Wegen EU-Kontrolle

Wartezeit am Frankfurter Flughafen hat sich verdoppelt

14.08.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.

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Lange Schlange beim Check-in am Frankfurter Flughafen (Symbolbild). Das neue EU-Entry/Exit-System EES sorgt an großen Flughäfen für deutlich längere Warteschlangen. (Quelle: IMAGO/Peter Henrich / HEN-FOTO)

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Ein neues EU-Grenzsystem bremst den Betrieb am Frankfurter Flughafen aus. Die Wartezeiten haben sich verlängert. Immer mehr Passagiere erreichen ihre Flüge nicht.

Das neue EU-Grenzsystem EES hat die Wartezeiten an mehreren großen europäischen Flughäfen deutlich verlängert. Laut einer Auswertung der „Financial Times“ und der Analysefirma Qsensor lagen die durchschnittlichen Wartezeiten im Juli in Frankfurt bei 120 Minuten – doppelt so lang wie im Vorjahresmonat. Auch München und Amsterdam verzeichneten einen starken Anstieg.

Das Entry/Exit System (EES) verpflichtet alle Reisenden aus Nicht-EU-Staaten dazu, bei der Einreise ihren Pass zu scannen und einen Gesichtsscan durchzuführen. Beim ersten Einreisevorgang werden zusätzlich Fingerabdrücke erfasst. Seit dem 10. April gilt das System vollständig.

In München Wartezeiten bis zu 60 Minuten

In München stiegen die maximalen Wartezeiten demnach auf 60 Minuten, nach 31 Minuten im Vorjahreszeitraum. In Amsterdam kletterten sie von 80 auf 120 Minuten. Zu Spitzenzeiten stehen Reisende bis zu zwei Stunden an, was dazu führt, dass Passagiere zunehmend ihre Flüge verpassen.

Hinzu kommt, dass das System fehleranfällig ist: Die EES-Terminals fallen immer wieder aus, und viele Reisende mussten bei mehreren Einreisen erneut Fingerabdrücke abgeben, obwohl diese bereits erfasst worden waren. Außerdem benötigten Passagiere mehr Unterstützung durch das Personal, als zunächst erwartet worden war.

imago images 0856220195Vergrößern des BildesDie Schalter des Entry-Exit-System am Frankfurter Flughafen (Archivbild). An solchen Geräten muss der Ausweis gescannt werden. (Quelle: IMAGO/Offenberg/imago)

Manche Flughäfen haben die Kontrollen ausgesetzt

Ryanair-Chef Michael O’Leary übte im Juli scharfe Kritik. Er nannte das System „schlecht konzipiert“ und sagte: „Nur die Europäer würden so einen Mist erfinden.“ Seine Airline habe an rund 15 europäischen Flughäfen lange Schlangen beobachtet.

Einige Flughäfen haben inzwischen Teile der EES-Kontrollen zeitweise ausgesetzt, etwa indem sie in Stoßzeiten auf die Erfassung von Fingerabdrücken verzichten. Diese Ausnahmeregelung soll im September auslaufen. Acht EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz haben die Europäische Kommission deshalb um eine Verlängerung gebeten. Die Kommission teilte mit, sie prüfe diese Möglichkeit.

Ein Sprecher der Kommission erklärte, man stehe „mit jenen wenigen Mitgliedstaaten, in denen es an bestimmten Grenzübergängen Herausforderungen gibt, in engem und konstruktivem Kontakt“. Zugleich betonte er, das EES sei nicht überall ein Problem: Die Registrierung dauere im Schnitt 70 Sekunden, und „in den meisten Fällen“ seien die Auswirkungen für Nicht-EU-Reisende begrenzt geblieben.