Wie entscheidende Tore gehen, hat Haris Tabakovic in der vergangenen Saison gezeigt. Vor allem hat er belegt, dass er sie schießen kann. Erst mit seinem 1:1 und dem später folgenden erfolgreichen Elfmeterschuss, der Italien aus der WM und Bosnien hinein katapultierte in das Turnier in Übersee. Und dann, als er mit seinem 1:0-Siegtor gegen Borussia Dortmund, einem von 15 Treffern in 35 Pflichtspielen für Borussia Mönchengladbach, den Verbleib seines Arbeitgebers in der Bundesliga endgültig sicherte.
Trotz seiner Tore, die letztlich dafür sorgten, dass Borussias Sorgen nicht noch größer waren, entschied sich Gladbach, Tabakovic nicht zu verpflichten. Fünf Millionen Euro forderte die TSG Hoffenheim, von der Tabakovic ausgeliehen war. RB Salzburg bezahlte das Geld. Es war eine offenbar lohnende Investition. Denn Tabakovic tut, was er auch in Gladbach tat – er macht wichtige Tore.
Gegen Pafos FC aus Zypern schoss er in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation als Joker erst den 1:0-Hinspiel-Sieg heraus, dann erzielte er beim 3:3 alle drei Tore. „Torbakovic“, tauften ihn die Medien prompt.
Im Play-off-Hinspiel beim 1:0-Erfolg gegen Mjällby traf er nicht. Aber er ist sicher bereit, am Donnerstag im Rückspiel dabei zu helfen, den Einzug in die Ligaphase klar zu machen. 4,3 Millionen Euro Startgeld gibt es da. Bei erfolgreicher Quali hätte Tabakovic dank seiner Tore den Großteil seiner Ablösesumme schon wieder reingespielt.
RB-Trainer Danny Röhl hat den 1,96-Meter-Mann als „Schlüsselfigur“ eingeplant bei dem Ansinnen, nach drei Jahren endlich wieder den Meistertitel zu holen. Mit seinen Toren auf dem internationalen Parkett belegt Tabakovic, dass er so eine sein kann. In der österreichischen Bundesliga ist er noch ohne Treffer, im letzten Spiel gegen die WSG Tirol wurde er über 90 Minuten geschont, um bereit zu sein für das bis hierhin wichtigste Spiel der Saison.
Die Tabakovic-Geschichte ist beruhigend für Lidberg
Seine Geschichte in Gladbach ist nebenbei eine beruhigende für den neuen schwedischen Stürmer Isac Lidberg. Der blieb im Pokalspiel bei Schott Mainz ohne Tore und blass, so war es auch bei Tabakovic. Der begann erst im vierten Spiel mit der Torproduktion, in Leverkusen sicherte er bei Eugen Polanskis Trainerdebüt in letzter Sekunde ein 1:1.
Sein damit begonnener Torlauf (sieben Tore in acht Spielen) legte die Basis für den Verbleib in der Bundesliga. Nun hoffen die Salzburger auf seine Tore für den Titel und tolle Nächte in Europa. Und Lidberg weiß, dass ein Stürmer, der als Back-up von Tim Kleindienst geholt wurde, trotz eines misslichen Pokalstarts einschlagen kann.
Parallelen zu Gladbach gibt es auch bei Jonas Omlin. Nur, dass es beim Torwart eine unschöne Geschichte ist, die sich fortsetzt. Am Niederrhein kam er insgesamt auf fast 400 Fehltage, seit er Anfang 2023 als Ersatz von Yann Sommer, der zum FC Bayern ging, geholt wurde.
Ex-Gladbacher: Sein Körper belehrt Omlin eines Besseren
„Ich bin fit, ich bin bereit“, ließ Omlin nach seiner Rückkehr zum FC Basel wissen, nachdem er seine Leihe zu Bayer Leverkusen verletzungsfrei hinter sich gebracht hatte. Doch sein Körper belehrt ihn aktuell mal wieder eines Besseren. Ein Spiel hat er für Basel gemacht – eines von fünf möglichen. Einmal war er krank, aktuell hat er Oberschenkelprobleme, „Rückkehr unbekannt“ heißt es beim Portal „transfermarkt.de“
Dass sein einziger Einsatz die einzige Niederlage der bisherigen Saison für Basel brachte, „rundet“ die traurige Geschichte regelrecht ab. Die Nummer zwei Mirko Salvi ist gerade dabei, zu tun, was in Gladbach Moritz Nicolas tat: Er macht Omlin den Platz als erster Torwart streitig. Für Omlins Geschmack ist es ganz sicher zu viel Altbekanntes.