{"id":42721,"date":"2026-05-30T11:34:13","date_gmt":"2026-05-30T11:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/42721\/"},"modified":"2026-05-30T11:34:13","modified_gmt":"2026-05-30T11:34:13","slug":"6-beispiele-wie-china-europas-autoindustrie-unterwandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/42721\/","title":{"rendered":"6 Beispiele: Wie China Europas Autoindustrie unterwandert"},"content":{"rendered":"<p>Die Eroberung der europ\u00e4ischen Autoindustrie durch China passiert auf verschiedenen Ebenen. Es gibt zahlreiche Beispiele.<\/p>\n<p>Beispiel 2: Akkus<\/p>\n<p>Aber auch bei europ\u00e4ischen Herstellern sind Chinesen mit an Bord \u2013 in verschiedenen Abstufungen. Die niedrigste ist vielleicht eine, die l\u00e4ngst die ganze Industrie akzeptiert zu haben scheint: Batteriezellen werden \u00fcberwiegend in China oder zumindest von chinesischen Herstellern produziert. BMW etwa hat die <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/tech-zukunft\/alternative-antriebe\/neue-batterie-rundzellen-bmw-neue-klasse-plattform\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Rundzelle f\u00fcr die Neue Klasse<\/a> zwar selbst entwickelt und betreibt eine Pilotfertigung, aber die gro\u00dfen St\u00fcckzahlen f\u00fcr den Serienbau kommen \u00fcberwiegend aus China. So auch bei Mercedes.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es mit CATL aus: Der weltgr\u00f6\u00dfte Batteriehersteller produziert in Th\u00fcringen Zellen, local for local. Aber die Wertsch\u00f6pfung geh\u00f6rt einem chinesischen Unternehmen.<\/p>\n<p>Beispiel 3: Beteiligungen und Marken-K\u00e4ufe<\/p>\n<p>An Mercedes ist der chinesische Geely-Konzern beteiligt, mit dem Mercedes obendrein das <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/elektroauto\/smart-geely-suv-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Smart-Joint-Venture<\/a> betreibt. Volvo und Polestar geh\u00f6ren Geely. Marken, die es in Europa gibt, die vielfach auch in Europa produzieren \u2013 deren Ums\u00e4tze aber (auch) in chinesische Kassen flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Chinesische Konzerne bringen auch Autos unter europ\u00e4ischen Labels auf den Markt, die kaum oder gar keine eigene Produktion mehr in Europa haben. So etwa die britischen Traditionsmarken MG (heute SAIC) oder Lotus (Geely).<\/p>\n<p>Beispiel 4: chinesische Entwicklungshilfe<\/p>\n<p>Am franz\u00f6sischen Hersteller Renault h\u00e4lt der Staat 15 Prozent. Frankreich f\u00f6rdert E-Autos und Renault hat sich M\u00fche gegeben, viele Stromer ins Modellprogramm zu heben. Der Konzern k\u00e4mpfte aber lange mit den gleichen Problemen wie viele andere europ\u00e4ische Hersteller: Wegen des \u00fcberschaubaren Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnisses blieb der gro\u00dfe Erfolg von M\u00e9gane oder Senic E-Tech aus. <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/elektroauto\/sieger-in-der-leserwahlt-warum-der-renault-5-e-tech-die-herzen-erobert\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gut verkauft sich der R5<\/a> \u2013 wohl weniger wegen, sondern trotz seines E-Antriebs. Denn der Clio im gleichen Segment, aber mit Verbrenner, verkauft sich besser.<\/p>\n<p>Beim R5 springen die Kunden auf das Retro-Design an. Konsequenterweise haben die Franzosen auch <a href=\"https:\/\/www.b2bmoovement.de\/people\/renault-designchef-van-den-acker-den-neuen-r5-haben-wir-erst-im-keller-versteckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">den Twingo neu aufgelegt \u2013 aber mit technischer Unterst\u00fctzung aus China.<\/a> Laut Chefdesigner Laurens van den Acker ist das der Grund, warum der Twingo in 24 Monaten serienreif war. Und weil Zeit Geld ist, dient die Plattform auch dem neuen E-Modell der Billigmarke Dacia als Basis.<\/p>\n<p>Beispiel 5: chinesische Autos und Produktion f\u00fcr Europ\u00e4er<\/p>\n<p>Der zweite franz\u00f6sische Volumenhersteller, der die Antriebswende mit chinesischer Hilfe schaffen will, ist der Mehrmarken-Konzern Stellantis. 