Elf Stunden Zugfahrt durch die Schweiz und Österreich – vorbei an schneebedeckten Gipfeln – führten Karen Elsäßer vom Hochrhein-Gymnasium an ihr Ziel: Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens. Im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ verbrachte die Schülerin der Kursstufe 1 zwei Wochen am Gimnazija Želimlje, einem katholischen Gymnasium mit Internat, rund 20 Kilometer außerhalb der Hauptstadt.

Der Austausch war zugleich eine Premiere: Es handelte sich um den ersten Erasmus+-Austausch des Hochrhein-Gymnasiums mit Slowenien. Zunächst waren zwei Schülerinnen aus Želimlje zu Gast in Waldshut-Tiengen, bevor Karen für zwei Wochen zu ihrer Gastschwester nach Slowenien reiste.

Dorf mit nur 40 Einwohnern

Untergebracht war die Schülerin in einer Gastfamilie im winzigen Dorf Veliki Lipoglav mit nur etwa 40 Einwohnern. „Trotz der Abgeschiedenheit ist man in rund 30 Minuten in der Hauptstadt“, berichtet sie. Ihre Austauschpartnerin Nežka besucht ein katholisches Internat und wohnt normalerweise auch dort – zusammen mit zwei weiteren Schülerinnen in einem kleinen Zimmer. Während des Besuchs lebten beide im Haus der Gastfamilie.

Der Unterricht erinnerte Karen stark an das deutsche System: „Wir hatten täglich sieben Stunden, dabei aber keinen Nachmittagsunterricht.“ Eine Besonderheit: Der Tag beginnt gemeinschaftlich mit dem „Vater Unser“. In der Mensa des Internats werden Lunch und Mittagessen angeboten. Respekt gegenüber Lehrkräften wird sichtbar gelebt: „Zu Beginn jeder Stunde stehen alle auf und setzen sich erst, wenn es erlaubt wird“, schildert Karen ihre Eindrücke.

Unterrichtssprache ist natürlich Slowenisch – mit Ausnahme der Fremdsprachen. Dennoch fühlte sie sich im Klassenverband gut aufgenommen: „Die Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die Lehrkräfte haben viel auf Englisch, teils auch auf Deutsch mit mir gesprochen.“

Keine Teller beim Mittagessen

Kulinarisch bot Slowenien für die Gymnasiastin Spannendes und Vertrautes zugleich. Während das Mittagessen dem Deutschen recht ähnlich ist, bot das Frühstück eine Besonderheit: die Slowenen verwenden keine Teller: „Man spart sich so das Decken und den Abwasch, hieß es. Ungewöhnlich – aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.“ Was bleibt, ist die Erinnerung an große Herzlichkeit und Offenheit in Familie und Schule.

Auch landschaftlich hat Slowenien Eindruck hinterlassen. Schon am ersten Tag besuchte Karen die Stadt Bled mit ihrem smaragdgrünen See und der darin liegenden Insel – einzigartig im Land. Der Aufstieg, welcher sich über rund 200 Höhenmeter hinzog, belohnte am Ende mit einer spektakulären Aussicht.

Ein weiterer Ausflug führte außerdem nach Piran an der Adria: pastellfarbene Fassaden, gepflasterte Gassen, Weitblick über das Meer. „Es hat mich sehr an Italien erinnert – bei klarer Sicht haben wir sogar die italienischen Alpen in rund 100 Kilometern Entfernung gesehen.“

Das Fazit von Karin Elsäßer fällt eindeutig aus: „Ich konnte eine neue Kultur kennenlernen, tolle Menschen treffen und ein wunderschönes Land erkunden. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte.“

Erasmus+ eröffnet Schülerinnen und Schülern des Hochrhein-Gymnasiums Lern- und Lebenserfahrungen jenseits des Klassenzimmers – mit Einblicken in andere Bildungssysteme, gestärkten Sprachkenntnissen und neuen Perspektiven auf Europa. Der erfolgreiche erste Austausch mit Slowenien macht Lust auf weitere Projekte dieser Art.

Alexander Maus

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