Abschiebungen

Dieser EU-Staat setzt auf das Ruanda-Modell

04.09.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen setzt auf einen harten Kurs in der Asylpolitik. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Jonathan Raa/imago)

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Dänemark weist abgelehnte Asylbewerber künftig nach Ruanda aus. Auch der deutsche Innenminister Dobrindt setzt auf das Modell.

Dänemark will abgelehnte Asylbewerber ab 2027 in Abschiebezentren außerhalb Europas schicken. „Von dänischer Seite gehen wir davon aus, dass wir bis Ende nächsten Jahres bereit sein werden, die ersten Ausländer in ein Partnerland zu schicken“, erklärte der dänische Migrationsminister Morten Bödskov am Freitag. Zusammen mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kollegen aus Österreich, den Niederlanden und Griechenland beriet er am Freitag über die Einrichtung solcher Abschiebezentren außerhalb der EU.

„Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem effizienteren Asyl- und Migrationssystem“, betonte Bödskov. „Wir akzeptieren nicht, dass sich Ausländer, die sich illegal in Dänemark aufhalten, unsere Schwierigkeiten bei ihrer Rückführung zunutze machen.“

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Vergangene Woche hatten Vertreter Deutschlands und der anderen an dem Treffen in Kopenhagen beteiligten Staaten in Ruanda laut der dortigen Regierung Gespräche über die Einrichtung von Abschiebezentren geführt. Daneben wird auch Uganda als ein mögliches Land genannt.

Neues EU-Recht greift seit Sommer

Die Kinderschutzorganisation Save the Children hat die Bundesregierung aufgefordert, Pläne für Abschiebezentren außerhalb der EU zu stoppen. „Die geplanten Rückführungszentren in Drittstaaten sind Orte der Unsicherheit und bergen die Gefahr massiver Kinderrechtsverletzungen“, erklärte der Geschäftsführer der Organisation in Deutschland, Florian Westphal, am Freitag. In solchen Zentren in Ländern, die selbst keine ausreichende Grundversorgung hätten, drohten menschenunwürdige Zustände durch mangelnde Gesundheitsversorgung, geringen Kinderschutz und unzureichende Bildung.

Die Unterhändler von EU-Parlament und Mitgliedstaaten hatten sich Anfang Juni auf eine Rückführungsverordnung geeinigt, mit der mehr Abschiebungen aus der EU ermöglicht werden sollen. Das neue gemeinsame europäische Asylsystem (GEAS) greift seit Sommer. Es beendete ein Jahrzehnt an Debatten über die Migrationspolitik. Doch hatte ein Ansturm von Geflüchteten auf die spanische Exklave Ceuta im vergangenen Monat erneut zu heftigen Debatten unter den EU-Staaten geführt.

Großbritannien hatte 2022 unter der damaligen konservativen Regierung mit Ruanda ein Abkommen darüber geschlossen, Migranten ohne Papiere aufzunehmen, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien gekommen waren. Die inzwischen regierende Labour-Partei strich 2024 die Vereinbarung, die vom britischen Obersten Gerichtshof als „illegal“ eingeordnet worden war.