{"id":29439,"date":"2026-05-12T07:27:11","date_gmt":"2026-05-12T07:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/29439\/"},"modified":"2026-05-12T07:27:11","modified_gmt":"2026-05-12T07:27:11","slug":"nachgebessert-aber-immer-noch-zu-realitaetsfern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/29439\/","title":{"rendered":"Nachgebessert, aber immer noch zu realit\u00e4tsfern"},"content":{"rendered":"<p>\nLeichte Korrekturen \u00e4ndern wenig. Methodische Schw\u00e4chen im Emissionshandel bleiben bestehen.\n<\/p>\n<p>Schw\u00e4chen beim W\u00e4rme-Benchmark bleiben bestehen, verzerren den Wettbewerb und gef\u00e4hrden InvestitionenUrspr\u00fcnglich geplante Versch\u00e4rfung einiger Produkt-Benchmarks wird minimal abgeschw\u00e4chtETS-Revision f\u00fcr substanzielle Nachbesserungen nutzen<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat heute neue Benchmarks im EU-Emissionshandel (ETS I) vorgestellt \u2013 also EU-weite Effizienzma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den CO\u2082-Aussto\u00df von Anlagen. Sie sind die Basis daf\u00fcr, wie viele CO2-Zertifikate Unternehmen kostenlos erhalten. Auch wenn die urspr\u00fcnglich geplanten Versch\u00e4rfungen leicht abgemildert wurden, sieht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) weiterhin methodische Schw\u00e4chen und Unklarheiten.<\/p>\n<p>Matthias Belitz, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz im VCI, betont: \u201eDie Benchmarks d\u00fcrften eigentlich gar nicht versch\u00e4rft werden, weil zentrale Transformationsvoraussetzungen fehlen \u2013 darunter ausreichende Netzanschl\u00fcsse, wettbewerbsf\u00e4hige Strom- und Wasserstoffkosten sowie eine funktionierende Infrastruktur f\u00fcr Wasserstoff und CO\u2082. Fakt ist: Unternehmen k\u00f6nnen unter den aktuellen Bedingungen neue Anlagen technisch nur sehr begrenzt umsetzen. Solange sich daran nichts grundlegend \u00e4ndert, m\u00fcssten die kostenlosen CO2-Zertifikate auf dem Stand von 2025 bleiben.\u201c<\/p>\n<p class=\"h2\">Methodische Schw\u00e4chen bleiben bestehen<\/p>\n<p>Kritik \u00e4u\u00dfert Belitz daran, dass die Kommission die seit Jahren bekannten methodischen Schw\u00e4chen bei der Festlegung der sogenannten Brennstoff- und W\u00e4rme-Benchmarks zwar anerkenne, aber bislang weiterhin akzeptiere. Da diese Benchmarks oft als Pauschalwert f\u00fcr unterschiedlichste Industriezweige dienten, nehme sie breite industriepolitische Kollateralsch\u00e4den bei der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Kauf.<\/p>\n<p>Hinzu k\u00e4me, dass derzeit die Berechnungsgrundlage einiger Benchmarks f\u00fcr einige Produkte bez\u00fcglich indirekter Emissionen unklar sei \u2013 also etwa, wie genutzter Strom einberechnet wird. Belitz erl\u00e4utert: \u201eDamit besteht die Gefahr, dass bestimmte Produkt-Benchmarks \u00fcber das Ma\u00df hinaus versch\u00e4rft werden, das Experten f\u00fcr nachvollziehbar halten.\u201c<\/p>\n<p>Mit Blick auf die anstehende weitere \u00dcberarbeitung des Emissionshandelssystems fordert Belitz: \u201eDie EU muss das Grundproblem angehen: Unternehmen k\u00f6nnen Emissionen nur senken, wenn die Voraussetzungen vorhanden sind. Solange das nicht der Fall ist, muss der Emissionshandel angepasst werden \u2013 etwa durch eine sofortige Deaktivierung der Marktstabilit\u00e4tsreserve und einen realistischeren Zeitplan f\u00fcr die Emissionsreduktion. Nur ein realit\u00e4tsnahes System erm\u00f6glicht Klimaschutz mit und durch eine starke Industrie.\u201c<\/p>\n<p class=\"h2\">Hintergrund<\/p>\n<p>Der Emissionshandel gilt als wichtigstes Klimaschutzinstrument der EU: Unternehmen m\u00fcssen f\u00fcr ihren CO\u2082-Aussto\u00df Zertifikate erwerben \u2013 je knapper diese werden, desto teurer wird das Emittieren.<\/p>\n<p>Ein Teil der Zertifikate wird der Industrie kostenlos zugeteilt, um Wettbewerbsnachteile gegen\u00fcber Unternehmen au\u00dferhalb Europas abzufedern. Wie viele dieser kostenlosen Zertifikate ein Unternehmen erh\u00e4lt, h\u00e4ngt von sogenannten Benchmarkwerten ab \u2013 also technischen Vergleichswerten f\u00fcr besonders effiziente Produktion. Es gibt dedizierte Benchmarks f\u00fcr Produkte und Produktgruppen sowie einen Brennstoff- und einen W\u00e4rme-Benchmark, die als sogenannte Fallbacks genutzt werden. Fallback-Benchmarks kommen dann zum Einsatz, wenn es f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit keinen eigenen Produkt-Benchmark gibt. Insgesamt existieren 52 Produkt-Benchmarks.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leichte Korrekturen \u00e4ndern wenig. Methodische Schw\u00e4chen im Emissionshandel bleiben bestehen. 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