Seit einiger Zeit wird viel über Batteriespeicher geredet. Mittlerweile werden sie in Europa auch verstärkt installiert, wie der aktuelle „Electrical Energy Storage (EES) Report©“ von EUPD Research zeigt. Darin wird für dieses Jahr von einem Volumen von 57 Gigawattstunden an Batteriespeichern ausgegangen. Gegenüber dem Zubau von 32 Gigawattstunden im vergangenen Jahr wäre dies ein Anstieg um 78 Prozent. Das Marktwachstum in Europa werde dabei von Deutschland, Bulgarien, Italien, das Vereinigte Königreich (UK) und Spanien angeführt, so der EUPD-Bericht.
Dabei unterscheiden sich auch die führenden Märkte. Für Deutschland und Italien verweist EUPD Research auf die „ausgereiften Installateur-Ökosystemen und etablierten politischen Rahmenbedingungen“, die das Wachstum treiben. Im Vereinigten Königreich und Spanien werde der Ausbau vor allem durch „Front-of-the-Meter“-Projekte bestimmt. Beim Aufstieg Bulgariens zu einem der führenden Speichermärkte in Europa betonen die Bonner Analysten vor allem die transformative Wirkung der EU-Konjunkturhilfeprogramme, die sich in einer zunehmenden Dynamik in Mittel- und Südosteuropa niederschlugen.
Die steigende Nachfrage wird insgesamt durch die sinkenden Batteriespeicherkosten, hohe Strompreise sowie die Maximierung von Eigenverbrauch und Senkung der Stromkosten durch Photovoltaik-Speicher-Kombinationen getrieben. Letzteres gilt vor allem für den privaten sowie gewerblichen und industriellen Bereich. Bei großen Batteriespeichern bestünden hingegen weiterhin Herausforderungen beim Netzanschluss und den Genehmigungsverfahren. Zugleich sieht EUPD Research verbesserte Marktchancen und hilfreiche politische Rahmenbedingungen, die auch dieses Segment wachsen lassen.

Fox ESS und Sigenergy erwartet EUPD Research bis zum Jahresende als führende Anbieter für Heimspeicher-Lösungen in Europa. | Quelle: Residential Storage Market Share (Europe) – 2026 (Europe) – H1 2026
Photovoltaik-Heimspeicher blieben jedoch der „stärkste Wachstumsmotor“ auf dem europäischen Speichermarkt. Die installierte Kapazität werde in diesem Jahr voraussichtlich von 11 auf 15 Gigawattstunden und damit um rund 36 Prozent wachsen. In diesem Bereich verzeichnet Deutschland europaweit den größten Zubau. Dahinter folgen Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Österreich, wie es in dem Bericht heißt. Die verbauten Batteriespeicher kommen dabei hauptsächlich von chinesischen Anbietern, Allein BYD und Huawei deckten zusammen mehr als 30 Prozent der Nachfrage. Auch Sungrow und Fox ESS bezeichnet EUPD Research als führende Marken. Im ersten Halbjahr 2026 attestierten die Bonner Analysten vor allem Fox ESS und Sigenergy ein starkes Wachstum. Es sei davon auszugehen, dass sie mit Blick auf das Gesamtjahr die führenden Anbieter in Europa sein werden, wenn es um Heimspeicher geht. Dabei zeige sich auch, dass sich der Wettbewerb zunehmend von der reinen Batteriespeicher-Hardware hin zu intelligenten Energielösungen verlagere. In den ersten sechs Monate erreichten demnach Fox ESS, Huawei, BYD und Sigenergy die größten Marktanteile.