{"id":32579,"date":"2026-05-15T12:38:09","date_gmt":"2026-05-15T12:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/32579\/"},"modified":"2026-05-15T12:38:09","modified_gmt":"2026-05-15T12:38:09","slug":"esc-2026-lukas-heinser-erklaert-wie-man-den-esc-gewinnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/32579\/","title":{"rendered":"ESC 2026: Lukas Heinser erkl\u00e4rt, wie man den ESC gewinnt"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eurovision-song-contest\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurovision Song Contest<\/a> (ESC) einmal zu gewinnen \u2013 davon tr\u00e4umen wahrscheinlich viele junge Talente. Wenngleich die Teilnahme durchaus risikobehaftet ist. Kann eine schlechte Platzierung doch bedeuten, viel H\u00e4me ertragen zu m\u00fcssen und karrieretechnisch erst einmal unter dem Radar zu fliegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Denn um beim ESC-Finale siegreich zu sein oder zumindest einen Platz in den Top Ten zu erreichen, m\u00fcssen viele Faktoren stimmen. Lukas Heinser hat in seinem neuen Buch \u00fcber den ESC einige davon analysiert. \u201eAm Ende entscheidend ist der Song, und dass er glaubw\u00fcrdig pr\u00e4sentiert wird\u201c, sagt der 42-J\u00e4hrige. \u201eAuch Act und Inszenierung m\u00fcssen also stimmen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Heinser begleitet den ESC schon seit vielen Jahren. Erst als eher distanziert-kritischer Video-Blogger an der Seite von Medienjournalist Stefan Niggemeier, dann, nachdem er zunehmend fasziniert war von dem Musikspektakel, ab 2013 als Assistent von ARD-Kommentator <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/peter-urban\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Peter Urban<\/a> und seit 2024 von dessen Nachfolger Thorsten Schorn.<\/p>\n<p>\u201eSieg oder nichts\u201c sei die falsche Haltung, sagt Heinser      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Heinser stellt umfangreiche Dossiers zusammen mit allem, was er \u00fcber die K\u00fcnstler finden kann. Diese Fakten und Kuriosa flie\u00dfen ein in die Kommentare, die der Bochumer gemeinsam mit Schorn entwickelt. Und sie waren eine Grundlage f\u00fcr Heinsers Buch \u201eESC \u2013 Das kleinste Buch zum gr\u00f6\u00dften Musikereignis\u201c, das am 25. M\u00e4rz erscheint. Neben vielen Hintergrundgeschichten zu den Teilnehmern und der Geschichte des Wettbewerbs geht es in einem Kapitel eben auch darum, wie man den ESC gewinnt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die deutsche Herangehensweise sei dabei, zumindest auf den ESC pr\u00e4gende Figuren wie <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/stefan-raab\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stefan Raab<\/a> und den Komponisten Ralph Siegel bezogen, oft unentspannt, wenn nicht gar verbissen, sagt Heinser im Gespr\u00e4ch. \u201eIch glaube, der Gedanke, dahin zu fahren, um gewinnen zu wollen und alles andere w\u00e4re eine Entt\u00e4uschung, ist schon mal falsch\u201c, erl\u00e4utert Heinser. Bei den Deutschen stehe h\u00e4ufig der sportliche Aspekt, die Platzierung, im Vordergrund. In Skandinavien aber genie\u00dfe schon der Vorentscheid einen viel h\u00f6heren kulturellen Stellenwert. \u201eNat\u00fcrlich versuchen die Verantwortlichen in der ARD, das seit Jahren auch so in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> zu etablieren\u201c, sagt Heinser. Das gelinge aber nicht, also werde immer wieder das Prozedere ver\u00e4ndert. In diesem Jahr ist statt dem NDR der SWR als Sendeanstalt federf\u00fchrend \u2013 das Team ist laut Heinser hochmotiviert.<\/p>\n<p>Der X-Faktor hei\u00dft Zeitgeist      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber wie gewinnt man nun den ESC? Neben Act, Song und Inszenierung spielen auch Faktoren eine Rolle, auf die die K\u00fcnstler keinen Einfluss haben. Der Zeitgeist zum Beispiel. Lena habe etwa 2010 neben vielen \u00fcberinszenierten Beitr\u00e4gen mit ihrer Nat\u00fcrlichkeit gepunktet, die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> 2022 nach dem Angriffskrieg Russlands auch von der Solidarit\u00e4t der Menschen in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/europa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> profitiert, sagt Heinser. Ein Siegertitel in einem Jahr h\u00e4tte daher nicht unbedingt etwa zwei Jahre zuvor gewinnen k\u00f6nnen, selbst wenn man dasselbe Starterfeld voraussetzen w\u00fcrde \u2013 wichtig ist auch das zeitliche und atmosph\u00e4rische Umfeld.