Die EU baut ihre Zusammenarbeit mit Grönland aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnete bei einem Besuch in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eine Erklärung zur Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Arktisinsel. Diese werde »neue Chancen schaffen und zu einer starken und engagierten EU in Grönland und in der Arktis führen«, sagte von der Leyen. Zudem kündigte sie Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro an.
Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr investiert werden und unter anderem die Erschließung kritischer Rohstoffe sowie den Ausbau von sicheren Internetverbindungen über Satelliten und Unterseekabel voranbringen. Einen Teil der Mittel soll die grönländische Regierung zudem nutzen können, um ihre Verwaltungskapazitäten auszubauen. Überdies ist die Vorbereitung von Programmen für nachhaltigen Tourismus und Wohnungsbau vorgesehen.
EU und Grönland wollen gemeinsam gegen hybride Bedrohungen vorgehen
Laut der Erklärung soll außerdem künftig bei der Cybersicherheit, dem Schutz kritischer Infrastruktur und dem Kampf gegen hybride Bedrohungen enger zusammengearbeitet werden. Zu letzteren werden auch Desinformationskampagnen und andere Versuche der Einflussnahme von außen gerechnet. Der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen sagte während einer Pressekonferenz, Grönland brauche die Europäische Union und die EU brauche Grönland.
© Lea Dohle
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Von der Leyen wiederholte in Nuuk, über die Zukunft Grönlands sollten die Menschen in Grönland und in Dänemark entscheiden und »niemand sonst«. Die Arktis sei zu einem der Orte geworden, »an denen die tektonischen Platten der Geopolitik aufeinanderprallen«, so die Kommissionspräsidentin. Die EU werde deswegen im Herbst ihre Arktisstrategie vorstellen für »eine stärkere Partnerschaft mit Europas nördlicher Nachbarschaft«.
Grönland ist als autonome Region ein Teil des Königreichs Dänemark, nicht aber der EU. Die riesige Arktisinsel war Anfang des Jahres wegen der wiederholten Übernahmedrohungen durch US-Präsident Donald Trump in den Fokus gerückt. Dänemark und die EU wiesen diese Vorstöße zurück.
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