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Laut Politico steht die EU-Kommission kurz davor, die Milliarden-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount durchzuwinken – mit einer kleinen Auflage. Worüber gerade spekuliert wird.
Hinter den Kulissen der globalen Medienlandschaft bahnt sich eine tektonische Verschiebung an. Die geplante, gigantische Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch Paramount steht auf europäischer Ebene kurz vor dem entscheidenden Durchbruch. Wie das Politik-Magazin Politico berichtet, signalisieren die Brüsseler Wettbewerbshüter kurz vor Ablauf der ersten Fristen grünes Licht für den Mega-Zusammenschluss.
Auf einen Blick: Der Fahrplan für den Paramount-WBD-Merger
Die Regulierungsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks treiben das 111-Milliarden-Dollar-Verfahren mit Hochdruck voran:
Regulierungsbehörde / InstanzWichtige Frist / DatumAktueller Status im PrüfverfahrenErwartete Auflage / BedingungUS-Justizministerium (DOJ)Bereits erteiltAuf Bundesebene offiziell durchgewunkenMögliche Einzelklagen von US-Bundesstaaten offenEuropäische Kommission (Phase 1)07. Juli 2026Zustimmung signalisiert (laut Politico)Trennung vom Joint Venture mit Universal in ausgewählten LändernEU-Prüfung Nahost-Fonds (FSR)14. Juli 2026Separates Verfahren zur Finanzierung (gilt als Formalie)Keine nennenswerten Probleme erwartetWettbewerbshüter UK (CMA)07. August 2026Erste Prüfungsphase läuft; wichtige europäische StimmeKleinere Auflagen in UK wahrscheinlich
Die Ziellinie rückt also näher. Unter Berufung auf Personen, die mit den vertraulichen Gesprächen hinter verschlossenen Türen in Brüssel vertraut sind, berichtet Politico, dass die EU-Kommission den Beteiligten eine zeitnahe Genehmigung in Aussicht gestellt hat. Die kartellrechtliche Freigabe im Rahmen der Phase-1-Prüfung ist für den 7. Juli terminiert – vorausgesetzt, Paramount reicht die dafür notwendigen Dokumente rechtzeitig bis Anfang Juli formell ein.
Ganz ohne Bedingungen kommen die Hollywood-Riesen möglicherweise aber nicht davon. Die EU-Wettbewerbshüter knüpfen ihr Ja-Wort Gerüchten zufolge an eine klare kartellrechtliche Trennung: Paramount muss sich in jenen europäischen Kernmärkten, in denen man derzeit in einem Vertriebs-Joint-Venture mit Universal Pictures International (UIP) agiert, vollständig aus dieser Partnerschaft lösen. Betroffen von dieser Entflechtung sind unter anderem die Märkte in Polen, Schweden, Dänemark, Norwegen, Ungarn und Griechenland. Branchen-Insider gehen fest davon aus, dass Paramount dieser Forderung ohne Zögern nachkommen wird, um das große Ganze nicht zu gefährden.
Auch das parallele EU-Prüfverfahren bezüglich der milliardenschweren Finanzierungsbeteiligungen von Staatsfonds aus dem Nahen Osten (Frist bis 14. Juli) gilt in Brüssel primär als bürokratische Formalie.
Das Zeitspiel: Warum Paramount die Milliarden-Uhr im Nacken sitzt
Für die beteiligten Studios ist die schnelle Freigabe aus Brüssel von existenzieller Bedeutung. Nach der bereits erfolgten Genehmigung durch das US-Justizministerium (DOJ) im Juni ist die EU-Kommission das zweite große Puzzleteil auf dem Weg zum globalen Medienmonopol. Nun richten sich die Blicke auf die britische Competition and Markets Authority (CMA), deren erste Frist am 7. August ausläuft. Zwar gilt eine Blockade durch die Briten aufgrund der engen transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen als unwahrscheinlich, doch die starke Film-Lobby in UK könnte zusätzliche, länderspezifische Auflagen für Kinostarts erzwingen.
Der Druck auf Paramount-Chef David Ellison ist immens: Sollte der 111-Milliarden-Dollar-Merger nicht bis zum 30. September 2026 vollständig vollzogen und rechtlich unter Dach und Fach sein, greift eine vertraglich vereinbarte, extrem kostspielige Klausel. In diesem Fall ist Paramount zu einer sogenannten „Ticking Fee“-Zahlung an die WBD-Aktionäre verpflichtet, die das ohnehin strapazierte Budget des Studios pro Quartal um rund 650 Millionen Dollar belasten würde.
Die drei wichtigsten Erkenntnisse zum Politico-Bericht:
Brüssel gibt grünes Licht: Die EU-Kommission bereitet den Weg für den größten Medienzusammenschluss des Jahrzehnts und verzichtet auf langwierige Blockaden in Phase 2.
Universal-Allianz vor dem Aus: Um die monopolartigen Strukturen im europäischen Filmvertrieb zu verhindern, muss Paramount seine UIP-Verträge in Skandinavien und Osteuropa opfern.
Milliardenschwerer Countdown: Aufgrund der drohenden Strafzahlungen ab Oktober zählt für die Rechtsabteilungen in Washington, Brüssel und London ab sofort jeder einzelne Tag.
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