Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Montag, dem 24. August 2000. Und 26. Ex-Schweden-Premier, die Schweizer sind Trittbrettfahrer. Karl Bild, Politveteran und weltbekannter Diplomat, warnt die Schweiz vor einer Annahme der Neutralitätsinitiative. Unser Land, das von der NATO-Sicherheit profitiere, würde an Handlungsfähigkeit verlieren. Das ist die Titelgeschichte des heutigen Tagesanzeigers. und es wird keinen Aufschrei wegen ausländischer Einmischung. in unseren Abstimmungskampf geben. Das ist ja ein weiterer Gipfel der Lächerlichkeit im Zusammenhang jetzt mit dieser Abstimmung. Sie erinnern sich, als die russische Sprecherin des Aussenministeriums, Maria Sakharova, die schweizerische Neutralität als nicht mehr glaubwürdig bezeichnete und zu Recht darauf hinwies, dass die Übernahme von EU-Sanktionen, also die Teilnahme am Wirtschaftskrieg gegen Russland, ein Bruch, eine Verletzung der schweizerischen Neutralität darstelle, was 100% den Fakten entspricht, dann ist hier, dann ist in den Zeitungen ein riesiges Getöse losgegangen. Man verbitte sich diese Einmischungen. Aussenministerin Yacio Cassis hat in einem NZZ-Interview am letzten Freitag auch nochmal darauf hingewiesen, also das sei fundamental neu, dass sich andere Staaten in die schweizerische Innenpolitik einmischen. Auf welchem Planeten hat Gassis eigentlich gelebt in den letzten Jahren? Die Europäische Union, die EU-Staaten mischen sich ständig in unsere Abstimmungskämpfe ein. Wenn es irgendetwas gibt, was ihnen nicht passt, dann reisst da einer die Klappe. um den Schweizern also bitte schön den Tarif durchzugeben. Und jetzt haben wir Karl Bildt, aber Sie können sich sicher sein, dass es keinen Aufschrei gegen Karl Bildt geben wird. Nein, das sind eben schon sehr bedenkenswerte Anregungen, wohlmeinende Vorstösse. Und die Tragik in diesem Interview liegt einfach darin, ich will dem Schweden gar keinen Vorwurf machen, die Tragik liegt natürlich darin, dass ein gewisser Fabian Fellmann vom Tagesanzeiger. Selber offenkundig gar nicht weiss, was die Neutralität ist. Und Karl Bild weiss auch nicht, was genau in dieser Neutralitätsinitiative festgeschrieben ist. Dass uns nun also die Schweden mit ihrer mittlerweile nicht mehr vorhandenen Neutralität die Neutralität erklären müssen, ist auch schon eine Pointe, wenn es nicht ein so ernstes Thema wäre. Schweizerische Neutralität, man muss das heute wieder erklären. Schweizerische Neutralität, und das hat eben ihre Glaubwürdigkeit über Jahrhunderte hinweg ausgemacht, ist immerwährend, eben nicht situativ, von Fall zu Fall und mal so ein bisschen opportunistisch, wie das hier der frühere Premierminister schildert mit dem Beispiel Schweden, ja, dass man halt immer etwas geschaut habe, wie viel Neutralität es denn sein dürfte. Nein, in der Schweiz hat man eine strikte, eine immerwährende Neutralität gepflegt. Und natürlich schützt die Neutralität alleine nicht im Kriegsfall. Nur weil einer neutral ist, heisst das noch nicht, dass ein anderer, ein aggressives Land oder ein Land, das glaubt, so seine politischen Ziele erreichen zu können, nicht die Grenzen eines neutralen Staates verletzt. Das haben wir in der europäischen Geschichte immer wieder gesehen. Beispiel Belgien, die sind gleich zweimal von den Deutschen überrannt worden. Und da kommt eben der zweite essentielle Aspekt ins Spiel. Bewaffnet. Natürlich muss die Schweiz glaubwürdig mit einer eigenen Armee bewaffnet sein. Und während des Kalten Kriegs, als die Kriegsgefahr den Schweizern