{"id":1106,"date":"2026-03-30T14:11:21","date_gmt":"2026-03-30T14:11:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/1106\/"},"modified":"2026-03-30T14:11:21","modified_gmt":"2026-03-30T14:11:21","slug":"neue-rechenzentren-in-brandenburg-sollen-europa-digital-unabhaengiger-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/1106\/","title":{"rendered":"Neue Rechenzentren in Brandenburg sollen Europa digital unabh\u00e4ngiger machen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/aws-logo-100.jpg\" alt=\"Menschen gehen vor einem &quot;aws&quot;-Logo.\" title=\"Menschen gehen vor einem &quot;aws&quot;-Logo. | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 16.01.2026 \u2022 11:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Die digitale Infrastruktur in Europa ist abh\u00e4ngig von den USA. Das soll sich in politisch unsicheren Zeiten \u00e4ndern &#8211; etwa mit einer &#8222;souver\u00e4nen Cloud&#8220;, deren Zentrale in Brandenburg gebaut wird. Doch dahinter steht ein Ableger eines US-Konzerns.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/kartschall-andre-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Andre Kartschall\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/kartschall-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Unabh\u00e4ngigkeit von den USA wird auch in Brandenburg verteidigt. So ungef\u00e4hr k\u00f6nnte die \u00dcberschrift \u00fcber der Veranstaltung im Potsdamer Hasso-Plattner-Institut lauten. In dem ostdeutschen Fl\u00e4chenland sollen die ersten Rechenzentren einer unabh\u00e4ngigen Cloud (&#8222;Wolke&#8220;) entstehen: riesige elektronische Speicheranlagen, auf denen Software und Daten gelagert werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die &#8222;European Sovereign Cloud&#8220; soll von Europ\u00e4ern, f\u00fcr Europ\u00e4er und in Europa errichtet werden. Ein Zugriff, oder gar ein Abschalten des Systems durch die USA soll ausgeschlossen sein. Das ist das Ziel des Projekts. In den kommenden Jahren sind zwei neue Rechenzentren in Brandenburg daf\u00fcr geplant.<\/p>\n<p>    R\u00fcckgrat der Wirtschaft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kaum ein mittleres oder gro\u00dfes Unternehmen kommt mittlerweile noch ohne Cloud-Computing aus. Das Thema &#8222;digitale Souver\u00e4nit\u00e4t&#8220; hat besonders an Bedeutung gewonnen, seit Donald Trump Pr\u00e4sident der USA ist. Konflikte zwischen Europa und Amerika gibt es mehr als genug. Und das Vertrauen, das sich der Partner jenseits des Atlantik stets kooperativ zeigt, ist gesunken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zur Pr\u00e4sentation der Cloud ist auch der Bundesdigitalminister gekommen. Karsten Wildberger (CDU) spricht vom R\u00fcckgrat der modernen Wirtschaft, lobt die Investition am Standort. Deutschlands Rolle als Standort f\u00fcr digitale Infrastruktur in Europa werde gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei Clouds handelt es sich im Grunde um digitale Plattformen, auf denen Unternehmen ihre Produkte speichern k\u00f6nnen. Auch Daten von Kunden werden hier gelagert. Sollte eine Cloud abgeschaltet werden, drohen riesige wirtschaftliche Verluste, Stillstand in der Produktion, der Verlust von Auftr\u00e4gen. Kurzum: Clouds sind kritische Infrastruktur.