{"id":21374,"date":"2026-05-01T08:42:10","date_gmt":"2026-05-01T08:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/21374\/"},"modified":"2026-05-01T08:42:10","modified_gmt":"2026-05-01T08:42:10","slug":"neue-freihandelszone-trotz-bauern-protesten-eu-und-suedamerika-ruecken-wirtschaftlich-naeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/21374\/","title":{"rendered":"Neue Freihandelszone &#8211; Trotz Bauern-Protesten: EU und S\u00fcdamerika r\u00fccken wirtschaftlich n\u00e4her"},"content":{"rendered":"<p>Neue Freihandelszone | 1. Mai 2026<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union und die Mercosur-Staaten von S\u00fcdamerika haben eine der gr\u00f6ssten Freihandelszonen der Welt gestartet, um Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu st\u00e4rken. W\u00e4hrend Unternehmen Chancen sehen, warnen Kritiker vor Risiken f\u00fcr Umwelt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201n84u\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gosimg10UB02c001d6808080b300001201n84u.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00YT040002ab8080800000001201n84u.jpg\" style=\"width:704px;height:470px;\" alt=\"Vertreter der Europ\u00e4ische Union und der Mercosur-Staaten pr\u00e4sentieren den Abschluss des Freihandelsabkommens, das eine der weltweit gr\u00f6ssten Handelszonen mit rund 720 Millionen Menschen schafft.\"\/><\/p>\n<p>Vertreter der Europ\u00e4ische Union und der Mercosur-Staaten pr\u00e4sentieren den Abschluss des Freihandelsabkommens, das eine der weltweit gr\u00f6ssten Handelszonen mit rund 720 Millionen Menschen schafft.Fotos: Keystone<\/p>\n<p class=\"pg\">Die EU und die s\u00fcdamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bilden seit diesem Freitag eine riesige neue Freihandelszone. Um Mitternacht trat ein daf\u00fcr ausgehandeltes Abkommen vorl\u00e4ufig in Kraft.<\/p>\n<p class=\"pg\">Es soll durch den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Z\u00f6llen den Austausch von Waren und Dienstleistungen ankurbeln. In Deutschland werden langfristig etwa grosse Chancen f\u00fcr die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen.<\/p>\n<p class=\"pg\">\u00abMit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai gewinnt der Handel mit S\u00fcdamerika f\u00fcr deutsche Unternehmen erheblich an Bedeutung \u2013 obwohl er bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Aussenhandels ausmacht\u00bb, kommentierte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). Eine Umfrage zeige, dass 44 Prozent aller international t\u00e4tigen Unternehmen durch das Abkommen sp\u00fcrbare Auswirkungen erwarteten. \u00abDas ist ein starkes Signal\u00bb, sagte Aussenwirtschaftschef Volker Treier.<\/p>\n<p>Verhandlungen dauerten ein Vierteljahrhundert<\/p>\n<p class=\"pg\">Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden. Nach Angaben der EU-Kommission schafft er einen Markt mit etwa 720 Millionen Menschen und senkt Z\u00f6lle in Milliardenh\u00f6he. Zudem gilt die Vereinbarung auch als Kampfansage an die protektionistische Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<\/p>\n<p class=\"pg\">\u00abDas Mercosur-Abkommen ist weit mehr als Handel: Es ist ein klares Signal gegen Protektionismus. Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten zeigen die EU und die Mercosur-Staaten, dass eine faire und regelbasierte Partnerschaft auf Augenh\u00f6he m\u00f6glich ist\u00bb, erkl\u00e4rte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europ\u00e4ischen Parlament, Bernd Lange (SPD). Er erwarte, dass die Vorteile schnell sichtbar werden und bestehende Zweifel verschwinden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201n84w\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gosimg10UA02c001d5808080b300001201n84w.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00YP07c4052d8080800000001201n84w.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Rinder in einem Betrieb in Argentinien: Agrarprodukte wie Rindfleisch stehen im Fokus des EU-Mercosur-Abkommens, das neue Exportchancen schafft, zugleich aber Sorgen bei europ\u00e4ischen Landwirten ausl\u00f6st.