noch stärker bewusst war, hat man viel mehr Geld fürs Militär ausgegeben und entsprechend viel weniger für den Sozialstaat. Und heute hat man, analog zum Trend der europäischen Länder, vor allem für den Sozialstaat das Geld ausgegeben und ist nicht mehr bereit, für den Ernstfall eben so viel Geld zu mobilisieren. Das ist das grosse Problem. Problem jetzt da, all dieser Rüstungspolitiker, dass im Grunde gar keine Zahlungsbereitschaft mehr vorhanden ist. Jetzt wollen sie die Steuern erhöhen, weil sie nicht in der Lage sind, unser Bundesbudget umzuschichten. Verteidigung. Ja, was meinen Sie, warum sind die Deutschen im Zweiten Weltkrieg nicht in die Schweiz einmarschiert? Natürlich, weil die Schweizerische Armee unter Henri Guison bereit war, bis zum Äussersten diese Neutralität mit der Redwich-Strategie mit der Konzentration der Kräfte in die Alpenpässe zu retten, zu verteidigen. Und da ist dann der Eintrittspreis, selbst für die am Anfang übermächtig scheinende Wehrmacht, zu gross gewesen. Ja, die Schweiz hat auch mit Anpassung und Widerstand moduliert, aber die Behauptung, die jetzt wieder in den Zeitungen kommt und übrigens auch von Karl Bild wiederholt wird, die Schweiz habe sich nicht neutral verhalten. Die Schweden ja auch nicht, aber er möchte das nicht kritisieren. Ich meine, die Schweden haben Divisionen der Wehrmacht durchmarschieren lassen durch ihr Gebiet. Wir haben unsere Landesgrenzen verteidigt, wir haben deutsche Flugzeuge abgeschossen, wir haben auch alliierte Flugzeuge abgeschossen oder zur Landung gezwungen. Das ist die schweizerische Neutralität, meine Damen und Herren. Da wird so viel Unsinn erzählt. Also, immer während… Bewaffnet, das heisst glaubwürdige Abschreckung, Erhöhung des Eintrittspreises. Und drittens natürlich umfassend, das heisst auch nicht-militärische Kampfmittel umfassend. Diplomatie und Wirtschaft, das ist ja der… Der grösste Unsinn, der jetzt von den Neutralitätsgegnern behauptet wird, von den Gegnern der Initiative, ist, dass sie sagen, das sei viel zu bindend, viel zu starr, viel zu unflexibel. Wir müssen doch Sanktionen ergreifen können im Interesse unseres Landes. Seit wann ist es im Interesse unseres Landes, Sanktionen zu ergreifen gegen Drittstaaten, die sich mit anderen Staaten in einem Krieg befinden? Das ist ein Eingreifen in diesen Krieg. Wenn ich jemandem das Portemonnaie wegnehme, dann ist das eine Art Wirtschaftskrieg gegen jene Person. Man könnte es auch Diebstahl nennen. Die Schweiz hat ja auch Vermögenswerte von russischen, von niederlassungsberechtigten Russen in der Schweiz einfach auf Kommando der Europäischen Union eingefroren. Ist das ein neutraler Akt? Ist das freundlich, wenn ich jemandem das Portemonnaie wegnehme? Der Grad an politischer Esoterik ist also erschlagend in diesem Zusammenhang. Aber es ist… eben auch nachvollziehbar und verständlich, denn nichts ist schwerer zu ertragen als eine Folge von guten Tagen. Die Schweiz ist eben in der Wohlstands- und Friedensnarkose nach 80 Jahren nicht mehr in der Lage, viele Schweizer sind es nicht, diese existenziellen Dimensionen zu erfassen. Die Neutralität ist ein Zentralthema und ich kann Ihnen sagen, warum es für mich ein so akutes Thema ist, weil eben, wie bekannt, meine Grosseltern Auslandsschweizer den Zweiten Weltkrieg in Deutschland erlebt haben. Und meine ganze Kindheit war voll mit Erzählungen aus dieser Zeit. Bombardierung deutscher Städte, insbesondere Königsberg. Und irgendwann einmal, mit dem kindlichen Gemüt, schaut man das