„Europe’s Most Wanted“
Europas meistgesuchte Verbrecher: Zwei kommen aus Deutschland
04.09.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Hassan Fayas Gyndy (l.) und Wolodymyr Viktorowytsch Tymoschuk: Die beiden Männer werden von den deutschen Behörden gesucht.
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Wer auf der Fahndungsliste „Europe’s Most Wanted“ steht, gilt als gefährlich – und hat schwere Straftaten begangen. Zwei Namen aus Deutschland stehen darauf.
Mit einem prominenten Warnhinweis ist die Liste der meistgesuchten Straftäter in der EU versehen: „Alle auf dieser Webseite gezeigten Flüchtigen sind als gefährlich einzustufen. Nähern Sie sich ihnen nicht.“ Darunter folgen zahlreiche Fotos von Männern und einigen wenigen Frauen. Teilweise versuchen die Behörden seit Jahren, ihnen auf die Spur zu kommen. Sie haben gemordet, anderen Menschen großes Leid zugefügt und riesige wirtschaftliche Schäden angerichtet. Auch zwei von Deutschland gesuchte Männer sind auf der Liste „Europe’s Most Wanted“.
Wolodymyr Viktorowytsch Tymoschuk wird inzwischen weltweit gesucht. Der 29-Jährige gebürtige Ukrainer steht im Verdacht, der mutmaßliche Anführer einer international aktiven, mit einer größeren Hacker-Gruppe kooperierenden Partnerorganisation zu sein, teilten Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizei Reutlingen mit.
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Ihm wird vorgeworfen, mithilfe von Schadsoftware sensible Daten von über 300 Unternehmen gestohlen zu haben, um Lösegeld zu erpressen. Der Schaden wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.
Laut den Behörden wird der 29-Jährige auch von der US-Regierung gesucht. Diese habe eine hohe Belohnung für seine Ergreifung ausgelobt. Der Aufenthaltsort des Cyberkriminellen sei unbekannt, er sei untergetaucht. Hinweise können per E-Mail an tips@cybercrime-es.org oder telefonisch bei der Kripo Esslingen unter 0711 3990-0 abgegeben werden.
Fahndung: Mann aus Köln soll seine Tochter ermordet haben
Ebenfalls auf der Liste „Europe’s Most Wanted“ steht Hassan Fayas Gyndy aus Köln. Dem Deutschen, der der jesidischen Glaubensgemeinschaft angehört, wird Mord vorgeworfen. Laut Polizei soll er am Abend des 4. Januars 2017 in Köln seine schwangere, 19 Jahre alte Tochter getötet haben. Er soll mit dem Lebensstil der 19-Jährigen nicht einverstanden gewesen sein. Zudem erwartete die junge Frau ein Kind von einem Angehörigen einer anderen Religionsgemeinschaft.
Die 19-Jährige soll ihrem Vater angekündigt haben, in einem Frauenhaus Zuflucht suchen zu wollen, woraufhin er ihr angeboten habe, sie dorthin zu fahren. Beide verließen laut Polizei gemeinsam das Elternhaus. Später habe Gyndy seine Tochter in einem Gebüsch nahe dem Höhenberger Ring in Köln getötet.
Ein letzter Anruf aus dem Irak – seitdem keine Spur
Nach der Tat floh Gyndy laut den Behörden in den Irak. Er habe von dort aus die Polizei kontaktiert und mitgeteilt, wo die Leiche seiner Tochter zu finden sei. Danach tauchte er unter, sein derzeitiger Aufenthaltsort ist der Polizei nicht bekannt.

