{"id":48936,"date":"2026-06-10T05:38:54","date_gmt":"2026-06-10T05:38:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/48936\/"},"modified":"2026-06-10T05:38:54","modified_gmt":"2026-06-10T05:38:54","slug":"welche-verantwortung-traegt-europa-die-iran-krise-hat-eine-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/48936\/","title":{"rendered":"Welche Verantwortung tr\u00e4gt Europa? &#8211; Die Iran-Krise hat eine L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"<p>Das iranische Regime h\u00e4lt nicht nur das eigene Volk und die Freiheit im Land in Geiselhaft, sondern mit der Blockade der Stra\u00dfe von Hormus auch Teile der Weltwirtschaft und Europas Sicherheit. Doch das Problem ist gr\u00f6\u00dfer als das Thema dieser Meerenge. Das eigentliche Problem ist ein Regime, dessen \u00dcberleben auf innerer Repression, Terrorismus, Geiselnahmen und regionaler Destabilisierung beruht.<\/p>\n<p>Teheran unterliegt dabei einem strategischen Irrtum. Die F\u00fchrung glaubt, weil sie den Krieg \u00fcberstanden habe, sei sie st\u00e4rker geworden und k\u00f6nne die aktuelle Krise, die Drohung mit der Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus und das Kriegsklima nutzen, um dem Westen und den Staaten der Region ihre Bedingungen aufzuzwingen. Doch echte St\u00e4rke ist etwas anderes als Machtdemonstration. Ein Regime, das seine Gesellschaft in Armut, Wirtschaftskrise und Unterdr\u00fcckung gest\u00fcrzt hat, kann keine stabile Regionalmacht werden.<\/p>\n<p>Europa hat jedes Recht, sich um die Freiheit der Schifffahrt in Hormus zu sorgen. Auch Ursula von der Leyen betonte, jedes Abkommen m\u00fcsse zur Deeskalation beitragen und die freie Schifffahrt garantieren. Tatsache ist jedoch: Solange dieses Regime existiert, bleiben die nukleare Bedrohung, regionale Instabilit\u00e4t und Terrorismus bestehen.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/zwischen-martyrerkult-und-terror-wie-iranische-netzwerke-europa-destabilisieren\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/588875708.jpg\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"Polizeiauto steht vor einer Synagoge an einer Stra\u00dfe, gr\u00fcne B\u00e4ume im Hintergrund; Foto.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Das Grundproblem westlicher Politik war in den vergangenen vier Jahrzehnten die Fixierung auf zwei falsche Optionen: Beschwichtigung und Hoffnung auf eine \u201eVerhaltens\u00e4nderung des Regimes\u201c \u2013 oder Krieg. Beide Ans\u00e4tze haben ihre Ziele verfehlt. Mehr als zwanzig Jahre Verhandlungen und Zugest\u00e4ndnisse haben das Regime weder moderater gemacht noch die Region stabilisiert. Die Erfahrungen mit Irak und Libyen haben gezeigt, dass milit\u00e4rische Interventionen nicht automatisch Freiheit und dauerhafte Stabilit\u00e4t bringen.<\/p>\n<p>Die iranische Opposition schl\u00e4gt deshalb einen dritten Weg vor: Ver\u00e4nderung durch das iranische Volk und seinen organisierten Widerstand.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Regime heute massiv geschw\u00e4cht<\/p>\n<p>Gerade die j\u00fcngste Welle politischer Hinrichtungen zeigt, wie sehr das Regime diese Perspektive f\u00fcrchtet. In den vergangenen 45 Tagen wurden mindestens 39 politische Gefangene hingerichtet \u2013 vor allem junge Menschen und Unterst\u00fctzer des organisierten Widerstands. Diese Hinrichtungen sind kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern Ausdruck der Angst vor einer explosiven Gesellschaft.<\/p>\n<p>Keine der Krisen, die zu den landesweiten Aufst\u00e4nden von 2018, 2019, 2022 und 2026 gef\u00fchrt haben, wurde gel\u00f6st: Inflation, W\u00e4hrungsverfall, Korruption, Wasser- und Energiekrise, Arbeitslosigkeit, Frauenunterdr\u00fcckung und das Fehlen elementarer Freiheiten haben sich weiter versch\u00e4rft. Die Welt konnte im landesweiten Januar-Aufstand den klaren Wunsch besonders der jungen Generation nach einem Regimewechsel erkennen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Regime heute massiv geschw\u00e4cht. Die Nachfolgekrise an der Staatsspitze, der Verschlei\u00df der Repressionsorgane, interne Machtk\u00e4mpfe, wirtschaftlicher Druck und milit\u00e4rische R\u00fcckschl\u00e4ge haben das System fragiler gemacht als je zuvor. Selbst ein m\u00f6gliches Abkommen mit den USA w\u00fcrde weder die Legitimationskrise noch die gesellschaftliche Unzufriedenheit l\u00f6sen. Entscheidend f\u00fcr das \u00dcberleben des Regimes ist nicht Au\u00dfenpolitik, sondern die Frage, ob es seine inneren Krisen bew\u00e4ltigen kann. Die Antwort lautet klar: nein.