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zudem w\u00fcrden sich manche L\u00e4nder gegenseitig h\u00f6here Punktzahlen geben, weil sie einen \u00e4hnlichen Musikgeschmack oder einen gemeinsamen Musikmarkt haben wie etwa der Balkan. \u201eUm zu gewinnen, muss man aber in ganz Europa erfolgreich sein\u201c, sagt Heinser.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Vorteil sieht er es dar\u00fcber hinaus, dass alle nicht f\u00fcr das Finale qualifizierten L\u00e4nder in den Halbfinals antreten und ihr Lied vorstellen d\u00fcrfen. \u201eWenn man im Halbfinale zum Telefon gegriffen hat, ist die Motivation, im Finale anzurufen, gr\u00f6\u00dfer\u201c, sagt Heinser. Zwar treten mittlerweile auch die K\u00fcnstler der sogenannten Big-Five-Nationen, der schon f\u00fcr das Finale gesetzten Haupt-Geldgeber-L\u00e4nder, in den Halbfinals auf, aber au\u00dferhalb der Wertung. Immerhin hat man sie dann schon geh\u00f6rt. Generell gilt: Wenn es ein Gewinnerrezept g\u00e4be, w\u00fcrde es wohl jeder anwenden. Selbst <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/schweden\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweden<\/a>, eines der erfolgreichsten L\u00e4nder beim ESC, gelingt dies nicht. \u201eObwohl das wirklich die Nation ist, von der ich sagen w\u00fcrde, dass die es immer aufs Gewinnen anlegen\u201c, sagt Heinser.<\/p>\n<p>Kritik am M\u00e4rchen vom \u201eunpolitischen\u201c ESC      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In diesem Jahr steht der Song Contest dazu unter einem schlechten Stern: Weil die Europ\u00e4ische Rundfunkunion (EBU) entschieden hat, Israel nicht auszuschlie\u00dfen, haben Irland, Island, die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/niederlande\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Niederlande<\/a>, Spanien und Slowenien aus Protest \u00fcber die Situation in Gaza abgesagt. Ausgerechnet im Jubil\u00e4umsjahr \u2013 der ESC feiert sein 70-j\u00e4hriges Bestehen \u2013 falle damit ein Schatten auf die Veranstaltung, sagt Heinser.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch dem Thema Politik widmet er in seinem Buch ein eigenes Kapitel: \u201eDie M\u00e4r vom ,unpolitischen\u2018 ESC\u201c. Wenn man Partei- oder Sachpolitik au\u00dfer Acht lasse, sei der ESC doch von Anfang an politisch gedacht gewesen, sagt Heinser, und habe wahrscheinlich mehr zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und zum Gef\u00fchl Europa beigetragen als die EU. \u201eWie kann etwas, was die Menschen aus aller Welt zusammenbringt, in irgendeiner Weise unpolitisch sein?\u201c, sagt Heinser. \u201eDas allein ist schon Politik.\u201c<\/p>\n<p>Ist das Ende des Wettbewerbs nah?      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er glaube aber, dass viele ESC-Fans aus den Niederlanden, aus Irland und Spanien trotz des Boykotts nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wien<\/a> reisen und vielleicht sogar mit israelischen Fans ins Gespr\u00e4ch kommen. Denn das sei ja die Idee hinter dem ESC, der Austausch \u00fcber L\u00e4nder- und Kulturgrenzen hinweg. Die These von einem Ende des ESC, das wegen der Absagen vielfach proklamiert wurde, h\u00e4lt er f\u00fcr \u00fcbertrieben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch glaube, dass die Grundidee des ESC schon sehr solide ist\u201c, sagt Heinser. Der Wettbewerb existiere schon so lange und sei eine Institution, vergleichbar mit den Olympischen Spielen. Es k\u00f6nnten grunds\u00e4tzlich alle teilnehmen, und jeder h\u00e4tte eine theoretische Chance zu gewinnen. Heinser: \u201eVielleicht w\u00e4re es ein tolles Symbol, wenn in diesem Jahr mal ein Land den ersten Platz belegen w\u00fcrde, das noch nie gewonnen hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den Eurovision Song Contest (ESC) einmal zu gewinnen \u2013 davon tr\u00e4umen wahrscheinlich viele junge Talente. Wenngleich die Teilnahme&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32580,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11172],"tags":[9576,11217,82,9913,11173,11174,11359,13895,5208,698,1859,11117,13181,239,6300,35,11215,13896,13295],"class_list":{"0":"post-32579","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eurovision","8":"tag-buch","9":"tag-contest","10":"tag-deutschland","11":"tag-esc","12":"tag-eurovision","13":"tag-eurovision-song-contest-2026","14":"tag-finale","15":"tag-gewinnen","16":"tag-halbfinale","17":"tag-island","18":"tag-land","19":"tag-laender","20":"tag-lukas-heinser","21":"tag-niederlande","22":"tag-niederlanden","23":"tag-russland","24":"tag-song","25":"tag-stimmen","26":"tag-thorsten-schorn"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32579"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32579\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}