an oder hört man sich das an wie eine Art Kriegsfilm in der Fantasie. Mit der Zeit kommen dann die politischen Fragen. Ja, warum? Ist denn in Deutschland, wenn Sie das erste Mal in Deutschland waren damals, warum sehen diese Städte so komisch aus? Warum haben die alle so eine Architektur wie diese Fallerhäuschen in den Modelleisenbahnen? Was ist jetzt genau da das Problem? Und dann, mit der Zeit dämmert es einem. Aha, weil die Deutschen, die wollten eben Grossmacht spielen, die haben da Kriege angezettelt, haben sich auch in Kriege reinziehen lassen usw. sind in diese Eskalationsdynamiken hineingerutscht, in diesen Wahnsinn der Machtpolitik. Und in der Schweiz war es anders. Wir sind neutral geblieben. Wir haben gesagt, nein, wir mischen uns nicht ein. Nicht einmischung, aber die gilt dann eben auch glaubwürdig. Sie können doch nicht glaubwürdig neutral sein, wenn Sie sich militärisch zurückhalten, aber dann im Wirtschaftskrieg mitmachen, weil Sie Angst haben, dass Ihr Nachbar… der im Krieg der anderen mitkämpft, dass der dann böse auf sie sein könnte. Ich meine, das ist im Grunde die Position dieser Neutralitätsbekämpfer. Und es ist ja kein Zufall, dass Karl Bild, einer der Architekten des schwedischen EU-Beitritts, dass der jetzt so vehement sich gegen die schweizerische Neutralität einsetzt. Da sieht man eben, dass Unabhängigkeit auch nicht… EU-Beitritt und Neutralität zusammengehören. Natürlich möchte die EU die Schweiz in die EU reinziehen, immer enger anbinden. Klar, weil wir hier noch eine Kasse haben, weil wir noch Geld haben. Man möchte ans Geld der Schweizer. Jetzt zieht man uns rein und, Sie sehen es, die Unabhängigkeit wird auch nicht mehr respektiert, weil wir nachgegeben haben. Und der Mann, der da an zentraler Stelle nachgegeben hat, ist Ignacio Gassis und er verteidigt Dieses windelweiche Neutralitätsverständnis in der Neuen Zürcher Zeitung auf fast zwei Seiten. Eben auch dieses Russland-Einmischungsargument, was völlig lächerlich ist, wenn ein Land, wir gegenüber haben schon Inder und Chinesen gesagt, die Schweiz sei nicht mehr neutral. Sogar US-Präsident Joe Biden hat gesagt, die Schweiz sei nicht mehr neutral. Sogar die Schweiz beteilige sich da an den Sanktionen gegen Russland. Das ist die allgemeine Verwirrung. Was interessant ist und was vielleicht den Befürwortern der Initiative etwas Rückenwind geben könnte, ist Folgendes. Die Gegner der Initiative haben keine Argumente. Sie haben einfach diese scherbenden Ausflüchte, diese völlig inkonsistenten und inkongruenten Ausschweifungen, die intellektuellen, auch die Geschichtsklitterung, die jetzt im Zusammenhang mit diesem Bildinterview zutage kommen, oder auch die Umdeutung der Rolle von General Henri Guisan. Also das ist ja unglaublich, was da zusammenfabuliert wird, als ob Henri Guisan, der Weltkriegsgeneral der Schweiz, ein Gegner der Neutralität gewesen wäre, weil er in Vorbereitung und natürlich in klarer Durchschauung des aggressiven Charakters der nationalsozialistischen Herrschaft In Deutschland hat er schon vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Geheimgespräche, aber eben Geheimgespräche geführt mit Frankreich, um sich für den eventuellen Notfall abzusichern. Warum? Weil die Schweiz eben in den 30er Jahren ihre Nachrüstung auch vernachlässigt hatte, weil sie genau das gemacht hat, was man heute der Schweiz empfiehlt, nämlich sich auf die kollektive Sicherheit und auf Bündnisse zu verlassen mit der NATO. Und wenn man das macht, dann wirst du sicher überrannt. Das