Tierschutz ist wichtig und richtig. Politik, egal ob im Landkreis oder in Europa, muss Tiere schützen und Tierleid bekämpfen. Illegaler Welpenhandel muss eingedämmt werden. Dass die EU hinschaut und mit der neuen Chippflicht für Hunde und Katzen dagegen vorgeht, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Skrupellose Züchter und gewissenlose Händler, die süße Katzen- und Hundebabys viel zu früh von der Mutter trennen und sie eingepfercht für maximalen Profit durch ganz Europa fahren, müssen gestoppt werden. Illegaler Welpenhandel ist durch die Nähe zur Autobahn auch im Landkreis Aichach-Friedberg ein bekanntes Problem.

Neue EU-Chippflicht: Illegaler Welpenhandel ist auch in Aichach-Friedberg ein Problem

Dennoch ist die EU-weite Chippflicht nicht bis zu Ende gedacht. Tierleid passiert eben nicht nur durch Qualzucht und illegalen Welpenhandel, sondern auch auf den Straßen bei frei lebenden Katzen. In großen Teilen Europas – und auch im Wittelsbacher Land. Gerade landwirtschaftliche Betriebe gelten als Hotspots abgemagerter und kranker Streunerkatzen.

Wo finden herrenlose Katzen besseren Unterschlupf als im warmen Stall zwischen Heu und leckeren Mäusen? Nicht umsonst soll die Katzenschutzverordnung vor allem in ländlichen Gemeinden wie Sielenbach, Dasing und vielleicht bald Pöttmes genau diese Populationen eindämmen.

Bei der Ausnahme für Bauernhofkatzen wurde in Brüssel nicht weit genug gedacht

Eine EU-Verordnung zu erlassen, bei der nun gerade Bauernhofkatzen ausgenommen sind, zeigt, dass in Brüssel nicht genau genug hingesehen wird. Übersehen wird dabei auch die Signalwirkung einer solchen Ausnahme für Bauernhofkatzen: Suggeriert sie doch, dass das Leid von herrenlosen Katzen auf landwirtschaftlichen Betrieben weniger zählt als das Leid der Welpen krimineller Züchter.

Immerhin dauert es für Züchter noch vier und für private Katzenbesitzer noch 15 Jahre, bis EU-weit gechippt werden muss. Ausreichend Zeit also, um nachzubessern. Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Kritik bereits öffentlich kundgetan. Schade, dass Brüssel – nicht nur geografisch – weit von der Realität im Wittelsbacher Land entfernt ist.