Noch Mitte Juni herrschte in Brüssel recht gute
Stimmung. Damals trat nach langer Vorbereitungszeit die größte
europäische Asylreform seit 30 Jahren in Kraft – das Gemeinsame Europäische Asylsystem, genannt Geas. »Die
europäische Migrationswende ist im vollen Gange, und die Geas-Reform ist ein
wichtiger Teil davon«, lobte Magnus Brunner, EU-Kommissar für Migration, im Gespräch
mit der ZEIT
.

Heute, nur sieben Wochen später, ist die Stimmung deutlich verhaltener.
Nachdem am vergangenen Donnerstag unerwartet Zehntausende Migranten die spanische
Exklave Ceuta stürmten, wird von vielen Seiten Kritik an der Reform laut – auch in Deutschland. »In Ceuta zeigt sich, wie
dysfunktional das Asylsystem ist«, sagte etwa Detlef Seif, Migrationsexperte der
Unionsfraktion, der Welt