{"id":41448,"date":"2026-05-28T11:28:13","date_gmt":"2026-05-28T11:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/41448\/"},"modified":"2026-05-28T11:28:13","modified_gmt":"2026-05-28T11:28:13","slug":"eu-verhaengt-200-millionen-strafe-gegen-onlinehaendler-temu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/41448\/","title":{"rendered":"EU verh\u00e4ngt 200-Millionen-Strafe gegen Onlineh\u00e4ndler Temu"},"content":{"rendered":"<p>BR\u00dcSSEL &#8211; Die EU-Kommission hat wegen illegaler Produkte eine Strafe in H\u00f6he von 200 Millionen Euro gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>(neu: dritter und sechster Absatz aktualisiert: neues Temu-Statement, Pr\u00fcfungsgrundlage nach EU-Kommission als Kontext erg\u00e4nzt, Reaktion HDE.)<\/p>\n<p>BR\u00dcSSEL (dpa-AFX) &#8211; Die EU-Kommission hat wegen illegaler Produkte eine Strafe in H\u00f6he von 200 Millionen Euro gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu verh\u00e4ngt. Das Unternehmen habe die Risiken und Sch\u00e4den f\u00fcr Verbraucher nicht ordnungsgem\u00e4\u00df bewertet, teilte die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde mit. Es handle sich um einen besonders schwerwiegenden Versto\u00df gegen das Gesetz \u00fcber digitale Dienste (Digital Services Act &#8211; DSA). Verbraucher in der EU stie\u00dfen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Temu auf illegale Artikel.<\/p>\n<p>&#8222;Die Risikobewertung von Temu untersch\u00e4tzt konkrete Risiken, ist zu unspezifisch, st\u00fctzt sich nicht auf solide Beweise und ist nicht umfassend&#8220;, prangerte die zust\u00e4ndige Vizepr\u00e4sidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, an. Sie zeige nicht &#8222;das tats\u00e4chliche Ausma\u00df des potenziellen Schadens&#8220;, den \u00fcber Temu verkaufte illegale Produkte verursachen. Temu habe mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa, so dass illegale Produkte viele EU-B\u00fcrger erreichten, sagte Virkkunen.<\/p>\n<p>Temu kritisierte die Strafe in einem Statement als unproportional. Zudem beziehe sich die Entscheidung auf die Risikoabw\u00e4gung von 2024 und spiegele nicht den aktuellen Stand der Systeme wider. Das Unternehmen werde weiter konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. Temu gebe europ\u00e4ischen Verbrauchern &#8222;Zugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte&#8220; und helfe auch europ\u00e4ischen Unternehmen, mehr Kunden zu erreichen. Die EU-Kommission hatte bei der Beurteilung nach eigenen Angaben sowohl Temus Risikobewertung von 2024 als auch j\u00fcngere Antworten auf Auskunftsersuche der Pr\u00fcfer einbezogen.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrliches Babyspielzeug und Ladeger\u00e4te<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rde verwies unter anderem auf Testk\u00e4ufe im vergangenen Jahr, bei denen viele Produkte durchgefallen seien. Ein &#8222;sehr hoher Prozentsatz der ausgew\u00e4hlten Ladeger\u00e4te&#8220; habe dabei &#8222;grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden&#8220;. Ein &#8222;hoher Prozentsatz der getesteten Babyspielzeuge&#8220; habe die Chemikalien-Grenzwerte \u00fcberschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile bestanden.<\/p>\n<p>Temu ist ein Online-Marktplatz, auf dem zahlreiche Unternehmen verschiedene Waren verkaufen. Das chinesische Unternehmen ist seit Fr\u00fchjahr 2023 in Deutschland aktiv und sorgt immer wieder mit Minipreisen und hohen Rabatten f\u00fcr Aufsehen. Produkte werden h\u00e4ufig direkt vom Hersteller zum Kunden geliefert. Der Anbieter ist umstritten. Politiker, Handelsvertreter und Verbrauchersch\u00fctzer monieren unter anderem Produktqualit\u00e4t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.<\/p>\n<p>Der Handelsverband Deutschland (HDE) lobte das Vorgehen der EU-Kommission. &#8222;Die heute verk\u00fcndeten 200 Millionen Euro Bu\u00dfgeld sind ein wichtiges Signal. Verst\u00f6\u00dfe m\u00fcssen Konsequenzen haben, ansonsten profitieren die Anbieter aus Fernost von einem unfairen Wettbewerb&#8220;, sagte der stellvertretende Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stephan Tromp. Es sei h\u00f6chste Zeit, dass die EU-Kommission sp\u00fcrbare Strafen f\u00fcr Regelverst\u00f6\u00dfe durchsetze.