Sabotagewelle befürchtet
Geheimdienst von EU-Land warnt vor Angriffen auf Rüstungsfirmen
03.09.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Drohnenverbotszone in Dänemark (Archivbild): Das Land hatte schon im Vorjahr zahlreiche Zwischenfälle erlebt. (Quelle: IMAGO/Kristian Tuxen Ladegaard Berg/imago)
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Nicht nur Deutschland erlebt derzeit eine Sabotagewelle. Auch in Dänemark werden neue Attacken auf die Infrastruktur befürchtet.
Der dänische Geheimdienst hat vor russischen Sabotageakten in dem skandinavischen Land gewarnt. Moskau bereite „aktiv Sabotageakte vor, die auf die Verteidigungsindustrie in Dänemark abzielen“, sagte der Leiter der Spionageabwehr beim dänischen Geheimdienst PET, Emil Graesholm, der Tageszeitung „Berlingske“. Die Dienste des russischen Staatschefs Wladimir Putin versuchen demnach, „ganz normale Dänen“ anzuwerben. Fachleute sprechen von Wegweragenten.
Die Aufträge der russischen Behörden können Graesholm zufolge darin bestehen, Fotos zu machen, die Zugangs- und Sicherheitsbedingungen rund um eine Anlage zu prüfen und darüber zu berichten. „Wir sprechen über diese Methoden, weil sie nicht wie ein Spionagefilm aussehen müssen“, betonte er im Interview mit „Berlingske“.
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Dänemark zählt zu den entschiedenen Unterstützern der Ukraine. Unter anderem lässt ein ukrainischer Drohnenhersteller dort Treibstoff für die Fluggeräte fertigen.
Putin begreift EU als sicheres Hinterland der Ukraine
Dänemark hatte bereits im Vorjahr im Umfeld eines informellen EU-Gipfels in Kopenhagen eine Zunahme von Drohnenattacken erlebt. Zuletzt erregten zahlreiche Zwischenfälle in Deutschland Aufsehen. Für den Sicherheitsexperten Joachim Krause von der Universität Kiel kein Zufall. „Die aktuelle Zuspitzung hat nicht allein mit den Wahlen in Deutschland zu tun, sondern vor allem mit der Ausweitung des Krieges in der Ukraine“, sagte Krause t-online.
So nehmen die hybriden Attacken nicht allein in Deutschland zu, auch Polen und Rumänien melden Zwischenfälle. Putin versteht die EU-Staaten als sicheres Hinterland der Ukraine, über den Flughafen Leipzig/Halle verlaufen wichtige Nachschublinien. Krause sagte t-online: „Die Ukraine attackiert Ziele in Russlands Hinterland, nun schlägt Putin zurück, auch gegen die Unterstützer der Ukraine. Das sind Angriffe auf die Infrastruktur wie Umspannwerke, oder Attacken auf Rüstungsfabriken und Nachschublinien.“
So warnen auch die dänischen Behörden. Es sei „von grundlegender Bedeutung“, dass die dänische Verteidigungsindustrie „die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreift, damit sie in der Lage ist, sich zu schützen“, sagte Graesholm dem dänischen Fernsehsender TV2. „Viele Akteure in diesem Bereich arbeiten bereits aktiv daran“, fügte er hinzu.
Der Geheimdienst PET hatte bereits 2024 erklärt, dass die russische Bedrohung gegen Dänemark zugenommen habe. Moskau war zuletzt vorgeworfen worden, seine Sabotageakte gegen europäische Unterstützer der Ukraine verstärkt zu haben. Am Dienstag machte die Bundesregierung Russland für den Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und verhängte Strafmaßnahmen.

