Der historische Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt weit über Deutschland hinaus für Reaktionen. Vor allem Vertreter rechter und konservativer Parteien in Europa sehen im Ergebnis ein Signal für einen politischen Kurswechsel.
«Eine Riesen-Wahlnacht für Deutschland und Europa», schrieb der frühere ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán. Er gratulierte Alice Weidel, Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und der AfD zum «Erdrutschsieg» und fügte hinzu: «Haltet euch fest! Das ist erst der Anfang.»

Viktor Orbán spricht an einem Fidesz-Parteikongress in Budapest
Zoltan Mathe/AP/Keystone
Ähnlich euphorisch reagierte Italiens Vize-Regierungschef Matteo Salvini. Der Lega-Chef sprach von einem «grossen Erfolg», der zeige, wie stark der Wunsch nach «Veränderung, Sicherheit und Arbeit» sei. Die Warnungen vor einem AfD-Sieg wies er zurück: «Angst? Terror? Drohungen? Nein. Das nennt man Demokratie.»
FPÖ-Chef Herbert Kickl bezeichnete das Ergebnis als «demokratisches Machtwort des Souveräns». Die Wähler hätten nicht nur die AfD gewählt, sondern die «versammelte Front der Systemparteien abgewählt». Für Kickl ist der Erfolg der «Anfang vom Ende der Brandmauer». Auch Spaniens Vox-Chef Santiago Abascal gratulierte Weidel und Siegmund zu einem «spektakulären Ergebnis», das «grosse Hoffnung für Deutschland und Europa» bedeute.
Aus den USA kam ebenfalls ein Signal: Präsident Donald Trump verbreitete auf Truth Social eine Grafik mit dem Wahlergebnis – kommentarlos. Sein früherer Deutschland-Botschafter Richard Grenell wurde deutlicher: «Ein grosser Sieg und ein neuer Tag in Deutschland.»
Ganz anders klang es bei Polens Regierungschef Donald Tusk: «In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen.» Frankreichs Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon sprach gar von einer «Katastrophe»: «Die extreme Rechte ist nach Deutschland zurückgekehrt.»
Die ungewöhnlich zahlreichen Reaktionen zeigen: Sachsen-Anhalt wird im Ausland längst nicht mehr als blosse deutsche Regionalwahl betrachtet.