<\/p>\n<p>    Kritische Infrastruktur<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um diese zu sch\u00fctzen, will Europa eigenst\u00e4ndig werden von den gro\u00dfen Anbietern, die meist in den Vereinigten Staaten oder China beheimatet sind. Das Projekt in Brandenburg ist ein erster gro\u00dfer Schritt. So zumindest beschreiben es Bef\u00fcrworter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kritiker aber weisen darauf hin, wer die Cloud betreibt: AWS, Amazon Web Services &#8211; eine Tochter des US-Technologiekonzerns. Dennoch soll die Cloud unabh\u00e4ngig von den USA betrieben werden. Einflussnahme oder Spionage von Seiten Washingtons sei ausgeschlossen, hei\u00dft es von den Betreibern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mustafa Isik, zust\u00e4ndig f\u00fcr &#8222;Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t&#8220; bei AWS, betont, dass die Cloud in allen ma\u00dfgeblichen Parametern unabh\u00e4ngig von den USA sei. Die Kritik, dass ausgerechnet eine Amazon-Tochter die &#8211; souver\u00e4ne &#8211; europ\u00e4ische Cloud betreiben soll, kontert er so: &#8222;Es gibt keinen Souver\u00e4nit\u00e4tsstandard in dem Sinne.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine komplette Souver\u00e4nit\u00e4t m\u00f6glich?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vielmehr gebe es gute Argumente daf\u00fcr, dass die Cloud halte, was sie verspreche. So st\u00fcnden die Server in Europa. Die Kontrolle \u00fcber die Anlagen sei in der Hand europ\u00e4ischer Mitarbeiter. Die Aufsichtsbeh\u00f6rden seien europ\u00e4isch und vertraglich sei die Unabh\u00e4ngigkeit der Anlage festgeschrieben. Isik sagt: &#8222;Es gibt keine kritischen Abh\u00e4ngigkeiten der European Sovereign Cloud zu Dingen, zu Personal au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele Experten sagen, die Cloud mache durchaus Sinn, wenn Europa unabh\u00e4ngiger werden wolle. Aber eine echte Souver\u00e4nit\u00e4t sei momentan f\u00fcr die EU schlicht nicht realistisch. Dennis-Kenji Kipker vom Cyber Intelligence Institute in Frankfurt am Main etwa sagt: &#8222;Es wird uns in der Europ\u00e4ischen Union nicht m\u00f6glich sein, 100-prozentige Digital-Souver\u00e4nit\u00e4t herzustellen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu gro\u00df sei der technologische und wirtschaftliche Vorsprung der Tech-Giganten aus den USA. Cloud Computing sei ein Markt, der unter Anbietern in Amerika und Fernost aufgeteilt sei. Europa hinke hinterher. &#8222;Das haben wir eben 20 Jahre lang bislang verschlafen&#8220;, sagt Kipker.<\/p>\n<p>    Mehr ist gerade nicht drin<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Branchenverband der digitalen Wirtschaft, Bitkom, sieht die neue L\u00f6sung dennoch weitgehend positiv. AWS, das auch Mitglied bei Bitkom ist, biete eine praktikable L\u00f6sung. Zwar biete die Cloud keine v\u00f6llige Unabh\u00e4ngigkeit von den USA, analysiert Bernhard Rohleder, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bitkom, &#8222;aber es gibt ein Mehr an Sicherheit, ein Mehr an Datenschutz und ein Mehr an digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch mehr sei momentan kaum drin. Die deutsche Wirtschaft sei auf die Produkte nicht-deutscher IT-Unternehmen angewiesen. Laut einer Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen sieht die Mehrheit der Unternehmen hierzulande eine Abh\u00e4ngigkeit vom Ausland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und der Abstand etwa zu den USA sei gigantisch. Rohleder macht das an einem Beispiel fest: &#8222;Die zehn gr\u00f6\u00dften Rechenzentren der USA haben eine Rechenleistung wie alle 40.000 Rechenzentren Deutschlands zusammen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eines aber ist die Errichtung der European Sovereign Cloud in jedem Fall: eine gro\u00dfe Investition in den Standort. AWS plant, in den n\u00e4chsten Jahren 7,8 Milliarden Euro in das Projekt zu stecken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Material von Ronja Bachofer (rbb), Juliane Kowollik (rbb) und Markus Woller (rbb).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.01.2026 \u2022 11:10 Uhr Die digitale Infrastruktur in Europa ist abh\u00e4ngig von den USA. 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