In Deutschland führte die lange Hitzewelle im Juni zu einer beschleunigten Entwicklung und vielerorts vorzeitigen Abreife des Wintergetreides. Besonders stark war dieser Effekt im Südwesten und lokal auch im Osten der Bundesrepublik, so die Kommission. Während Wintergerste sehr früh und unter günstigen Bedingungen geerntet wurde, litten später reifende Kulturen wie Weichweizen unter Hitze und Feuchtigkeitsmangel während der Kornfüllung. Das werfe Sorge hinsichtlich der Korngröße und -qualität auf.
Die Sommerkulturen entwickeln sich in Deutschland heterogen, so die Kommission. Hohe Verdunstung und trockene Oberböden schränken das Wachstum ein. Unwetter wie Hagel und Starkregen schadeten den Beständen und verschärften die regionalen Unterschiede. Auch die Grünlandproduktivität ist massiv eingebrochen, besonders im Südwesten und in Teilen Bayerns.
Die Ertragserwartung für Mais liegt in Deutschland bei 9,24 t/ha und damit nun 5 %unter dem Fünfjahresschnitt. Für deutsche Kartoffeln erwartet die Kommission Erträge von 43,4 t/ha und damit 1 % weniger als im Fünfjahresmittel.
Weichweizen dürfte mit 7,51 t/ha im Fünfjahresschnitt liegen, ebenso wie Raps mit 3,6 t/ha. Für Wintergerste rechnet die Kommission mit einem Ertrag von 7,45 t/ha, das ist 1 % über dem Fünfjahresmittel. Für Zuckerrüben erwartet die Kommission einen Durchschnittsertrag von 29,8 t/ha.