Am 20. Juli verhängte die Europäische Union (EU) eine Geldstrafe von 550 Millionen Euro (630 Millionen US-Dollar) gegen die chinesische E-Commerce-Plattform AliExpress, nachdem die Online-Handelsplattform illegale Produkte, darunter unsicheres Spielzeug und Kosmetika, in Umlauf gebracht hatte.
Laut EU hat AliExpress seine Verantwortung bei der Verhinderung des Verkaufs von gefälschten Waren nicht erfüllt. Nachdem die Plattform die illegalen Waren entdeckt hatte, wurden viele Artikel noch mehrere Wochen lang zum Verkauf angeboten.
Bei einer im März 2024 eingeleiteten Untersuchung von AliExpress stellte die EU fest, dass einige auf der Plattform verkaufte Produkte die strengen Sicherheits- und Umweltstandards des Blocks nicht erfüllten.
Die EU-Kommissarin für Technologie, Sicherheit und Demokratie, Henna Virkkunen, betonte: „Um sicherzustellen, dass Verbraucher sicher online einkaufen können, müssen Risiken systematisch identifiziert und angegangen werden. Wir fordern AliExpress heute auf, diesen Standard einzuhalten und Maßnahmen zu ergreifen.“
Die EU erklärte, die Bußgelder basierten auf der Schwere der Verstöße, deren Auswirkungen auf die europäischen Bürger und der Dauer der Verstöße. Laut EU-Strafmaß muss AliExpress das Bußgeld zahlen und bis zum 20. Oktober einen Plan zur Behebung der Verstöße vorlegen. Bei Nichteinhaltung drohen der Plattform weitere Bußgelder.
Dies ist die höchste Geldstrafe, die jemals nach dem EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) verhängt wurde. Das DSA ist Teil des Rechtsarsenals des Blocks zur Regulierung großer Technologieunternehmen und trat im Jahr 2022 in Kraft.
AliExpress argumentiert seinerseits, die Geldstrafe sei „unverhältnismäßig“ und spiegele weder den etablierten Rahmen noch die erheblichen Änderungen wider, die zur Behebung des Problems vorgenommen wurden. AliExpress prüft derzeit „alle möglichen Optionen“.
AliExpress ist mit 193 Millionen Nutzern Chinas größte E-Commerce-Plattform in der EU. Laut einem hochrangigen europäischen Beamten ist die EU auch AliExpresss größter Markt.
Das DSA schreibt vor, dass die weltweit beliebtesten digitalen Plattformen, einschließlich sozialer Netzwerke und Online-Händler, die von ihnen ausgehenden Risiken bewerten und Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Bedrohungen ergreifen müssen.
Zuvor hatte die EU im vergangenen Dezember die Social-Media-Plattform X von Elon Musk mit einer Geldstrafe von 120 Millionen Euro und im vergangenen Mai den chinesischen E-Commerce-Riesen Temu mit einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/eu-phat-san-thuong-mai-dien-tu-aliexpress-vi-luu-hanh-san-pham-trai-phep-post1125294.vnp