Blutplasmaspenden in Deutschland steigen deutlich an

Lesezeit: 2 Minuten Erstellt: 06. August 2026 Bildbeschreibung: Jemand der Blutspendet.

Die Blutplasmaspenden entwickeln sich nach Angaben der Bundesregierung positiv. Die Zahl der Plasma-Apheresespenden sei von 2,45 Millionen Spenden im Jahr 2020 auf 3,66 Millionen Spenden 2025 angestiegen. Das sei ein Zuwachs um 49 Prozent, heißt es in der Antwort (21/7433) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/7151) der Grünen-Fraktion.

In der Antwort heißt es:

Blutplasma ist ein unverzichtbarer Ausgangsstoff für die Herstellung zahlreicher lebenswichtiger Arzneimittel. Aus Plasma gewonnene Plasmaderivate werden unter anderem zur Behandlung von Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, Gerinnungsstörungen, neurologischen Erkrankungen sowie verschiedenen entzündlichen Krankheiten eingesetzt.

Da Blutplasma nicht künstlich hergestellt werden kann, sind Patientinnen und Patienten auf eine ausreichende Zahl an Spenden sowie auf stabile Produktions- und Lieferketten angewiesen. Die Europäische Union ist bei der Versorgung mit Plasma und daraus hergestellten Arzneimitteln in erheblichem Umfang von Importen abhängig, insbesondere aus den Vereinigten Staaten.

Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und europäische Institutionen bewerten Blutplasma sowie daraus gewonnene Arzneimittel als versorgungsrelevante Produkte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an bestimmten Plasmaderivaten seit Jahren kontinuierlich an. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts hat sich insbesondere der Verbrauch von Immunglobulinen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

Die Sicherstellung der Versorgung mit Blutplasma und daraus hergestellten Arzneimitteln ist daher nicht nur ein Bestandteil der regulären Gesundheitsversorgung, sondern gewinnt auch für die gesundheitliche Resilienz Deutschlands zunehmend an Bedeutung.

Die Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie, wiederkehrende Arzneimittelengpässe, zunehmende geopolitische Spannungen sowie die Debatte über die Krisen- und Verteidigungsfähigkeit kritischer Infrastrukturen haben gezeigt, wie wichtig stabile, widerstandsfähige und möglichst unabhängige Versorgungsstrukturen sind.

Weiter heißt es in den Parlamentsnachrichten:

Die Zahl der Vollblutspenden ist den Angaben zufolge hingegen mit leichten Schwankungen in den vergangenen Jahren geringfügig von 3,7 auf 3,6 Millionen Spenden zurückgegangen. Dies sei auch bedingt durch einen Rückgang der Neuspenden um 20 Prozent, vor allem junger Menschen. Die Ursachen dafür seien nicht bekannt.

In einer repräsentativen Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2025 zu Motivation und Hinderungsgründen für eine Spende habe sich gezeigt, dass neben dem Wunsch, etwas Gutes zu tun, die Motivation durch Freunde und Familie die stärksten Faktoren seien.

Die größten Hindernisse für eine Spende seien Zeitmangel und gesundheitliche Gründe. Sowohl die Motive für eine Spende als auch die Hinderungsgründe unterschieden sich in Abhängigkeit von der Altersgruppe.

Autor: Bundestag/hib | © EU-Schwerbehinderung/Deutscher Bundestag

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