EZB-Präsidentin Christine Lagarde fordert eine stärkere Integration des EU-Binnenmarkts und der europäischen Kapitalmärkte, damit Europa im globalen Wettbewerb um künstliche Intelligenz (KI) mit den USA und China mithalten kann. Dies berichtet Euronews.

«Europa hat die erste digitale Revolution weitgehend verpasst; die kommerziellen Gewinne aus der Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien sind überproportional anderswo ausgeschüttet worden. Diesen Fehler können wir uns bei der zweiten digitalen Revolution, der künstlichen Intelligenz, nicht leisten», sagte Lagarde in einer Rede vor dem International Business Council des Weltwirtschaftsforums in Genf.

Michael Probst/AP Photo/Keystone

EZB-Präsidentin Christine Lagarde

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Als wesentliches Problem bezeichnete sie den mangelnden Zugang europäischer Unternehmen zu Kapital. Firmen finanzierten sich überwiegend über Bankkredite, während die Kapitalmärkte auf nationaler Ebene zu klein seien. Rechtliche Unterschiede verursachten zusätzliche Kosten und erschwerten grenzüberschreitendes Wachstum.

Zugleich sieht Lagarde «ermutigende Anzeichen». Die EU stelle rund 6 Prozent der Weltbevölkerung, aber bis zu 15 Prozent der Forschenden. Unternehmen im Euro-Raum wollten in diesem Jahr durchschnittlich rund 9 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für KI einsetzen.

Lagarde fordert deshalb eine Beschleunigung der Spar- und Investitionsunion sowie weitere Schritte zur Vertiefung des Binnenmarkts.