{"id":34978,"date":"2026-05-18T14:00:26","date_gmt":"2026-05-18T14:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/34978\/"},"modified":"2026-05-18T14:00:26","modified_gmt":"2026-05-18T14:00:26","slug":"esc-2026-warum-israel-bei-publikumsvoting-so-stark-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/34978\/","title":{"rendered":"ESC 2026: Warum Israel bei Publikumsvoting so stark ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gegen Israels Teilnahme am ESC gab es viele Proteste, doch die Zuschauer stimmten am Ende \u00fcberaus oft f\u00fcr den Beitrag ab. Wie passt das zusammen? Eine Analyse zum Voting-System, zur Werbung und dem Beitrag selbst.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es war das beherrschende Thema des diesj\u00e4hrigen Eurovision Song Contest: die Proteste um die Teilnahme Israels. Gleich f\u00fcnf L\u00e4nder boykottierten den Musikwettbewerb, im Halbfinale erntete Israels Auftritt einige Buh-Rufe und am Samstag vor dem Finale demonstrierten Hunderte Menschen vor der Wiener Stadthalle. Doch am Ende landete Israel mit \u201eMichelle\u201c von Noam Bettan auf dem zweiten Platz, z\u00e4hlte sehr viele Zuschauerstimmen und stand kurz vor dem Sieg. Wie passt das zusammen?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine ma\u00dfgebliche Ursache daf\u00fcr d\u00fcrfte wohl im Abstimmungsverfahren des ESC liegen. Die Punktevergabe speist sich neben den Wertungen von Fachjurys eines jeden Landes (Juryvoting) auch aus den Stimmen der Zuschauer (Televoting). Diese werden durch Anrufe gemessen &#8211; und hier setzt einer der Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze an: Es ist wesentlich einfacher, f\u00fcr ein Land abzustimmen, als explizit gegen ein Land.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend die Bef\u00fcrworter des israelischen Beitrags &#8211; sei es aus politischen oder rein musikalischen Gr\u00fcnden &#8211; gezielt und relativ einfach bis zu zehn Mal pro Ger\u00e4t f\u00fcr Israel anrufen konnten, h\u00e4tten sich die Protestler abstimmen m\u00fcssen. Die Stimmen einfach nur auf beliebige andere L\u00e4nder zu verteilen, h\u00e4tte keinen nennenswerten Effekt gehabt. Die Israel-Supporter waren also im Vorteil.<\/p>\n<p>Deutsche Zuschauer vergeben zw\u00f6lf Punkte      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch deshalb sicherte sich das Land beim reinen Televoting mit 220 Punkten den dritten Platz, hinter Rum\u00e4nien (232) und dem Siegertitel aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bulgarien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bulgarien<\/a> (312). In sechs L\u00e4ndern, darunter auch <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>, gab es f\u00fcr Israel mit zw\u00f6lf Punkten die H\u00f6chstwertung vom Publikum.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon im vergangenen Jahr schnitt Israel beim ESC im Televoting stark ab, sicherte sich mit 297 Punkten sogar die meisten Stimmen der Zuschauer. Damals konnte man noch 20 Mal pro Ger\u00e4t anrufen. Die detaillierten Abstimmungszahlen von 2025 zeigen, wie schon verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Anrufer einzelnen L\u00e4ndern zu vielen Punkten verhelfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">So erhielt die Israelin Yuval Raphael mit ihrem Song \u201eNew Day Will Rise\u201c im vergangenen Jahr etwa 33,3 Prozent aller Stimmen aus dem spanischen Televoting. Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> landete im spanischen Televoting auf Platz zwei &#8211; mit nur 6,7 Prozent der Stimmen. F\u00fcr dieses klare Ergebnis h\u00e4tten rechnerisch schon etwa 2.400 Spanier gereicht, die alle ihre 20 Stimmen f\u00fcr Israel verwendeten. Auch deshalb wurde f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen ESC die Zahl der m\u00f6glichen Anrufe auf zehn reduziert.<\/p>\n<p>Werbekampagnen f\u00fcr Israels Beitr\u00e4ge      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein weiterer Grund f\u00fcr das gute Abschneiden im Televoting dieses und vergangenes Jahr k\u00f6nnte an der Werbung f\u00fcr Israels Beitr\u00e4ge gelegen haben. Laut Medienberichten hatte die israelische Regierung 2025 viele Online-Anzeigen in mehreren Sprachen geschaltet, in denen dazu aufgerufen wurde, alle 20 Stimmen f\u00fcr Israel abzugeben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In diesem Jahr waren Aufrufe, die explizit f\u00fcr ein wiederholtes Anrufen f\u00fcr nur ein Land warben, untersagt. Doch Anfang Mai wurde vielen Nutzern der Videoplattform <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/youtube\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Youtube<\/a> ein