Der europäische Futtermittelsektor könnte in den kommenden Monaten mit einem erhöhten Druck auf die Rohstoffverfügbarkeit konfrontiert werden. Dies erklärt der europäische Branchenverband FEFAC in einem Bericht. erste Rezension Die Folgen der Dürre und Hitzewellen in verschiedenen Teilen Europas sind besorgniserregend. Laut der Organisation stellen insbesondere Engpässe bei Raufutter und Sommergetreide ein Risiko dar.
Die Folgen sind in der Rinderhaltung am deutlichsten zu spüren. Aufgrund der geringen Raufutterernte greifen Landwirte mancherorts bereits auf Wintervorräte zurück. Die erwartete niedrigere Maisernte in Europa könnte die Verfügbarkeit von Körnermais und Silomais zusätzlich verknappen.
Fefac rechnet damit, dass die EU in der neuen Vermarktungssaison zusätzlich über 7 Millionen Tonnen Mais importieren muss. Damit würde der Gesamtimportbedarf auf über 26 Millionen Tonnen steigen. Die Organisation setzt sich daher für offene Handelswege und einen breiteren Zugang zu Rohstoffen aus Drittländern ein.
Alternative Ballaststoff- und Proteinquellen
Laut Fefac könnten alternative Ballaststoff- und Proteinquellen an Bedeutung gewinnen. Die Organisation nennt unter anderem Palmkernmehl, Rübenschnitzel und Brennereirückstände (DDGS) als mögliche Ergänzungen, um dem Rohfasermangel entgegenzuwirken. Zudem könnte eine geringere Rohfaserproduktion den europäischen Mangel an proteinreichen Rohstoffen verschärfen und die Nachfrage nach importierten Sojaprodukten erhöhen.
Futterversorgungsniveau aufrechterhalten
Fefac fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten zu vorübergehenden Maßnahmen auf, um die Futtermittelversorgung aufrechtzuerhalten. In diesem Zusammenhang schlägt die Organisation unter anderem Erleichterungen für bestimmte Rohstoffe, Transporte und Biofutter vor. Längerfristig setzt sich Fefac für verstärkte Investitionen in dürreresistente Nutzpflanzen sowie in Lager- und Transportinfrastruktur ein, um die Widerstandsfähigkeit der europäischen Futtermittelversorgung zu stärken.