{"id":30467,"date":"2026-05-13T05:48:09","date_gmt":"2026-05-13T05:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/30467\/"},"modified":"2026-05-13T05:48:09","modified_gmt":"2026-05-13T05:48:09","slug":"eu-sanktionen-gegen-siedler-wer-den-nahen-osten-verstehen-will-muss-gegensaetze-aushalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/30467\/","title":{"rendered":"EU-Sanktionen gegen Siedler: Wer den Nahen Osten verstehen will, muss Gegens\u00e4tze aushalten"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es sei \u201emoralischer Bankrott\u201c, sagte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. W\u00e4hrend Israel und die USA die \u201eDrecksarbeit Europas\u201c im Iran erledigten und anderswo f\u00fcr die Zivilisation gegen \u201edschihadistische Wahnsinnige\u201c k\u00e4mpften, stelle die Europ\u00e4ische Union eine \u201efalsche Symmetrie\u201c zwischen israelischen B\u00fcrgern und Terroristen her. <\/p>\n<p>Mit diesen donnernden Worten kommentierte Israels Regierungschef <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a01e6c3d347a2d6b4a7ec5d\/westjordanland-eu-verstaendigt-sich-auf-sanktionen-gegen-siedler-moralischer-bankrott-kritisiert-netanjahu.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a01e6c3d347a2d6b4a7ec5d\/westjordanland-eu-verstaendigt-sich-auf-sanktionen-gegen-siedler-moralischer-bankrott-kritisiert-netanjahu.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die aktuelle Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten<\/a>, Sanktionen gegen gewaltt\u00e4tige j\u00fcdische Siedler im Westjordanland zu verh\u00e4ngen. Sie betreffen mehrere Organisationen und einen Kreis namentlich bisher nicht bekannter Personen, die k\u00fcnftig nicht mehr in die EU einreisen d\u00fcrfen. Verm\u00f6genswerte k\u00f6nnen eingefroren werden. <\/p>\n<p>Eine Ma\u00dfnahme, die \u00fcberf\u00e4llig war. Im Westjordanland <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69bbdf675b626ecd1eeeea21\/israel-das-ist-kein-judentum-das-ist-terrorismus-im-westjordanland-eskaliert-die-siedler-gewalt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69bbdf675b626ecd1eeeea21\/israel-das-ist-kein-judentum-das-ist-terrorismus-im-westjordanland-eskaliert-die-siedler-gewalt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">greift eine Gruppe von gewaltbereiten Siedlern t\u00e4glich pal\u00e4stinensische Zivilisten an<\/a>. Brandstiftung, k\u00f6rperliche Angriffe, Schikane und Randale\u00a0\u2013 auch WELT war mehrfach vor Ort und hat berichtet. Es sind zweifellos massive Straftaten, die meist vor den Augen der israelischen Armee und Polizei ver\u00fcbt werden. Angestachelt von den rechtsradikalen Ministern Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich, die ihr Ziel offen aussprechen: Vertreibung der Pal\u00e4stinenser durch Gewalt und Annexion des Landes. In einem n\u00e4chsten Schritt sollten die europ\u00e4ischen Staaten auch den Mut finden, Sanktionen gegen diese beiden Politiker zu verh\u00e4ngen. <\/p>\n<p>So weit, so klar. Denn Straftaten sind Straftaten, und f\u00fcr Israels Anspruch als Rechtsstaat darf es keine Rolle spielen, dass j\u00fcdische B\u00fcrger ihrerseits seit Jahrzehnten von Pal\u00e4stinensern angegriffen werden. Es verr\u00e4t viel \u00fcber den aktuellen Zustand von Israels Regierung, dass auch andere Spitzenpolitiker in Jerusalem diesen legitimen Schritt der Europ\u00e4ischen Union so br\u00fcsk zur\u00fcckweisen. <\/p>\n<p>Wer die Lage im Nahen Osten verstehen will, muss aber Gegens\u00e4tze aushalten. Falsch und richtig liegen oft nebeneinander. Das bedeutet hier: Das Westjordanland ist nicht der Iran. <\/p>\n<p>Wenn Netanjahu die Worte von Bundeskanzler Merz aufgreift und von \u201eDrecksarbeit\u201c spricht, hat er einen Punkt. Das Regime in Teheran bedroht mit seinen Stellvertretern, dem Atomprogramm und seinem globalen Terrornetzwerk bei Weitem nicht nur Israel. Es sind nicht die messianischen Eiferer in Jerusalem, die ein milit\u00e4risches Vorgehen gegen Iran begr\u00fcnden, sondern Israels rationale Strategen, die gute Argumente liefern. Bei aller berechtigten Kritik an der Planlosigkeit von US\u2011Pr\u00e4sident Trump: Es ist auch Europas Krieg.  <\/p>\n<p>So richtig es also ist, dass die EU im Westjordanland eine klare rote Linie zieht, so falsch w\u00e4re es, den vielen Stimmen aus dem Anti-Israel-Lager in Europa zu folgen, auch weitreichende Sanktionen gegen den gesamten j\u00fcdischen Staat zu verh\u00e4ngen. Nicht nur, weil Israels berechtigte Sicherheitsinteressen in den Debatten allzu gern verschwiegen werden. Sondern weil es f\u00fcr Europa und speziell f\u00fcr Deutschland strategisch wichtig und geboten ist, die Kooperation mit Israel weiter auszubauen. Es sind nicht die gewaltbereiten Extremisten, die Israel in Sachen Innovation und Wirtschaft auf einen Spitzenplatz in der Welt gebracht haben. <\/p>\n<p>Man muss n\u00fcchtern notieren, dass die EU keinesfalls j\u00fcdische Siedler mit Hamas-Terroristen gleichgesetzt hat, wie Premierminister Netanjahu behauptet. Islamisten und j\u00fcdische Extremisten k\u00f6nnen eben beide schlimm sein. Europa tut gut daran, die Probleme einzeln zu benennen und sie nicht zu vermischen oder gegeneinander aufzuwiegen. Das gilt auch f\u00fcr Israels Regierung, wenn sie \u00fcberzeugen will. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sei \u201emoralischer Bankrott\u201c, sagte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. 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