{"id":14166,"date":"2026-04-20T03:32:19","date_gmt":"2026-04-20T03:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/14166\/"},"modified":"2026-04-20T03:32:19","modified_gmt":"2026-04-20T03:32:19","slug":"kaffeeindustrie-im-wettlauf-gegen-die-eu-deforestierungs-verordnung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/14166\/","title":{"rendered":"Kaffeeindustrie im Wettlauf gegen die EU-Deforestierungs-Verordnung"},"content":{"rendered":"<p>Der Kaffeesektor ist auf die versch\u00e4rften EU-Entwaldungsregeln unzureichend vorbereitet. W\u00e4hrend die Fristen n\u00e4herr\u00fccken, zeigen neue Studien gro\u00dfe L\u00fccken bei der R\u00fcckverfolgbarkeit und Umsetzung.<\/p>\n<p>Neue Daten zeigen tiefe Gr\u00e4ben bei der Vorbereitung auf die versch\u00e4rften EU-Nachhaltigkeitsregeln. W\u00e4hrend die Fristen n\u00e4her r\u00fccken, ist ein Gro\u00dfteil des Marktes noch nicht bereit.<\/p>\n<p>Die Diskussion um entwaldungsfreie Lieferketten wurde durch den Forest 500 Report 2026 neu entfacht. Die am 15. April von der Umweltorganisation Global Canopy ver\u00f6ffentlichte Studie bewertet 500 einflussreiche Unternehmen. Sie zeigt: Die drohende EU-Deforestierungs-Verordnung (EUDR) beginnt, das Unternehmensverhalten zu \u00e4ndern \u2013 doch der Fortschritt ist ungleichm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die neue EU-Entwaldungsverordnung betrifft weit mehr Unternehmen und Rohstoffe als viele Marktteilnehmer bisher annehmen. Dieser kostenlose Leitfaden kl\u00e4rt auf, welche Produkte betroffen sind und wie Sie rechtliche Risiken fr\u00fchzeitig minimieren. <a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/entwaldungsverordnung-eu\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_ENTWALDUNGSVERORDNUNG-EU_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD1of2-EAID-848542\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt informieren und Compliance-L\u00fccken schlie\u00dfen<\/a><\/p>\n<p>Gemischte Bilanz: Nur wenige Vorreiter<\/p>\n<p>Die Bilanz f\u00fcr den Kaffeesektor f\u00e4llt durchwachsen aus. Zwar stieg der Anteil der Unternehmen mit \u00f6ffentlicher Selbstverpflichtung gegen Entwaldung von 44 auf 47 Prozent. Auch die Implementierung von R\u00fcckverfolgbarkeitssystemen verbesserte sich leicht von 14 auf 18 Prozent. Dennoch geh\u00f6rt Kaffee laut Report zu den schw\u00e4chsten der neun bewerteten Rohstoffe \u2013 darunter Rindfleisch, Soja und Palm\u00f6l.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist eine andere Kennzahl: Nur noch 5 Prozent der Unternehmen geben an, dass mehr als die H\u00e4lfte ihres Kaffeevolumens als entwaldungsfrei verifiziert ist. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 7 Prozent. Das offenbart ein zentrales Problem: W\u00e4hrend viele Versprechen abgeben, scheitert es an der fl\u00e4chendeckenden Umsetzung und \u00dcberpr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Unter den Einzelbewertungen sticht Nestl\u00e9 als Branchenf\u00fchrer mit einer Bewertung von 71 Prozent hervor. Der Schweizer Konzern gab an, dass Ende 2025 \u00fcber 80 Prozent seiner Schl\u00fcsselrohstoffe entwaldungsfrei waren. Als Nachz\u00fcgler oder sogar R\u00fcckf\u00e4llige identifizierte der Report dagegen Firmen wie das italienische Unternehmen FinLav (23 Prozent) oder die vietnamesische Thang Loi Coffee Joint Stock Company.<\/p>\n<p>EU-\u00dcberpr\u00fcfung sorgt f\u00fcr Unsicherheit<\/p>\n<p>Die angespannte Lage wird durch den unklaren regulatorischen Rahmen versch\u00e4rft. Die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Ende 2024 geplante EUDR wurde verschoben. Jetzt m\u00fcssen gro\u00dfe und mittlere Unternehmen bis zum 30. Dezember 2026 compliant sein, kleine Betriebe haben bis zum 30. Juni 2027 Zeit.