{"id":48183,"date":"2026-06-09T06:11:10","date_gmt":"2026-06-09T06:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/48183\/"},"modified":"2026-06-09T06:11:10","modified_gmt":"2026-06-09T06:11:10","slug":"europaeische-asylreform-geas-save-the-children-mahnt-schutz-von-kindern-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/48183\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Asylreform GEAS: Save the Children mahnt Schutz von Kindern an"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">09.06.2026 \u2013 08:00<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Save the Children Deutschland e.V.\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/106106\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Save the Children Deutschland e.V.<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a data-category=\"citylink-story-view\" data-action=\"click\" data-label=\"Citylink in Meldungsansicht\" class=\"story-city event-trigger\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/regional\/Berlin\" title=\"News aus Berlin \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> (ots)<\/p>\n<p> Am 12. Juni tritt die Reform des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Mit den neuen Regeln f\u00fcr Schutzsuchende setzt die Europ\u00e4ische Union auf mehr Abschottung und erm\u00f6glicht den Mitgliedstaaten, rechtsstaatliche Prinzipien einzuschr\u00e4nken, kritisiert Save the Children. Die Kinderrechtsorganisation warnt davor, dass die neuen Regelungen gerade f\u00fcr Kinder gravierende Auswirkungen haben k\u00f6nnen. Auch in Deutschland drohen erhebliche Risiken f\u00fcr Kindeswohlgef\u00e4hrdung &#8211; etwa durch die geplanten Sekund\u00e4rmigrationszentren, die beschleunigten Asylverfahren und die m\u00f6gliche \u00dcberstellung von Familien mit Kindern in Abschiebezentren in Staaten au\u00dferhalb der EU. <\/p>\n<p>Dazu sagt Karsten Dietze, Experte f\u00fcr Flucht und Migration bei Save the Children Deutschland:<\/p>\n<p> &#8222;Im Zuge der GEAS-Reform drohen Kinderrechte unter die R\u00e4der zu geraten. Viele der geplanten Ma\u00dfnahmen widersprechen dem Kindeswohl. So k\u00f6nnen Familien mit Kindern in sogenannten Grenzverfahren k\u00fcnftig bis zu sechs Monate in haft\u00e4hnlichen Einrichtungen festgehalten werden, die sie nicht verlassen d\u00fcrfen. \u00c4hnliche Regelungen sind auch f\u00fcr die geplanten Sekund\u00e4rmigrationszentren vorgesehen, die ebenfalls in Deutschland entstehen sollen. Gro\u00dfe Gruppenunterk\u00fcnfte mit Freiheitsbeschr\u00e4nkungen sind keine Orte f\u00fcr Kinder. Sie sind Orte der Enge, der Isolation und des sozialen Drucks, in denen insbesondere Kinder erheblichen psychischen und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Lebensbedingungen in diesen Unterk\u00fcnften widersprechen den Kinderrechten auf Schutz, Entwicklung und Gesundheit. <\/p>\n<p> Auch die vorgesehene massive Ausweitung beschleunigter Asylverfahren mit reduziertem Rechtsschutz lassen bef\u00fcrchten, dass gerade die verletzlichsten Menschen durchs Raster fallen &#8211; etwa, wenn Schutzgr\u00fcnde von Kindern und ihren Familien nicht mehr sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden oder trotz Klagen Abschiebungen vorgenommen werden k\u00f6nnen. Zudem bef\u00fcrchten wir, dass Kinder in den geplanten Pr\u00fcfverfahren zu besonderer Schutzbed\u00fcrftigkeit zu wenig ber\u00fccksichtigt werden. Kinder haben besondere Schutzbedarfe &#8211; diese zu erkennen, ist entscheidend w\u00e4hrend des gesamten Asylverfahrens. <\/p>\n<p> Trotz aller Beteuerungen, dass Kinder besonders gesch\u00fctzt werden sollen, sehen wir die Gefahr, dass dies in der Praxis nicht umgesetzt wird. Deutschland muss jetzt zeigen, dass die Kinderrechte nicht nur auf dem Papier gelten. Das Kindeswohl muss in allen Etappen des Asylverfahrens Vorrang haben. Deutschland sollte sich sch\u00fctzend vor alle Kinder stellen, ungeachtet ihrer Herkunft.