
Eine Million Besucher belasten die Lofoten jedes Jahr. Norwegen erlaubt nun eine Tourismussteuer für mehr Nachhaltigkeit.
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Die Lofoten führen eine Tourismussteuer von bis zu drei Prozent ein.
Eine Million Besucher belasten die kleine Inselgruppe und ihre Infrastruktur.
Die Einnahmen sollen Toiletten, Wanderwege und Parkplätze finanzieren.
Die beliebte Inselgruppe im Nordatlantik kämpft seit Jahren mit den Folgen von Massentourismus. Rund eine Million Besucher strömen jährlich auf die Lofoten, während dort nur 25.000 Menschen dauerhaft leben. Auf jeden Einwohner kommen damit 40 Touristen – eine Belastung für die lokale Bevölkerung und die Umwelt.
Das norwegische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Gemeinden auf den Lofoten-Inseln erlaubt, eine Tourismussteuer einzuführen. Die Abgabe soll dabei helfen, die Infrastruktur zu finanzieren und die Natur zu schützen.
Bis zu drei Prozent Aufschlag ab 2027
Die Gemeinden müssen zunächst Konzepte vorlegen, die sicherstellen, dass sie die Einnahmen ausschließlich für touristische Infrastruktur verwendet werden. Die Steuer beträgt bis zu drei Prozent des Übernachtungspreises. Die ersten Gemeinden dürften sie voraussichtlich ab Anfang 2027 erheben. Jede Gemeinde muss den Aufschlag individuell beantragen. Die Steuer gilt laut trippz.com nicht flächendeckend.
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Bisher mussten die Kommunen einen Großteil der Kosten aus eigenen Mitteln stemmen. Die Verwaltung in Vågan installierte kürzlich Toiletten entlang beliebter Wanderwege. Bauer Anders Nilsen berichtet, wie sich die Situation verändert hat: „Früher kamen hier nur ein paar deutsche Touristen. Heute kommen die Menschen aus der ganzen Welt“, sagte er der „Tagesschau“.
An heißen Sommertagen sind die Straßen und Parkplätze vor seinen Feldern überfüllt. Touristen mit Autos und Wohnmobilen suchen verzweifelt nach Stellplätzen. „Wenn ich kein Schild vor die Zufahrt hänge, stehen plötzlich 100 oder 200 Wohnwagen auf meinem Feld“, berichtet Nilsen.
„Die Leute glauben, die Fläche werde nicht genutzt. Dann fahren sie einfach drauf und campen. Dabei zerstören sie das Futter für unsere Tiere“, erklärt der Landwirt.
Gemeinden planen Ausbau der Infrastruktur
Marit Olsen, stellvertretende Bürgermeisterin, hat konkrete Pläne für die Verwendung der Steuereinnahmen. „Wir werden mehr Toiletten bauen. Außerdem wollen wir weitere Wanderwege anlegen und Parkplätze schaffen, damit sowohl Touristen als auch Einheimische genügend Platz haben“, sagte sie.
Ob das Gesetz zu nachhaltigerem Tourismus auf den Lofoten führt, bleibt abzuwarten. Es hat allerdings eine Lücke, die seine Wirksamkeit einschränken könnte.
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Wildcamper zahlen vorerst keine Steuer
Die Tourismusabgabe gilt zunächst nur für bezahlte Übernachtungen in Hotels und anderen kommerziellen Unterkünften. Wer kostenfrei auf Parkplätzen im Wohnmobil übernachtet oder wild campt, zahlt nichts – ausgerechnet jene Gruppe, die laut Nilsen die größten Probleme verursacht.
Diese Lücke könnte die Wirksamkeit der Maßnahme deutlich einschränken. Das Gesetz braucht eine Nachbesserung, um auch Wildcamper und Wohnmobil-Touristen zur Kasse zu bitten.
Sp