{"id":12147,"date":"2026-04-17T01:16:10","date_gmt":"2026-04-17T01:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/12147\/"},"modified":"2026-04-17T01:16:10","modified_gmt":"2026-04-17T01:16:10","slug":"european-sovereign-cloud-als-ob-der-kanzler-tesla-fahren-wuerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/12147\/","title":{"rendered":"European Sovereign Cloud: Als ob der Kanzler Tesla fahren w\u00fcrde"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2026-04\/european-sovereign-cloud-aws-datenspeicherung-eu-risiken\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1Als ob der Kanzler Tesla fahren w\u00fcrde<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2026-04\/european-sovereign-cloud-aws-datenspeicherung-eu-risiken\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Hat man zu viele Daten in die H\u00e4nde von US-Unternehmen gelegt?<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Daf\u00fcr, dass hier etwas Gro\u00dfes entstehen soll, geht es ganz<br \/>\nsch\u00f6n holprig los. Statt wie geplant feierlich mit dem brandenburgischen<br \/>\nMinisterpr\u00e4sidenten den Spaten in die Erde zu stechen, kann Marten Frontzek an<br \/>\neinem Tag im Februar nur einige Schaubilder an die wei\u00dfe Wand des Gemeindeamts Kleine<br \/>\nElster projizieren.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zu sehen: ein Containerbau. Von dem st\u00e4hlernen Koloss erhofft sich Frontzek neue Einnahmen und Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Region. Noch aber fehlt die endg\u00fcltige<br \/>\nBaugenehmigung. Doch die wird wohl kommen. Und dann kann hier, in der 2.000-Einwohner-Gemeinde<br \/>\nMassen-Niederlausitz, eine gro\u00dfe Frage gekl\u00e4rt werden: Ist es m\u00f6glich, <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a><br \/>\nunabh\u00e4ngiger zu machen \u2013 mit Technik einer Firma aus den USA?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Was hier entstehen soll, nennt der deutsche Digitalminister<br \/>\nKarsten Wildberger (CDU) \u00bbdie Fabriken des 21. Jahrhunderts\u00ab: ein Rechenzentrum.<br \/>\nDavon <a href=\"https:\/\/bmds.bund.de\/aktuelles\/pressemitteilungen\/detail\/bundesregierung-beschliesst-rechenzentrumsstrategie\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">will<\/a><br \/>\nDeutschland deutlich mehr bauen, braucht man die Hallen voller Computerchips doch f\u00fcr<br \/>\ndie digitale Verwaltung ebenso wie f\u00fcr den Betrieb von k\u00fcnstlicher Intelligenz.<br \/>\n\u00bbJedes neue Rechenzentrum in Deutschland st\u00e4rkt unsere digitale Souver\u00e4nit\u00e4t\u00ab,<br \/>\nsagte Wildberger Ende M\u00e4rz. Deutschland und Europa, so kann man das verstehen,<br \/>\nwollen selbst eine digitale Weltmacht werden und dieses Feld nicht komplett den<br \/>\n<a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> \u00fcberlassen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nur: Das Rechenzentrum, das auf dem vereisten Acker in der<br \/>\nNiederlausitz entstehen soll, wird von Amazon gebaut, einem US-Unternehmen. Jedenfalls<br \/>\ngeh\u00f6rt dem Tech-Konzern das Unternehmen, das offiziell baut,<br \/>\ndie AWS European Sovereign Cloud GmbH. Das Versprechen steckt schon im Namen: Ein<br \/>\nUS-Tech-Konzern will hier eine Hochleistungscloud betreiben \u2013 aber<br \/>\neurop\u00e4isch souver\u00e4n.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wer darin einen<br \/>\nWiderspruch wittert, ist nicht allein. Man mag es als gesunden Mittelweg betrachten,<br \/>\ndas Beste aus zwei Welten zu vereinen. Doch gerade darin k\u00f6nnte ein Risiko liegen.\n<\/p>\n<p>        \u00bbKlassisches Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u00ab        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Davor warnt etwa Harald Wehnes. Er ist Professor f\u00fcr<br \/>\nInformatik an der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t W\u00fcrzburg. Au\u00dferdem leitet er den<br \/>\nPr\u00e4sidiumsarbeitskreis \u00bbDigitale Souver\u00e4nit\u00e4t\u00ab der Gesellschaft f\u00fcr Informatik<br \/>\n(GI), die deutschlandweit 17.000 Informatikerinnen und Informatiker vertritt. \u00dcber<br \/>\ndie European Sovereign Cloud in<br \/>\nBrandenburg sagt Wehnes, sie sei \u00bbklassisches Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u00ab. AWS m\u00fcsse schlie\u00dflich US-amerikanische<br \/>\nGesetze befolgen. Und die gestatten es US-Beh\u00f6rden, Daten von US-Muttergesellschaften<br \/>\nanzufordern, auch wenn die betreffenden