk mit variablem Kreisprozess arbeitet, ist ebenfalls unklar. Die dafür nötigen Technologien würden die Komplexität erhöhen, so Bussmann. „Wenn es nicht für die Mission gefragt ist, werden wir es nicht entwickeln.“