Roy Bianco,das Konzert von „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“ in der WWK Arena im Mai war das größte Konzert in der Augsburger Stadtgeschichte. Wie oft denken Sie noch an den Abend zurück?

ROY BIANCO: Es war ein Rausch der Gefühle, der durch uns gegangen ist und den wir zusammen mit dem Publikum in der Arena haben durften. Ich bin davon immer noch überwältigt. Es war besonders für uns, zu Hause zu spielen und das Stadion als Konzertlocation einzuweihen. Und was auch noch bleibt, ist ein sehr besonderes Gefühl, etwas für die Stadt Augsburg geboten zu haben.

Der FCA hat die Saison auf einer der besten Platzierungen seiner Geschichte abgeschlossen. Allerdings sah die Lage im Herbst auch mal ganz anders aus. Hat die Band mal während der Saison gezittert, dass man nach einer misslungenen Saison auftreten müsste?

BIANCO: (lacht) Zum Ende des Kalenderjahres habe ich mir schon das ein oder andere Mal gedacht: Hoffentlich kriegen die noch die Kurve. Ideal wäre es sicher nicht gewesen, nach einem möglichen Debakel dann in der Arena aufzutreten. Aber ich habe da ein Grundvertrauen gehabt, dass das sich alles zum Guten wenden würde und so ist es ja auch gekommen.

Das schreit ja dann eigentlich nach einer Wiederholung, oder?

BIANCO: Da möchte ich frech mit dem Kaiser antworten: „Schau mer mal, dann sehn mer schon“. Jetzt konzentrieren wir uns aber erstmal auf den Sommer und unsere Shows. Im Hintergrund passiert eigentlich immer was bei uns. Ich fände es zum Beispiel super, mal im alten Rosenaustadion zu spielen, aber das ist derzeit baulich ja nicht so einfach.

Mit welchen Gefühlen und Erwartungen gehen Sie in die neue FCA-Saison?

BIANCO: Ich bin wirklich sehr optimistisch gestimmt. Ich würde das eine fundierte Positivität nennen: Wir sind ja super aus der letzten Saison herausgekommen und hätten uns beinahe noch für Europa qualifiziert. Ich hoffe, wir nehmen diesen Esprit jetzt mit. Gut wäre es, wenn so viele Spieler wie möglich von der Kerngruppe erhalten bleiben. Wenn zu viele Abgänge sind, dann ist es immer ein wildes Rodeo.

Manuel Baum bleibt Trainer und kehrt nicht auf seine alte Stelle zurück. Die richtige Entscheidung?

BIANCO: Manuel Baum macht einen soliden Job. Deswegen hätte ich es nicht verstanden, wenn es anders gekommen wäre. Es ist wichtig, dass er jetzt für die Mannschaft und die Fans da ist und da seine Arbeit leistet. Mir fiele auch kein anderer Trainer ein, den ich lieber als FCA-Coach haben möchte. Es ist toll, dass es derzeit kein Chaos zu bändigen gibt, wie es stellenweise in der vergangenen Saison der Fall war.

Gibt es einen Lieblingsspieler aus der aktuellen Mannschaft?

BIANCO: Ich finde es immer toll, wenn es Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Mannschaft schaffen. Deswegen gefällt mir Mert Kömür schon sehr gut, auch wenn er jetzt in der Rückrunde nicht so viel Spielzeit bekommen hat, wie ich und er sich das gewünscht hätten. Und ich freue mich immer, wenn Michael Gregoritsch spielt und für den FCA einnetzt. In der Rückrunde hat er ja einige entscheidende Tore geschossen. Und, auch wichtig: Die beiden können nicht nur kicken, sondern haben auch das nötige Flair.

Wenn Sie sich einen Spieler für den FCA aussuchen könnten, welcher sollte das sein?

BIANCO: Puh! Ich bin da jetzt nicht so tief im Thema drin, dass ich wirklich fundiert Ratschläge erteilen könnte. Ich habe da großes Vertrauen in die Scouting-Abteilung des FCA. Generell fände ich jemanden für die rechte Außenbahn noch ganz gut, aber das überlasse ich denen, die sich damit auskennen.

Eine Collab, die zusammenpasst wie Lech und Wertach: Roy Bianco war die Werbefigur für das Römertrikot des FC Augsburg.

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Eine Collab, die zusammenpasst wie Lech und Wertach: Roy Bianco war die Werbefigur für das Römertrikot des FC Augsburg.
Foto: FCA

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Eine Collab, die zusammenpasst wie Lech und Wertach: Roy Bianco war die Werbefigur für das Römertrikot des FC Augsburg.
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Messi kann auch Rechtsaußen spielen. Wäre das keiner?

BIANCO: (lacht) Nein, den brauchen wir nicht. Der arbeitet nicht nach hinten mit, der passt nicht zu uns.

Ein Traum vieler FCA-Fans ist es, nochmals international zu spielen. Ein Euro-League-Spiel bräuchte dann auch den passenden Rahmen. Wie wäre es für diesen Fall mit „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“ als Vorband vor dem Anpfiff?

BIANCO: Ich würde mich sehr freuen, wenn der FCA nochmal europäisch spielen würde. Bis dahin hat die Mannschaft hoffentlich auch die nötige Breite, um dann nicht wieder wie 2016 in Abstiegsnot zu schweben. Und zum musikalischen Teil: So ein Entertainment-Programm ist mit Vorsicht zu genießen, weil das derzeit etwas überhandnimmt und dem Sport da die Wichtigkeit auch ein Stück weit nimmt – siehe diese Halbzeitshow beim WM-Finale jetzt. Denn eigentlich hat eine Kurve ja ohnehin ihre eigenen Lieder. Ich möchte mich da als Musiker nicht zu wichtig nehmen.