ist übrigens auch Belgien passiert, Holland. um Polen im Zweiten Weltkrieg. Die Polen haben sich darauf verlassen, dass die Briten ihnen helfen, wenn die Deutschen angreifen oder ihnen mit Krieg drohen. Die Briten sind dann aber nicht gekommen, beziehungsweise erst viel später, als Polen bereits zerstört und Hunderttausende abgeschlachtet worden sind. Das ist die Sicherheit der Koalitionen, meine Damen und Herren. Nein, Koalitionen ziehen einen in Kriege hinein. Diese Wahrscheinlichkeit ist grösser, haben wir im europäischen Kontext immer wieder gesehen. aber… Wenn man dann will, dass die Kavallerie kommt zum Kleinen, dann kannst du es vergessen, die kommt in den allerseltensten Fällen. Jetzt aber in ihrer Verzweiflung versuchen diese Neutralitätsgegner einfach den Weltkriegsgeneral dermassen zu vergewaltigen, dass sie sagen, ja der habe ja diese Geheimgespräche geführt. Das sei eine Verletzung der Neutralität. Er hätte auch mit der Wehrmacht sprechen müssen vor dem Zweiten Weltkrieg, um sich gegen einen Angriff abzusichern. Das ist ja der pure Schwachsinn, was da behauptet wird. Nein, Guison hat in einer Situation, die für die Schweiz sich bereits als existenzielle Bedrohung herauszukristallisieren, begann, diese geheimen Eventualabsprachen getroffen. Eine Neutralitätsritzung mit dem Ziel, die Schweiz und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen. Aber es ist nicht das, was… heute die Guisan-Umdeuter damit meinen. Sie sagen nämlich, wir sollten uns offen enger an die NATO binden. Wir sollten offen enger mit der EU kooperieren. Das wäre wie wenn Guisan vor dem Zweiten Weltkrieg auf dem roten Teppich mit Frankreich verhandelt hätte. Das hat er nicht gemacht. Seine Absprachen sind in der Neutralitätsinitiative sozusagen als Echo vorhanden, denn die Initiative sagt, Keine Bündnisse, die uns in Kriege hineinziehen können. Keine Teilnahme an fremden Händeln, sowohl diplomatisch, wirtschaftlich wie auch militärisch. Aber für den Fall, dass sich abzeichnet, dass die Schweiz angegriffen werden könnte, ist sie nicht mehr gebunden an die Neutralität. Und das war immer so, dass die Schweiz kooperiert hat oder sich für den Ernstfall auf Kooperationen eingestellt hat. Hier wird wieder ein künstlicher Gegensatz aufgebaut. Meine Damen und Herren, Die Neutralität der Schweiz ist die Grundlage gewesen und immer noch für sein oder nicht sein unseres Staates. Eine Conditio sine qua non. Und Sie merken es, nachdem die Schweiz, der Bundesrat, die Neutralität jetzt bereits ins Wanken gebracht hat, mischen sich da immer drastischer, vor allem auch EU-Politiker, und die mischen sich dann wirklich ein. Der Außenminister Wadephul aus Deutschland am letzten Mittwoch. Nicht zu neutral werden, ihr Schweizer Und jetzt Karl Bildt. Noch ein Wort zu den Deutschen. Da werde ich dann in der internationalen Ausgabe noch was dazu sagen. Die deutsche Politik wird mir zusehends unheimlich. Wenn da der deutsche Kanzler sagt, wir wollen wieder die stärkste konventionelle Armee in Europa haben. Diese unglaubliche, klirrende Rhetorik. Und gleichzeitig haben sie führende Zeitungsorgane, die an… öffentlichen Veranstaltungen in Serbien, das berühmte Beispiel, da der Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ganz offen den ukrainischen Präsidenten fragt, was müssen wir tun, um noch mehr Russen zu töten, also pardon, russische Soldaten. Also hier empfesseln sich doch auf Seite der Deutschen wieder so uralte, kriegerisch arrogante, anmassende, überhebliche Fantasien, Energien, obwohl