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Termin steht jedoch bereits am 30. April 2026 an: eine vereinfachende \u00dcberpr\u00fcfung der Verordnung durch die EU-Kommission. Sie soll administrative H\u00fcrden abbauen, ohne die Umweltziele zu verw\u00e4ssern. Rechtsexperten von Mayer Brown erwarten keine grundlegende Neuverhandlung. Dennoch hofft die Industrie auf Klarheit, besonders f\u00fcr kleine Betriebe. Umweltverb\u00e4nde warnen hingegen vor weiterer Rechtsunsicherheit, wenn kurz vor der Frist noch \u00c4nderungen ins Spiel kommen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe R\u00f6ster und H\u00e4ndler operieren derzeit in einer Art \u201eCompliance-Schwebe\u201c. Sie m\u00fcssen in teure R\u00fcckverfolgungssysteme investieren, ohne zu wissen, ob sich die regulatorischen Vorgaben noch \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Um trotz regulatorischer Unsicherheiten bei der EU-Entwaldungsverordnung compliant zu bleiben, hilft eine strukturierte Vorgehensweise. Dieser kostenlose Download enth\u00e4lt eine praktische Checkliste, mit der Sie Ihre Sorgfaltspflichten Schritt f\u00fcr Schritt rechtssicher erf\u00fcllen. <a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/entwaldungsverordnung-eu\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_ENTWALDUNGSVERORDNUNG-EU_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD2of2-EAID-848542\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Gratis-Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung sichern<\/a><\/p>\n<p>Neue Studie: Kaffee f\u00fcr nur 1 Prozent der Entwaldung verantwortlich<\/p>\n<p>Eine neue wissenschaftliche Perspektive bringt eine Studie im Fachjournal Nature Food vom Anfang April. Sie nutzte die Datenplattform DeDuCE, um fast 10.000 Warenstr\u00f6me zu analysieren. Das Ergebnis: Kaffee ist f\u00fcr nur etwa 1 Prozent der globalen, landwirtschaftlich bedingten Entwaldung verantwortlich.<\/p>\n<p>Das entspricht zwar immer noch 1,2 Millionen Hektar \u00fcber 20 Jahre. Im Vergleich zu Rindfleisch (40 Prozent) oder Grundnahrungsmitteln wie Mais (4 Prozent) f\u00e4llt die Bilanz jedoch moderat aus. Branchenvertreter argumentieren nun, der regulatorische Druck m\u00fcsse verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein. Die Studienautoren betonen jedoch, dass selbst ein Prozent eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr den Naturschutz biete \u2013 besonders in biodiversit\u00e4tsreichen Anbauregionen Lateinamerikas und S\u00fcdostasiens.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde: Geolokations-Daten<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte praktische Herausforderung bleibt die R\u00fcckverfolgung bis auf Koordinatenebene. Die EUDR verbietet den Verkauf von Kaffee, sofern Importeure nicht mit genauen GPS-Daten nachweisen k\u00f6nnen, dass das Land nach dem Stichtag 31. Dezember 2020 nicht gerodet wurde. Das trifft besonders die Kleinbauern, die etwa 80 Prozent des weltweiten Kaffees produzieren.<\/p>\n<p>Einige Erzeugerl\u00e4nder gehen in die Offensive. Das UN-REDD-Programm startete im M\u00e4rz eine Webinar-Reihe f\u00fcr \u201ewaldfreundliche\u201c Lieferketten in Lateinamerika, wo fast 60 Prozent des Kaffees wachsen. F\u00fcr Millionen Produzenten ist der Wandel nicht nur eine Umweltfrage, sondern eine wirtschaftliche \u00dcberlebensnotwendigkeit.<\/p>\n<p>Marktbeobachter von StoneX sehen, dass gro\u00dfe R\u00f6ster wie JDE Peet\u2019s und Lavazza zunehmend in direkte Partnerschaften mit Kooperativen investieren. Sie nutzen die \u00dcbergangsphase, um Datenbank-Infrastrukturen aufzubauen. Kleinere R\u00f6ster in der EU haben hingegen oft noch nicht einmal mit der Kartierung ihrer Lieferketten begonnen.<\/p>\n<p>Was kommt nach der \u00dcberpr\u00fcfung?<\/p>\n<p>Nach dem 30. April r\u00fcckt die technische Leistungsf\u00e4higkeit des EU-TRACES-Informationssystems in den Fokus. Die Kommission hat bereits Updates f\u00fcr Mitte April angek\u00fcndigt. Zudem plant die Global Coffee Platform eine \u00dcberpr\u00fcfung ihrer Werkzeuge, um sie EUDR-konform zu machen.<\/p>\n<p>Die verbleibenden acht Monate des Jahres werden zum Wettrennen um fehlende Daten. Die 1-Prozent-Studie mag f\u00fcr Imagepflege sorgen \u2013 der rechtliche Druck durch die Jahresendfrist treibt den Wandel an. Experten erwarten einen Schub bei Satelliten\u00fcberwachung und eine Konsolidierung der Lieferketten. K\u00e4ufer werden sich zunehmend an Produzenten binden, die verifizierte, datengest\u00fctzte Compliance-Nachweise liefern k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Kaffeesektor ist auf die versch\u00e4rften EU-Entwaldungsregeln unzureichend vorbereitet. 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