\"\/><\/p>\n<p>Rinder in einem Betrieb in Argentinien: Agrarprodukte wie Rindfleisch stehen im Fokus des EU-Mercosur-Abkommens, das neue Exportchancen schafft, zugleich aber Sorgen bei europ\u00e4ischen Landwirten ausl\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"pg\">Lange spielte damit darauf an, dass eine knappe Mehrheit der Abgeordneten des Europ\u00e4ischen Parlaments im Januar beschlossen hatte, den Vertragstext vor einer endg\u00fcltigen Abstimmung vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen. Dies f\u00fchrt dazu, dass das Abkommen vorerst nur vorl\u00e4ufig angewendet werden kann.<\/p>\n<p>Agrar-Lobby ging auf die Barrikaden<\/p>\n<p class=\"pg\">Gegner des Abkommens kritisieren, es sei so angelegt, dass die Freihandelsabsprachen von Mitgliedstaaten nicht nach dem Einstimmigkeitsprinzip angenommen werden mussten. Zudem wird bef\u00fcrchtet, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt und Tierwohl beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnten \u2013 was die EU-Kommission allerdings kategorisch zur\u00fcckweist. Sie betont, dass weiter nur Produkte, die den umfangreichen europ\u00e4ischen Vorschriften entsprechen, in die EU eingef\u00fchrt werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Umfangreiches Sicherheitsnetz f\u00fcr Bauern<\/p>\n<p class=\"pg\">Um den anhaltenden Protesten von Bauern gegen die geplante Freihandelszone den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte die EU-Kommission j\u00fcngst noch einmal zus\u00e4tzliche wirtschaftliche Sicherheitsklauseln ausgearbeitet.<\/p>\n<p class=\"pg\">Im Fall eines sch\u00e4dlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines \u00fcberm\u00e4ssigen Preisverfalls f\u00fcr die EU-Erzeuger sollen damit rasch Gegenmassnahmen in Gang gesetzt werden k\u00f6nnen. Diese w\u00fcrden dazu f\u00fchren, dass Zollvorteile vor\u00fcbergehend wieder ausgesetzt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201n84v\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/gosimg10UB02c001d5808080b300001201n84v.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00TN12c00c808080800000001201n84v.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Bauernproteste in Deutschland im Jahr 2024: Landwirte warnen vor den Folgen des EU-Mercosur-Abkommens und bef\u00fcrchten steigenden Wettbewerbsdruck sowie Nachteile durch m\u00f6gliche Lockerungen bei Umwelt- und Agrarstandards.\"\/><\/p>\n<p>Bauernproteste in Deutschland im Jahr 2024: Landwirte warnen vor den Folgen des EU-Mercosur-Abkommens und bef\u00fcrchten steigenden Wettbewerbsdruck sowie Nachteile durch m\u00f6gliche Lockerungen bei Umwelt- und Agrarstandards.<\/p>\n<p class=\"pg\">Eine besonders intensive \u00dcberwachung ist bei der Einfuhr von Produkten wie Rindfleisch, Gefl\u00fcgel, Reis, Honig, Eier, Knoblauch, Ethanol, Zitrusfr\u00fcchte und Zucker vorgesehen. Mindestens alle sechs Monate soll es auch einen Bericht zu den Auswirkungen von Importen aus den Mercosur-L\u00e4ndern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay geben.<\/p>\n<p class=\"pg\">EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen nannte den Start der Freihandelszone eine gute Nachricht f\u00fcr Unternehmen, Verbraucher und Landwirte, die wertvolle neue Exportm\u00f6glichkeiten erhielten und gleichzeitig in sensiblen Sektoren umfassend gesch\u00fctzt seien.<\/p>\n<p>Werden auch Verbraucher Vorteile haben?<\/p>\n<p class=\"pg\">Durch die Liberalisierung des Handels k\u00f6nnten Preise f\u00fcr importierte Produkte aus den Mercosur-Staaten sinken \u2013 zum Beispiel f\u00fcr Fleisch, Obst, Soja, Kaffee und Zucker. Zum Schutz der EU-Landwirtschaft sollen bei bestimmten Agrarprodukten die M\u00e4rkte aber nicht vollst\u00e4ndig ge\u00f6ffnet werden. Die Zollerleichterungen werden dort nur f\u00fcr eine bestimmte Liefermenge gelten.<\/p>\n<p class=\"pg\">Andersherum gilt, dass sich etwa der schrittweise Zollabbau f\u00fcr den Export europ\u00e4ischer Autos in die Mercosur-Staaten wegen \u00dcbergangsfristen bis zu 15 Jahre hinziehen wird \u2013 f\u00fcr Elektroautos sogar \u00fcber 18 Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Freihandelszone | 1. 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