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/schah-sohn-reza-pahlavi-in-berlin-auf-grosser-mission\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bildzuschnitt Flie\u00dftext (1280 x 720 px) (52).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"Reza Pahlavi in Berlin\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Der wichtigste Faktor bleibt jedoch die Existenz einer organisierten Kraft im Zentrum dieser explosiven Gesellschaft. Ein Blick auf die Opfer der j\u00fcngsten Hinrichtungswelle spricht f\u00fcr sich: Es handelt sich \u00fcberwiegend um Mitglieder und Aktivisten der Volksmudschaheddin (MEK), um Angeh\u00f6rige sogenannter Widerstandseinheiten sowie um junge Menschen, die w\u00e4hrend des Aufstands 2026 verhaftet wurden. Das Regime f\u00fcrchtet nicht allein soziale Unzufriedenheit, sondern ein organisiertes Netzwerk, das Proteste koordiniert und angef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Diese Kraft ist kein Fremdk\u00f6rper, sondern Teil derselben Gesellschaft, die unter Armut und Unterdr\u00fcckung leidet. Deshalb reproduziert sich der Widerstand immer wieder \u2013 und deshalb kann das Regime ihn trotz Hinrichtungen nicht beseitigen. Europa muss diese Realit\u00e4t erkennen. Die Politik der Beschwichtigung hat weder die Menschenrechtslage verbessert noch Europas Sicherheit gest\u00e4rkt. Im Gegenteil: Das iranische Regime greift inzwischen selbst auf europ\u00e4ischem Boden zu Terror- und Einsch\u00fcchterungsnetzwerken.<\/p>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr eine neue Politik<\/p>\n<p>Europa ist gegen\u00fcber Teheran keineswegs machtlos. Bereits wenige diplomatische Schritte k\u00f6nnten viel bewirken: Die EU sollte das Recht des iranischen Volkes auf Widerstand gegen die Diktatur anerkennen, die Beendigung politischer Hinrichtungen zur zentralen Bedingung jeder Beziehung mit Teheran machen und die Verantwortlichen f\u00fcr Repression gezielt sanktionieren.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/europa-und-der-iran-krieg-gemecker-vom-spielfeldrand-ist-keine-aussenpolitik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Design ohne Titel (30).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"Iran\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Zugleich muss Europa die Existenz einer demokratischen Alternative ernstnehmen. Der Zehn-Punkte-Plan von Maryam Rajavi, der Pr\u00e4sidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran, \u2013 mit freien Wahlen, Trennung von Religion und Staat, Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern, Abschaffung der Todesstrafe und einem nichtnuklearen Iran \u2013 zeigt, dass es eine demokratische Perspektive f\u00fcr die Zukunft des Landes gibt.<\/p>\n<p>Die iranische Gesellschaft windet sich unter den t\u00e4glichen Hinrichtungen. \u201e100.000 Stimmen gegen die Todesstrafe\u201c lautet das Motto der internationalen Megakundgebung am 20. Juni in Paris, die die freie Welt zum Handeln gegen die Hinrichtungen im Iran aufrufen will. Auf dem Place Vauban wird diesmal nicht Macht demonstriert, sondern die Stimme der Freiheit des iranischen Volkes h\u00f6rbar sein \u2013 mit einer klaren Botschaft: Der Iran hat eine Alternative.<\/p>\n<p>Freiheit im Iran und Frieden in der Region f\u00fchren \u00fcber denselben Weg: die Unterst\u00fctzung des Rechts des iranischen Volkes auf eine demokratische Republik und das Ende eines Regimes, das die Hauptquelle von Instabilit\u00e4t, Terrorismus und Unterdr\u00fcckung in der Region ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das iranische Regime h\u00e4lt nicht nur das eigene Volk und die Freiheit im Land in Geiselhaft, sondern mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48937,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[6,18352,662,1235,188,7807,2518],"class_list":["post-48936","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-europa","tag-hinrichtungen","tag-iran","tag-menschenrechte","tag-opposition","tag-regime","tag-terrorismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}