&#8220; <\/p>\n<p>Die Bewertungen von Save the Children im Einzelnen:<\/p>\n<p>Beschleunigte Asylverfahren: In beschleunigten Asylverfahren mit reduziertem Rechtsschutz und in Kombination mit dem geplanten Abbau der Asylverfahrensberatung drohen Schutzgr\u00fcnde von Kindern und ihren Familien leicht \u00fcbersehen zu werden. In der Folge k\u00f6nnen Kinder in L\u00e4nder abgeschoben werden, in denen ihr Wohlergehen nicht sichergestellt ist oder sogar konkrete Gefahren f\u00fcr Leib und Leben drohen. Sekund\u00e4rmigrationszentren und Unterbringung im Grenzverfahren: Dar\u00fcber hinaus weitet das deutsche GEAS-Gesetz Unterbringungsformen aus, die auf Abschottung, Freiheitsentziehung und Zentralisierung setzen. Es ist geplant, dass Familien mit Kindern k\u00fcnftig bis zu sechs Monate an Orten von Grenzverfahren und zw\u00f6lf Monate in sogenannten Sekund\u00e4rmigrationszentren verbleiben m\u00fcssen. Diese Zentren erf\u00fcllen nicht die Anspr\u00fcche einer kindgerechten Unterkunft und bringen erhebliche Belastungen und gesundheitliche Risiken f\u00fcr die betroffenen Kinder mit sich. Asylverfahrenshaft: Auch wird mit der sogenannten Asylverfahrenshaft ausdr\u00fccklich die M\u00f6glichkeit geschaffen, Kinder zu inhaftieren. Dies stellt aus kinderrechtlicher Perspektive einen gravierenden Tabubruch und einen klaren Versto\u00df gegen die UN-Kinderrechtskonvention dar. Gesundheitsleistungen: Positiv ist, dass Kinder, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, k\u00fcnftig Zugang zu Gesundheitsleistungen entsprechend dem F\u00fcnften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) erhalten sollen. Damit setzt die Bundesregierung Artikel 22 Absatz 2 der EU-Aufnahmerichtlinie und das grundlegende Kinderrecht auf das erreichbare H\u00f6chstma\u00df an Gesundheit (Art. 24 UN-KRK) um und beendet eine jahrzehntelang andauernde Diskriminierung gefl\u00fcchteter Kinder beim Zugang zu Gesundheitsleistungen. Um dies vollst\u00e4ndig umzusetzen, sollten die verf\u00fcgbaren Kapazit\u00e4ten, u.a. bei Kinder\u00e4rzt*innen oder psychotherapeutischen und -sozialen Versorgungsstrukturen ausgebaut werden. Zugang zu Bildung: Schutzsuchende Kinder sollen sp\u00e4testens drei Monate nach Antragstellung Zugang zum Regelschulsystem erhalten, unabh\u00e4ngig von bestehenden Wohnverpflichtungen oder dem Stand ihres Verfahrens. Aufgrund von Erfahrungen mit der Beschulung in der Vergangenheit bleibt jedoch abzuwarten, ob dies umgesetzt wird. Vulnerabilit\u00e4tspr\u00fcfung: Durch die nun vorgeschriebene Vulnerabilit\u00e4tspr\u00fcfung wird eine Grundlage geschaffen, Schutzbedarfe besser zu erkennen und im Aufnahme- und Asylverfahren st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. Allerdings kommt es darauf an, dass diese Verfahren kindgerecht ausgestaltet werden und den fachlichen Anforderungen an eine verl\u00e4ssliche Identifizierung von Schutzbedarfen gerecht werden. <\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlicher finden Sie die Bewertungen in folgenden Dokumenten:<\/p>\n<p> \u00dcber Save the Children <\/p>\n<p> Im Nachkriegsjahr 1919 gr\u00fcndete die britische Sozialreformerin undKinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder inDeutschland und \u00d6sterreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist dieinzwischen gr\u00f6\u00dfte unabh\u00e4ngige Kinderrechtsorganisation der Welt inrund 120 L\u00e4ndern t\u00e4tig. Save the Children setzt sich ein f\u00fcr Kinderin Kriegen, Konflikten und Katastrophen. F\u00fcr eine Welt, die dieRechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher lebensowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen k\u00f6nnen &#8211; seit\u00fcber 100 Jahren. <\/p>\n<p class=\"contact-headline\">Pressekontakt:<\/p>\n<p class=\"contact-text\">Save the Children Deutschland e.V.<br \/>Pressestelle &#8211; Susanne Sawadogo<br \/>Tel.: +49 (0)30 &#8211; 27 59 59 79 &#8211; 120<br \/>Mail: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/106106\/mailto:susanne.sawadogo@savethechildren.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">susanne.sawadogo@savethechildren.de<\/a><\/p>\n<p class=\"originator\">Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"09.06.2026 \u2013 08:00 Save the Children Deutschland e.V. Berlin (ots) Am 12. 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