Weltweit mehr als 23.000 Grossflugzeuge verbrauchen jährlich rund 350 Milliarden Liter Treibstoff und verursachen etwa 3 % der CO₂-Emissionen. Für Langstreckenflüge über 4.000 km fehlen Alternativen zu flüssigen Kraftstoffen mit hoher Energiedichte.

ASTM hat Methanol als Rohstoff für den Alcohol-to-Jet-Pfad anerkannt. Die Komponenten dürfen mit mindestens 50 Volumenprozent konventionellem Kerosin gemischt werden. Der Kraftstoff ist mit bestehenden Flugzeugen, Triebwerken und Infrastruktur kompatibel.

Fortschritte im Projekt SAFari

Für das vom Bundesministerium für Verkehr geförderte Projekt SAFari ist dies ein wichtiger Schritt. Die überarbeitete ASTM D7566 Annex 5 wurde am 30. Juli 2026 veröffentlicht. Ziel ist ein effizienter Methanol-basierter SAF-Prozess zur Defossilisierung der Luftfahrt.

Die Partner nutzten für kleine Kraftstoffmengen ein Prescreening-Verfahren des DLR. Es prüft, ob der Kraftstoff die ASTM-Anforderungen erfüllt. Die Ergebnisse flossen in die Prozess- und Katalysatorentwicklung ein.

Nachhaltige Methanolproduktion für die Luftfahrt

MTJ-Technologien nutzen nachhaltiges Methanol aus biogenen Quellen oder aus Wasserstoff und abgeschiedenem CO₂. Methanol wird zu Olefinen umgewandelt und durch Oligomerisierung sowie Hydrierung zu stabilen Paraffinen für die Luftfahrt.

Fraunhofer-ISE-Bereichsleiter Dr. Elias Frei erklärte, massgeschneiderte Katalysatoren sowie Stoff- und Wärmerückführungen zielten auf eine SAF-Ausbeute von über 85 Gewichtsprozent. Die ASTM-Qualifizierung überwinde eine zentrale Hürde für Demonstration und Skalierung.

Nun stehen Prozessoptimierung und Skalierung im Mittelpunkt. Projektleiter Dr. Franz Mantei sieht für den europäischen Luftverkehr durch Quoten ein Potenzial von 40 Mio. Tonnen pro Jahr im Jahr 2050.

Das seit 1. Dezember 2022 für sechs Jahre geförderte Konsortium umfasst Fraunhofer ISE, DLR, BP Europa, Clariant, Technip Energies, Südzucker, BDL und Airbus Helicopters. Es bildet die Wertschöpfungskette ab.