Mit den warmen Sommertemperaturen und den nahenden Ferien in ganz Europa kommen auch die guten Nachrichten aus Brüssel: Ob am Atlantik, im Chiemsee oder am Mittelmeer: Die Wasserqualität in Meeren, Flüssen und Seen ist auf dem Kontinent fast überall sehr hoch.

So erfüllten im vergangenen Jahr 96 Prozent aller Badegewässer in der EU die Mindest-Qualitätsstandards, 85 Prozent seien gar „ausgezeichnet“. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor, der am Dienstag vorgestellt wurde. In Deutschland wurden 90,9 Prozent der mehr als 2200 analysierten Gewässer als „exzellent“ bewertet. Damit steht die Bundesrepublik auf Platz sieben der insgesamt 29 untersuchten Länder. Am besten schnitten Zypern, Griechenland, Bulgarien und Österreich ab. Dort befinden sich mit 95 Prozent oder mehr die qualitativ hochwertigsten Badegewässer. Die Urlaubsländer Italien und Malta folgen unmittelbar hinter Deutschland, Spanien liegt auf Rang elf.

Sorglos baden: Die meisten Gewässer in Europa sind sauber

Die Ergebnisse zeigten „einmal mehr den Wert der EU-Umweltgesetzgebung und jahrzehntelange Investitionen in die Abwasserbehandlung und Wasserwirtschaft“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Jessika Roswall. Insgesamt hat sich die Qualität von Badegewässern der Umweltagentur zufolge in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Grund dafür ist, dass weniger unbehandeltes oder nur teilweise behandeltes Abwasser abgeleitet wird. Hinzu käme laut Brüsseler Behörde die langfristige Wirkung europäischer Umwelt- und Gewässerschutzvorschriften.

Dass die meisten Badegewässer in Europa sauber sind, bezeichnete die grüne EU-Abgeordnete Jutta Paulus als „ein Erfolg jahrzehntelanger Umweltpolitik“. Trotzdem steht seit Jahren die Aussagekraft der Tests in der Kritik. Denn die Bewertung untersucht zwar die Wassereignung zum Baden, konzentriert sich aber auf die Überwachung von Bakterien, die gesundheitliche Risiken für Badende darstellen können. Da nur wenige Parameter routinemäßig gemessen werden, zeige der Bericht deshalb „nur einen Teil der Realität“, monierte Paulus. PFAS und andere langlebige Chemikalien würden etwa nicht erfasst, „weil die Überwachung historisch auf Keimbelastung und einige wenige Schadstoffe ausgerichtet ist“, so die Grüne. Bei den Stoffen der Gruppe sogenannter PFAS handelt es sich um „ewige Chemikalien“, die nicht nur dauerhaft Wasser und Boden verschmutzen, sondern sich über die Nahrung und Produkte wie Shampoos, Regenkleidung oder Zahnseide auch in Mensch und Tier anreichern. Einmal in der Natur, sind sie kaum abbaubar und gelten als schädlich für den Menschen.