<\/p>\n<p>EU: Influencer k\u00f6nnten Risiko verst\u00e4rken<\/p>\n<p>Die EU-Kommission bem\u00e4ngelte nun, dass Temus Risikobewertung anders als gesetzlich gefordert auf allgemeinen Informationen \u00fcber Risiken im gesamten E-Commerce-Sektor beruhe anstatt auf &#8222;konkreten Belegen zum eigenen Dienst&#8220;, einschlie\u00dflich \u00f6ffentlicher Berichte und Tests. Sie habe zudem nicht angemessen bewertet, inwieweit Temus Gestaltung das Risiko, illegale Produkte zu verbreiten, verst\u00e4rken k\u00f6nnte. Als Beispiele nannte die EU-Kommission Produktwerbung durch Influencer sowie Empfehlungssysteme.<\/p>\n<p>Temu muss nun die Strafe zahlen und die Probleme beheben &#8211; sonst k\u00f6nnte die Beh\u00f6rde zus\u00e4tzlich t\u00e4gliche Strafzahlungen verh\u00e4ngen. Unabh\u00e4ngig davon untersuchen die Experten der EU-Kommission derzeit auch, ob Temu unter anderem durch eine Einschr\u00e4nkung des Zugangs von Forschern zu Daten gegen EU-Recht versto\u00dfen k\u00f6nnte und mehr gegen den Verkauf illegaler Produkte tun m\u00fcsste, wie Virkkunen sagte. Auch die chinesischen Mitbewerber Aliexpress und Shein stehen im Fokus.<\/p>\n<p>Strenge Regeln f\u00fcr Online-Riesen<\/p>\n<p>Das Gesetz \u00fcber digitale Dienste (DSA) gilt seit Februar 2024 und soll das scharfe Schwert gegen als gef\u00e4hrlich angesehene Praktiken von Tech-Riesen sein. Gro\u00dfe Online-Plattformen m\u00fcssen sich wegen des DSA an deutlich strengere Vorschriften halten: Beschwerden von Nutzern sollen besser aufgegriffen, illegale Inhalte schneller entfernt und Kinder besser gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Ansonsten m\u00fcssen die Online-Plattformen mit empfindlichen Strafen rechnen: bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind m\u00f6glich. Die Strafe gegen Temu ist laut EU-Kommission angesichts eines weltweiten Jahresumsatzes von 53 Milliarden Euro im Jahr 2025 weit von diesem Prozentsatz entfernt. Kritiker halten der Beh\u00f6rde vor, diese Sanktionsmittel zu wenig zu nutzen. Die Strafe gegen Temu ist erst die zweite auf Grundlage des DSA.<\/p>\n<p>Im Dezember hatte die EU-Kommission Elon Musks Online-Plattform X sanktioniert. Sie musste wegen Transparenzm\u00e4ngeln 120 Millionen Euro zahlen. Dabei ging es unter anderem um eine irref\u00fchrende Authentifizierung von Nutzerkonten durch den wei\u00dfen Verifizierungshaken auf blauem Grund.<\/p>\n<p>Immer mehr Pakete mit Billigware aus China<\/p>\n<p>Bei der Entscheidung zu Temu ber\u00fccksichtigten die Experten der EU-Kommission unter anderem auch Daten von Zollbeh\u00f6rden. Diese zeigten &#8222;hohe Raten an Verst\u00f6\u00dfen bei den auf Temu verkauften Produkten in den untersuchten Kategorien&#8220;, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Europas Zoll ist mit einer wachsenden Paketflut aus dem Ausland konfrontiert, insbesondere aus China. 2024 kamen laut EU-Kommission t\u00e4glich rund zw\u00f6lf Millionen Pakete in der EU an, deutlich mehr als in den beiden Vorjahren.<\/p>\n<p>Um unerw\u00fcnschten Billigimporten etwas entgegenzusetzen, wird in der EU ab Juli f\u00fcr jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe in H\u00f6he von drei Euro f\u00e4llig. Dies soll vor\u00fcbergehend gelten, bis voraussichtlich 2028 eine neue Plattform an den Start geht und dann alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sind.<\/p>\n<p>Ab 1. November soll zudem eine neue Bearbeitungsgeb\u00fchr f\u00fcr jedes im Internet bestellte und in die EU eingef\u00fchrte Produkt gelten. Diese Ma\u00dfnahme ist aber noch nicht endg\u00fcltig beschlossen. Zudem muss die H\u00f6he der Geb\u00fchr noch von der EU-Kommission festgelegt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"BR\u00dcSSEL &#8211; Die EU-Kommission hat wegen illegaler Produkte eine Strafe in H\u00f6he von 200 Millionen Euro gegen den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4178,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[3958,21,232,22,16158,16156,16153,16155,16157,2312,404,16154],"class_list":["post-41448","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-absatz","tag-eu","tag-eu-kommission","tag-europaeische-union","tag-hdebruessel","tag-kontext","tag-onlinehaendler","tag-pruefungsgrundlage","tag-reaktion","tag-roundup","tag-temu","tag-temu-statement"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41448\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}