die Deutschen, also die deutsche Politik im Moment ja nichts auf die Reihe kriegt, nicht einmal die Unpünktlichkeit der eigenen Zugfahrpläne, beziehungsweise die Fahrpläne sind ja noch pünktlich in dem Sinn, aber die Züge fahren nicht mehr. Nicht mal das kriegt man auf die Reihe, aber selbstverständlich einen Krieg mit Russland. Schweizerische Unabhängigkeit, das grosse Thema. Neutralität. Und heute auch noch ein Interview mit dem Anwalt Philippe Zurckinden, auch in der NZZ zum Thema EU-Verträge. Der damalige Kritiker des Rahmenabkommens ist jetzt ein Gnädiger. dieser neue Vertrag sei Viel, viel besser. Aber der entscheidende Satz ist gleich am Anfang. An der dynamischen Rechtsübernahme und der Rolle des Europäischen Gerichtshofs, des EuGH, hat sich nichts geändert. Das heisst, die Schweiz unterwirft sich mit diesen Verträgen, die aber so abgezirkelt werden, dass sie harmlos wirken. Aber am Ende des Tages das Problem bleibt, das ist überhaupt nicht angefasst worden. Die Schweiz wirft sich mit diesen Verträgen dem EU-Recht. und der EU-Gerichtsbarkeit den EU-Sanktionen unterwerfen. Das heisst, wir sind nicht mehr frei. Unsere direkte Demokratie ist nicht mehr vorhanden in diesen Bereichen. Und das soll dann gelten in allen auch zukünftigen Vertragsverhältnissen mit der Europäischen Union. Das ist also ein Beitritt, ein EU-Beitritt auf Raten, Abgabe der Souveränität. Und gleichzeitig sollen wir auch noch viel mehr Geld dafür zahlen. Und es kommen EU-Exponenten wie diese Carl Bildt, die uns dann natürlich als Tripp-Rep-Fahrer bezeichnen. Sie können sich vorstellen, was dann läuft. Man wird uns immer mehr reinziehen, wir sind im Begriff, die Schweiz aufzugeben. Meine Damen und Herren, wir sind im Begriff aufzugeben. Und es ist himmeltraurig, dass eine Zeitung wie die Neue Zürcher Zeitung, eine traditionsreiche Schweizer Zeitung, die es schon gab, bevor wir unseren modernen Bundesstaat hatten, dass diese ausgerechnet, diese Zeitung, sich zum Sprachrohr dieser Schweiz… Erledigung dieser Schweizpreisgabe, dieser Schweizabschaffung macht Gegenstück. Oswald Grübel in der Sonntagszeitung, der substanziellste Beitrag jetzt an diesem Wochenende. Und er sagt es deutlich, treten wir der EU bei, glaube ich nicht, dass es die Schweiz in 50 oder 100 Jahren noch gäbe. Sie würde in den Nachbarländern langsam, aber sicher aufgehen. Das ist die Aussage von Grübel. Er hat ja schon oft gesagt, wenn die Schweiz sich an die EU annähern, wird sie ausgeplündert. Er ist für die Neutralitätsinitiative. Er könne zwar nicht abstimmen, ich habe keinen Schweizer Pass, aber wäre ich Schweizer, würde ich ja sagen. Wenn wir die Schweiz erhalten wollen, bleibt uns nichts anderes übrig. Er hat recht, als konsequent neutral zu bleiben. Bezeichnend ist es schon, dass für dieses wichtige Anliegen der bilateralen Verträge der Bundesrat kein Stände mehr braucht. Mit dem Vertrag, dem EU-Vertrag, unterwerfen wir uns ausländischer Gerichtsbarkeit. Als Aussenstehender frage ich mich, wäre eine Zustimmung der erste Schritt zu einer grundlegenden Veränderung neutral sein und gleichzeitig unter EU-Gerichtsbarkeit stehen? Geht nicht. Die Schweiz, wie wir sie kennen, würde es dann nicht mehr geben. Das ist die Situation, klar erkannt von Oswald Gröbel-Fallmoretti. Und die brennende Bar von Grand Montana, da werden ja intensive Recherchen jetzt vorgelegt. Alle Befunde, die ich damals, glaube ich, am 2. Januar in meiner Sendung gemacht habe, Spezialsendung, das hat sich alles bestätigt. Es