Jordan Bardella – mehr als ein Ersatzkandidat

Jordan Bardella und Marine Le Pen wollen Frankreich regieren.Vergrößern des BildesJordan Bardella und Marine Le Pen wollen Frankreich regieren. (Quelle: Tom Nicholson/REUTERS)

Die Zeitung „Financial Times“ ist sich sicher: „Jordan Bardella steht bereit, wenn Le Pen nicht antritt“, notierte das Blatt zuletzt.

Bardella hatte den Parteivorsitz bereits 2022 von Le Pen übernommen. Er stammt aus der Pariser Banlieue, legte aber einen steilen Aufstieg hin. In Interviews – auch mit ausländischen Medien – gibt er sich staatsmännisch. Dabei grenzte er sich auch von der AfD ab. Im Europaparlament sitzen beide Parteien schon in getrennten Fraktionen. „Viele Positionen der AfD sind mit unseren Grundsätzen unvereinbar“, sagte Bardella der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Was den französischen Rechtsaußen an der AfD konkret stört? „Die extreme Rhetorik in historischen Fragen“, so Bardella.

Bardella setzt Le Pens Strategie der „dédiabolisation“ (wörtlich Entteufelung) fort. Rechtsaußen soll durch ein milderes Programm und Rhetorik für breitere Wählerschichten wählbar werden.

An seiner europakritischen Haltung lässt Bardella aber keinen Zweifel. Frankreich steht für Le Pens Partei weit vor der EU. „Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen“, stellte Bardella in der „FAZ“ klar. Wird schwierig im Falle eines rechten Wahsliegs für Europa.

Macrons Strategie gegen Rechtsaußen

imago images 0859938266Vergrößern des BildesFrankreichs Präsident Emmanuel Macron beruft Vertraute in wichtige Ämter. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Christian Spicker)

Noch wartet Frankreich auf das Urteil. Aber der scheidende französische Staatschef Emmanuel Macron wappnet das Land schon einmal gegen einen möglichen Wahlsieg von Rechtsaußen. Macron darf nach zwei Amtszeiten im kommenden Jahr nicht noch einmal antreten.

Daher besetzte er wichtige Posten zuletzt mit engen Vertrauten. Bereits im Vorjahr berief Macron seinen Wegbegleiter Richard Ferrand zum Chef des französischen Verfassungsgerichts Conseil constitutionnel. Das Amt wird auf neun Jahre besetzt. Auch in die Spitze des Staatsrats Conseil d’État berief Macron einen Vertrauten: Marc Guillaume, er regelte vorher Macrons Amtsgeschäfte im Élysée-Palast.

Fabien Mandon wurde zum neuen Armeechef der französischen Streitkräfte bestimmt. Das verlief noch weitgehend ohne Zwischenfälle. Dann nominierte der Präsident seine Parteifreundin und ehemalige Ministerin Amélie de Montchalin für den wichtigen Posten des neuen Präsidenten des Rechnungshofs. Umgehend wetterte Le Pen, Macron versuche „seine Vertrauten in Schlüsselpositionen zu platzieren und den künftigen demokratischen Machtwechsel zu stören“.

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