Werbevideo angezeigt, in dem S\u00e4nger Bettan daf\u00fcr warb, alle zehn Stimmen f\u00fcr Israel zu nutzen. Die Europ\u00e4ische Rundfunkunion (EBU), die den ESC organisiert, hat den israelischen Sender KAN daf\u00fcr verwarnt. Die Videos wurden gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Guter Gesang, gro\u00dfes B\u00fchnenbild      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch nicht zuletzt erkl\u00e4rt auch der israelische Song selbst sein erfolgreiches Abschneiden &#8211; der Beitrag war schlicht gut geeignet f\u00fcr den ESC. \u00dcber Geschm\u00e4cker mag man streiten, doch Bettan konnte gesanglich \u00fcberzeugen und auch das B\u00fchnenbild mit einem riesigen Diamanten war stimmig. Das zeigten auch die Ergebnisse der Jurys: Aus vielen L\u00e4ndern erhielt Israel vereinzelt Punkte, aus Deutschland etwa kamen drei. Insgesamt landete Israel im Juryvoting mit 123 Punkten auf einem soliden achten Platz.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Generell gab es in diesem Jahr viele technisch gute Beitr\u00e4ge, was sich im Juryvoting niederschlug. Bis auf Bulgarien, das mit 204 Punkten dieses Voting anf\u00fchrt, liegen die Ergebnisse relativ nah beieinander. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/australien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Australien<\/a> und D\u00e4nemark auf den Pl\u00e4tzen zwei und drei haben beide 165 Punkte, dann folgen Frankreich (144), Finnland (141), Italien (134) und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/polen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polen<\/a> (133) vor Israel (123).<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Diese Verteilung beg\u00fcnstigte dann auch Israels gute Gesamtplatzierung. Sind die Unterschiede bei den Punkten des Juryvotings klein, profitieren die L\u00e4nder, die beim Televoting sehr gut abschneiden &#8211; Israel musste nur wenige Punkte aufholen. So kam das Land nach den 123 Jurypunkten und den hinzugerechneten 220 Punkten aus dem Televoting auf 343 Gesamtpunkte und holte den zweiten Platz in der Endabrechnung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Umgang mit diesem Ergebnis ist dabei ein zweischneidiges Schwert. Die Europ\u00e4ische Rundfunkunion d\u00fcrfte durchaus erleichtert sein, dass Israel nicht als Sieger aus dem ESC hervorgegangen ist. Bei einem Sieg h\u00e4tten sich mehrere Fragen gestellt: Kann der ESC 2027 \u00fcberhaupt in Israel stattfinden? Gibt es nach einem Erfolg des Landes weitere Proteste? W\u00fcrden noch weitere L\u00e4nder den Musikwettbewerb boykottieren?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Andererseits stellt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/volker-beck\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Volker Beck<\/a>, Pr\u00e4sident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, einen Sieg Israels als m\u00f6gliche Gefahr f\u00fcr den ESC infrage. \u201eNicht ein israelischer Erfolg besch\u00e4digt den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eurovision-song-contest\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurovision Song Contest<\/a>, sondern die Vorstellung, ein demokratisches Abstimmungsergebnis sei nur dann akzeptabel, wenn Israel nicht gewinnt\u201c, teilte er am Montag mit. \u201eVersuche, Israel \u00fcber Kulturboykotte aus internationalen Wettbewerben und B\u00fchnen zu dr\u00e4ngen, d\u00fcrfen gar nicht erst salonf\u00e4hig werden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gegen Israels Teilnahme am ESC gab es viele Proteste, doch die Zuschauer stimmten am Ende \u00fcberaus oft f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34979,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11172],"tags":[14382,14381,13463,14377,82,9913,11173,11174,1387,14379,322,14380,7806,8839,12962,11904,14378,1859,11117,14109,13147,14373,11256,13896,14372,2714,14374,14376,14375],"class_list":["post-34978","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eurovision","tag-abstimmen","tag-abzustimmen","tag-bettan","tag-deutsch","tag-deutschland","tag-esc","tag-eurovision","tag-eurovision-song-contest-2026","tag-finnland","tag-gesamtpunkte","tag-israel","tag-israelin","tag-israelische","tag-israelischen","tag-israelischer","tag-jurypunkten","tag-juryvotings","tag-land","tag-laender","tag-landete","tag-punkte","tag-punkten","tag-punktevergabe","tag-stimmen","tag-televoting","tag-voting","tag-zuschauer","tag-zuschauerstimmen","tag-zwoelf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34978\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}