ist ein krimineller Akt. Das französische Betreiberpaar hat betrogen. Die Verantwortung, dass überhaupt so etwas passieren… konnte, dass so etwas nicht aus dem Verkehr gezogen wurde, trifft ein Teil der Verantwortung, trifft natürlich auch die Gemeinde in Gran Montana. Sehr verwirrliche Verquickungen, aber am Ende ist es ganz einfach. Man hat einfach den Job nicht gemacht und man hat da ein mutmasslich kriminelles Betreiberpaar einfach gewähren lassen. Der Schweizer Geheimdienst warnt vor Handel mit China. Das greifen natürlich die Linken begierig auf. Ich bin ein Verfechter, ein Verteidiger dieses neu ausgehandelten, aktualisierten Freihandelsabkommens mit China. Und in der NZZ am Sonntag ist ein weiterer EU-Turbo, ein EU-Beitritts- und Unterwerfungsbefürworter ganz gross im Spiel, nämlich ein Professor der Hochschule in der… Das IMD in Lausanne, ein Wirtschaftsprofessor, der sich Sorgen macht über den relativen Abstieg der Schweiz in wirtschaftlicher Hinsicht. Und sein Credo lautet dann, dass man eben sich der EU unterwerfen müsse. Dies übrigens auch der Tenor eines neuen Kolonisten der NZZ am Sonntag. ein Wirtschaftsprofessor, der bei der Aufzählung der grundlegenden Vorteile der Schweiz, der Wettbewerbsvorteile, die wichtigsten gar nicht nennt. Er sagt ja Fleisse, Rechtssicherheit, relativ massvolle Steuern und so weiter. Aber das Entscheidende, und das ist ja auch bezeichnend, dass das nicht mehr erkannt wird, die wirtschaftspolitischen Erfolgsfaktoren der Schweiz, das ist in erster Linie und vor allem andere ihre Staatsform. Die Staatsform der direkten Demokratie, der Bürger ist der Chef. Antizentralismus, Kantonlichkeit, Föderalismus, die Entscheidungen werden dort getroffen, wo sie sich auch am meisten auswirken und drittens natürlich immer während der bewaffneten Neutralität. Dadurch, dass die Schweiz sich mit dieser klugen, strikten, glaubwürdigen Politik aus Weltkriegen herausgehalten hat und man muss sich auch aus dem aktuellen Weltkrieg heraushalten, dadurch ist sie überhaupt zur Vermögensbildung und Vermögensanziehung. in der Lage gewesen. Und das wird heute, meine Damen und Herren, viel zu wenig gesehen. Wir müssen das noch entschiedener und deutlicher nach vorne bringen. Umso mehr, als die Gegner der Initiative keine Argumente haben, sondern nur Beleidigungen. Sie schreien um sich. Putin-Initiative, fünfte Kolonne, Faschismus. Ja, ich meine, sie entblöden sich nicht einmal, verfechten diese Neutralitätsinitiative, als Faschisten zu bezeichnen. Ich meine, wie blöd. Kann man eigentlich sein, meine Damen und Herren. Und allein dies sollte Ihnen doch zeigen, und jetzt auch diese zunehmende Einmischung von Politikern aus der Europäischen Union, dass diese Neutralität etwas ganz Wichtiges ist und dass wir das unbedingt verteidigen müssen um den heiligen Gral der Schweiz, nämlich ihre Unabhängigkeit, das heisst ihre Volksrechte, ihre Rechte, dass wir die auch in Zukunft verteidigen. Und ohne Neutralität ist das futsch. Gehen wir auf, werden wir reingezogen und Ignazio Gassis, den ich damals noch auch gewählt habe, mitgewählt habe, um Himmels Willen, dieser Ignazio Gassis, er ist leider nicht der Mann, der hier auf die Barrikaden steigt und entsprechend dagegen hält, um diese schweizerische Errungenschaft, um die Schweiz zu verteidigen. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. Es kommt gleich die internationale Ausgabe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst… niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.