Daten in Europa l\u00e4gen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Gest\u00fctzt wird Wehnes Kritik durch ein <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/dokumente\/273689-rechtsgutachten-zur-us-rechtslage-zum-weltweiten-datenzugriff-durch-us-behoerden-bei-nutzung-von-cloud-diensten\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Rechtsgutachten<\/a>,<br \/>\ndas im M\u00e4rz 2025 an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln entstand. Es behandelt die Frage,<br \/>\nwie sicher die Daten deutscher Bundesb\u00fcrger sind, wenn sie bei<br \/>\nUS-Cloudanbietern gespeichert werden. Der oder die Verfasserin (der<br \/>\nAutorennamen des Dokuments ist geschw\u00e4rzt) legt darin dar, dass US-Sicherheitsbeh\u00f6rden wie Nachrichtendienste oder Strafverfolgungsbeh\u00f6rden das Recht haben, auf Daten zuzugreifen, auch, wenn ein<br \/>\nUS-Unternehmen eigens zu diesem Zweck eine europ\u00e4ische Tochtergesellschaft<br \/>\ngegr\u00fcndet hat, die den Server betreibt. W\u00fcrde dieses Unternehmen einen Zugriff<br \/>\nauf die Daten technisch ausschlie\u00dfen, k\u00f6nnte das Sanktionen, etwa Geldbu\u00dfen<br \/>\noder strafrechtliche Konsequenzen, durch US-Gerichte f\u00fcr die Muttergesellschaft zur Folge haben.<br \/>\nEin Sprecher des Bundesinnenministeriums <a href=\"https:\/\/background.tagesspiegel.de\/it-und-cybersicherheit\/briefing\/bmi-passt-wegen-cloud-gutachten-geheimschutzregeln-an\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sprach<\/a><br \/>\nnach der Ver\u00f6ffentlichung des Rechtsgutachtens von einem \u00bberheblichen Risiko<br \/>\ndes Datenabflusses\u00ab durch die Nutzung von US-Clouddiensten sowie anderer<br \/>\nAnbieter.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Nat\u00fcrlich intelligent<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">K\u00fcnstliche Intelligenz ist die wichtigste Technologie unserer Zeit. Aber auch ein riesiger Hype. Wie man echte Durchbr\u00fcche von hohlen Versprechungen unterscheidet, lesen Sie in unserem KI-Newsletter.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Und das ist nicht alles. Wehnes sieht auch praktische Probleme,<br \/>\nwas die Wartung und den<br \/>\nSupport der Cloud angehe. Die Software w\u00fcrde in den USA entwickelt<br \/>\nund von dort aus aktualisiert. \u00dcber die Sicherheitsupdates k\u00f6nnten Zug\u00e4nge<br \/>\ngeschaffen oder Datenstr\u00f6me umgeleitet werden, warnt er. Blieben sie anderseits auf Gehei\u00df einer US-Regierung pl\u00f6tzlich aus, w\u00fcrde ein System<br \/>\nschnell unbrauchbar.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">AWS sagt dazu: Die Cloud, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2026-01\/15\/aws-startet-unabhaengige-eu-cloud-mit-milliarden-investition\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die<br \/>\noffiziell im Januar an den Start ging<\/a>, sei unabh\u00e4ngig, physisch und logisch<br \/>\ngetrennt von anderen AWS-Regionen. Sie werde ausschlie\u00dflich<br \/>\nvon Mitarbeitenden mit Wohnsitz in der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> betrieben, die Zugang zu einer Kopie<br \/>\ndes Quellcodes h\u00e4tten, die sich in der EU befinde. Souver\u00e4nit\u00e4tsanforderungen<br \/>\nw\u00fcrden sie kompromisslos erf\u00fcllen, teilt Mustafa<br \/>\nIsik, Chief Technologist Sovereignty bei AWS, auf Anfrage der ZEIT mit. Man habe daf\u00fcr eigens die deutsche Muttergesellschaft,<br \/>\ndie AWS European Sovereign Cloud GmbH mit Sitz<br \/>\nin Potsdam, gegr\u00fcndet. Alles, was f\u00fcr den Betrieb der AWS European Sovereign Cloud erforderlich<br \/>\nist, befinde sich also in der EU, versichert das Unternehmen: die Talente, die<br \/>\nTechnologie, die Infrastruktur und die F\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Als ob der Kanzler Tesla fahren w\u00fcrde Seite 2Hat man zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12148,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[7376,125,1330,6,13,14,22,7375,686,194],"class_list":{"0":"post-12147","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-big-tech","9":"tag-datenschutz","10":"tag-digital","11":"tag-europa","12":"tag-europaeisch","13":"tag-europaeische","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-european-sovereign-cloud","16":"tag-souveraenitaet","17":"tag-usa"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12147"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12147\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}