{"id":44117,"date":"2026-06-02T10:00:42","date_gmt":"2026-06-02T10:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/44117\/"},"modified":"2026-06-02T10:00:42","modified_gmt":"2026-06-02T10:00:42","slug":"knds-ipo-goingpublic-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/44117\/","title":{"rendered":"KNDS IPO | GoingPublic.de"},"content":{"rendered":"<p>Der Weg an die B\u00f6rse schien f\u00fcr Europas gr\u00f6\u00dften Panzerbauer zeitweise versperrt. Eine Compliance-Aff\u00e4re um zur\u00fcckliegende Katar-Gesch\u00e4fte brachte die Pl\u00e4ne ins Wanken und lie\u00df Anleger im Unklaren. Nun ist die Richtung wieder vorgegeben: KNDS h\u00e4lt am B\u00f6rsengang in Frankfurt und Paris fest. Von Christian Euler<\/p>\n<p>Der deutsch-franz\u00f6sische R\u00fcstungskonzern peilt wie von GoingPublic <a href=\"https:\/\/www.goingpublic.de\/going-public\/listing-gefluester-watchlist-2\/?highlight=knds\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">berichtet<\/a> das Dual-Listing noch f\u00fcr Juni oder Juli an. Die Verteidigungsausgaben in Europa kletterten 2025 auf 864 Mrd. USD \u2013 ein Zuwachs von 14 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Mit einer angepeilten Bewertung von rund 20 Mrd. Euro w\u00fcrde KNDS zu den Top-B\u00f6rsenkandidaten Europas in diesem Jahr z\u00e4hlen. Das IPO trifft auf ein g\u00fcnstiges Marktumfeld. Zus\u00e4tzlichen R\u00fcckenwind liefert das E6-Abkommen vom 29. Mai. Die sechs gr\u00f6\u00dften EU-Volkswirtschaften wollen die Aufsicht \u00fcber Kapitalm\u00e4rkte st\u00e4rker europ\u00e4isch organisieren und wichtige Marktinfrastrukturen unter ein gemeinsames Regelwerk stellen. Das k\u00f6nnte Europas B\u00f6rsen f\u00fcr internationale Gro\u00dfanleger deutlich attraktiver machen. Das frische Kapital soll den Kapazit\u00e4tsausbau in Europa beschleunigen und gezielte Zuk\u00e4ufe im Landsystemgesch\u00e4ft erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>KNDS z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Profiteuren des europ\u00e4ischen R\u00fcstungsbooms. Der Umsatz stieg 2025 um knapp 16 % auf 4,4 Mrd. EUR, getragen von einer starken Nachfrage \u00fcber alle Gesch\u00e4ftsbereiche hinweg. Die deutsche Panzersparte wuchs um 17,4 %, das Frankreich-Gesch\u00e4ft um knapp 10 %, w\u00e4hrend das Munitionsgesch\u00e4ft sogar um ein Viertel zulegte. Noch dynamischer entwickelte sich die Profitabilit\u00e4t: Das EBIT sprang von 500 Mio. auf 661 Mio. EUR, die Marge verbesserte sich von 13,2 auf 15,0 %. Als Treiber nennt das Unternehmen operative Effizienzgewinne und den hohen Anteil margenstarker Exportauftr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Expansion entlang der Wertsch\u00f6pfungskette<\/p>\n<p>F\u00fcr die kommenden Jahre sorgt vor allem der Auftragsbestand f\u00fcr Visibilit\u00e4t: Mit 33,1 Mrd. EUR erreichte er einen Rekordwert und liegt rund zehn Milliarden Euro \u00fcber dem Niveau zum Jahresende 2024. Allein im vergangenen Jahr verbuchte KNDS Neuauftr\u00e4ge im Volumen von 13,5 Mrd. EUR. Um die Produktionskapazit\u00e4ten zu steigern, h\u00e4lt der Konzern Ausschau nach neuen Fertigungsst\u00e4tten. Dabei r\u00fcckt auch die Automobilindustrie in den Fokus: Der VW-Betriebsrat hat bereits Offenheit f\u00fcr R\u00fcstungsprojekte am Standort Osnabr\u00fcck signalisiert, wo die zivile Fahrzeugproduktion 2027 ausl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Die Expansionsdynamik erfasst die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette \u2013 von gepanzerten Fahrzeugen bis zu aktiven Schutzsystemen wie dem Joint Venture mit der israelischen Rafael Advanced Defense Systems und General Dynamics European Land Systems. Derzeit werden rund 200 Fahrzeuge damit ausgestattet. Mit dem Joint Venture Pulse baut KNDS zudem seine Pr\u00e4senz im Raketenartilleriemarkt aus. Gemeinsam mit dem israelischen R\u00fcstungskonzern Elbit Systems sollen Raketenartilleriesysteme f\u00fcr europ\u00e4ische Streitkr\u00e4fte gefertigt werden.<\/p>\n<p>Compliance-Altlasten und Katar-Aff\u00e4re ausger\u00e4umt<\/p>\n<p>Parallel zum B\u00f6rsengang sichert sich auch der deutsche Staat Einfluss bei KNDS. \u00dcber die KfW erwirbt der Bund 40 % der Anteile am Hersteller des Leopard 2 zum Ausgabepreis der Emission. Die Transaktion verschafft Deutschland und Frankreich k\u00fcnftig ein gleiches Stimmgewicht und unterstreicht die strategische Bedeutung des Konzerns f\u00fcr die europ\u00e4ische Verteidigungsindustrie. Mittelfristig soll der Bundesanteil zwar wieder auf 30 % sinken. Vorerst steht jedoch die strategische Einflussnahme im Vordergrund.<\/p>\n<p>KNDS z\u00e4hlt zu den Schl\u00fcsselunternehmen der europ\u00e4ischen Landverteidigung und produziert neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch die Panzerhaubitze 2000 sowie weitere Waffensysteme. Der Einstieg des Bundes erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem KNDS eine wichtige H\u00fcrde aus dem Weg ger\u00e4umt hat: Wochenlang hatten Compliance- und Governance-Probleme und Korruptionsvorw\u00fcrfe im Zusammenhang mit einem Katar-R\u00fcstungsgesch\u00e4ft von 2013 die B\u00f6rsenpl\u00e4ne \u00fcberschattet und f\u00fcr Unsicherheit bei Investoren gesorgt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>KNDS kommt zu einem Zeitpunkt an die B\u00f6rse, an dem Europas Verteidigungsindustrie vor einem jahrzehntelangen Investitionszyklus steht. Rekordauftr\u00e4ge, steigende Margen, wachsende Produktionskapazit\u00e4ten und eine starke Marktstellung sprechen f\u00fcr die Investmentstory. Die politischen Risiken bleiben angesichts des Staatseinflusses und der regulatorischen Sensibilit\u00e4t des Gesch\u00e4fts hoch. F\u00fcr Anleger, die an eine anhaltend hohe Nachfrage nach europ\u00e4ischen R\u00fcstungsg\u00fctern glauben, k\u00f6nnte KNDS zu den attraktivsten Neuemissionen der kommenden Jahre z\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Weg an die B\u00f6rse schien f\u00fcr Europas gr\u00f6\u00dften Panzerbauer zeitweise versperrt. 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