2023 investierte er 1,5 Milliarden Euro f\u00fcr etwa 21 Prozent der Anteile und h\u00e4lt 51 Prozent am Joint Venture Leapmotor International, das g\u00fcnstige E-Autos in Europa vertreibt. Inzwischen werden Modelle wie der T03 und C10 teils in europ\u00e4ischen Stellantis-Werken montiert, um Z\u00f6lle zu umgehen. <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/verkehr\/opel-modelle-auf-china-plattformen-stellantis-prueft-leapmotor-technik-fuer-elektroautos\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deren Technik f\u00fcr eigene Modelle<\/a> ist im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Gerade hat Stellantis zudem bekannt gegeben, dass man die seit Anfang der 90er-Jahre bestehende Zusammenarbeit mit dem Staatskonzern Dongfeng deutlich <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/verkehr\/stellantis-mit-neuem-china-joint-venture-jeeps-aus-china-dongfeng-aus-peugeot-fabrik\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ausweiten wolle<\/a>. Kern soll ein neues Joint Venture mit Sitz in Europa werden, das gemeinsame Aktivit\u00e4ten in Vertrieb, Produktion, Einkauf und Entwicklung b\u00fcndeln soll. Stellantis soll die F\u00fchrung \u00fcbernehmen und 51 Prozent der Anteile halten, Dongfeng 49 Prozent. Geplant ist dabei die Einf\u00fchrung der Dongfeng-Premiummarke Voyah in Europa.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches Bild bei Ford: Der neue <a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/elektroauto\/voellig-neue-ford-transit-baureihe-city-warum-ford-jetzt-china-transporter-verkauft\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Transit City<\/a> ist letztlich ein JMC. Die drei Buchstaben stehen f\u00fcr Jiangling Motors Corporation, ein chinesisches Unternehmen, an dem Ford 32 Prozent h\u00e4lt und das bereits seit 1995 strategischer Partner ist.<\/p>\n<p>Beispiel 6: Chinesische Produktion in europ\u00e4ischen Werken<\/p>\n<p>Selbst die Politik scheint inzwischen \u00fcberzeugt, dass die heimische Autoindustrie ohne chinesische Hilfe verloren ist: So schl\u00e4gt Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Olaf Lies vor, den Bau chinesischer Autos in deutschen VW-Werken zu pr\u00fcfen. In China entwickle und baue Volkswagen bereits VW-Modelle f\u00fcr den chinesischen Markt. Wenn konkurrierende Hersteller nun in Europa und Deutschland chinesische Autos bauen wollten, &#8222;dann sollten wir das selber sein aus China heraus, und dann soll es in unseren Werken stattfinden, damit Kolleginnen und Kollegen hier gesicherte Besch\u00e4ftigung haben&#8220;, so Lies laut <a href=\"http:\/\/ndr.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">NDR.de<\/a>. Und VW-<a href=\"https:\/\/www.auto-motor-und-sport.de\/verkehr\/vw-china-chef-hier-nutzt-man-die-lenkungswirkung-hoher-spritpreise\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">China-Chef Ralf Brandst\u00e4tter erkl\u00e4rt im Interview<\/a> die Art, wie VW in China produziert, zur Blaupause f\u00fcr deutsche Werke.<\/p>\n<p>Medienberichten zufolge pr\u00fcft das Management von Volkswagen neue Ans\u00e4tze, um die Auslastung deutscher Werke zu verbessern. Dazu z\u00e4hlten unter anderem \u00dcberlegungen, Fahrzeuge aus <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/china\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">China<\/a> nach <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/europa\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Europa<\/a> zu bringen oder Kapazit\u00e4ten gemeinsam mit chinesischen Partnern zu nutzen. VW-Chef Blume sagte, eine Entscheidung gebe es noch nicht, man analysiere aber derzeit, &#8222;welche VW-Produkte aus China f\u00fcr Europa passen k\u00f6nnten&#8220;. Eigene Produkte h\u00e4tten Priorit\u00e4t vor einer \u00d6ffnung von Kapazit\u00e4ten f\u00fcr chinesische Partner, so beispielsweise das <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/volkswagen-vw-chef-offen-fuer-fertigung-chinesischer-autos-in-eigenen-werken\/100220380.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Handelsblatt<\/a>.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Eroberung der europ\u00e4ischen Autoindustrie durch China passiert auf verschiedenen Ebenen. Es gibt zahlreiche Beispiele. Beispiel 2: Akkus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":42722,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2134,3522,235,6,1953,16512,7824,16511,2140,9141,8580,9143,609,1951],"class_list":["post-42721","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-ams-aktuelles","tag-byd","tag-china","tag-europa","tag-geely","tag-lotus","tag-mercedes","tag-polestar","tag-politik-wirtschaft","tag-renault","tag-saic","tag-stellantis","tag-verkehr","tag-volvo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42721","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42721"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42721\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}