{"id":50826,"date":"2026-06-12T11:24:12","date_gmt":"2026-06-12T11:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/50826\/"},"modified":"2026-06-12T11:24:12","modified_gmt":"2026-06-12T11:24:12","slug":"wenn-abschottung-zum-system-wird-sea-eye-warnt-europa-regensburger-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/50826\/","title":{"rendered":"Wenn Abschottung zum System wird: Sea-Eye warnt Europa &#8211; Regensburger Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/wenn-abschottung-zum-system-wird-sea-eye-warnt-europa.jpg\" alt=\"Rettungsschiff auf dem Meer\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a9 Nils Kohstall &amp;sol; Kamerafoto\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Mit dem Inkrafttreten des reformierten Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) sieht die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye den Schutz von Gefl\u00fcchteten in Europa als geschw\u00e4cht. Die Organisation warnt vor mehr Freiheitsbeschr\u00e4nkungen und einer zunehmenden Abschottungspolitik.<\/p>\n<p>Am heutigen Freitag, den 12. Juni, endet die Umsetzungsfrist des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) und die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye warnt vor einer deutlichen Versch\u00e4rfung der Situation f\u00fcr Schutzsuchende. \u201eMenschenrechtsverletzungen sind an den Au\u00dfengrenzen l\u00e4ngst Realit\u00e4t \u2013 jetzt darf niemand wegsehen\u201c, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung der Organisation Sea-Eye.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.mega-kueche.de\/kochwerkstatt\" alt=\"K\u00fcchenwelt 20260521\" title=\"K\u00fcchenwelt 20260521\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><br \/>\n\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/kuechenwelt_kochkurse_20260521_960x320.jpg\" alt=\"K\u00fcchenwelt 20260521\"\/><br \/>\n\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>\u201eDie Situation ist schon jetzt dramatisch\u201c<br \/>\n<br \/>Sea-Eye appelliert eindringlich an Medien, Politik und Gesellschaft, die Folgen der Reform nicht als neue Normalit\u00e4t zu akzeptieren. Die GEAS-Reform wird den Asyl- und Menschenrechtsschutz in Europa in den n\u00e4chsten Jahren entscheidend pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Bereits heute werden auf dem Mittelmeer t\u00e4glich die Folgen der europ\u00e4ischen Abschottungspolitik sichtbar: Menschen werden auf gef\u00e4hrliche Fluchtrouten gedr\u00e4ngt, tausende sterben auf See oder erhalten keinen Zugang zu fairen Asylverfahren. Mit der Anwendung des GEAS schreibt die EU diese Entwicklung nicht nur fort, sondern versch\u00e4rft und systematisiert sie.<\/p>\n<p>\u201eDie Situation an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen ist schon jetzt dramatisch und kostet t\u00e4glich Menschenleben\u201c, sagt Anna di Bari, Vorst\u00e4ndin von Sea-Eye. \u201eMit GEAS wird diese Abschottungspolitik weiter versch\u00e4rft und auf eine neue Stufe gehoben \u2013 auf See und an Land. Europa entfernt sich damit weiter von seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen.\u201c<\/p>\n<p>Sea-Eye begr\u00fc\u00dft, dass mit dem neu eingef\u00fchrten Screening-Verfahren Schutzbedarfe und medizinische Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftig bereits unmittelbar nach der Ankunft von Schutzsuchenden erfasst werden sollen. Gleichzeitig kritisiert die Organisation die starke sicherheitspolitische Ausrichtung des Verfahrens an den EU-Au\u00dfengrenzen. Besonders problematisch ist aus Sicht von Sea-Eye die sogenannte \u201eFiktion der Nichteinreise\u201c: Obwohl Schutzsuchende die EU-Grenze bereits \u00fcberschritten haben, gilt ihre Einreise rechtlich als nicht erfolgt. Bis zum Abschluss des Verfahrens k\u00f6nnen sie dadurch unter freiheitsbeschr\u00e4nkenden oder freiheitsentziehenden Bedingungen festgehalten werden.<\/p>\n<p>Kritisch sieht Sea-Eye zudem, dass Asylantr\u00e4ge k\u00fcnftig verst\u00e4rkt im Rahmen von Grenzverfahren gepr\u00fcft werden sollen. Auch hier greift die Fiktion der Nichteinreise. Schutzsuchende, darunter Minderj\u00e4hrige, k\u00f6nnen dadurch \u00fcber Wochen hinweg in Haft oder unter haft\u00e4hnlichen Bedingungen festgehalten werden. Gleichzeitig fehlen in vielen EU-Mitgliedstaaten weiterhin die notwendigen Strukturen f\u00fcr eine menschenrechtskonforme Umsetzung der Verfahren. Nach Einsch\u00e4tzung von Sea-Eye droht damit eine weitere Versch\u00e4rfung der ohnehin prek\u00e4ren Situation an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen.<\/p>\n<p>Sea-Eye warnt, dass mit dem GEAS ein System weiter verfestigt wird, das die Rechte von Menschen auf der Flucht zunehmend einschr\u00e4nkt. Bereits im Dezember vergangenen Jahres machte Sea-Eye mit einer Petition, die von mehr als 100.000 Menschen unterst\u00fctzt wurde, auf die drohenden Versch\u00e4rfungen f\u00fcr Schutzsuchende aufmerksam \u2013 insbesondere auf die Auswirkungen f\u00fcr Kinder und andere besonders schutzbed\u00fcrftige Personen.<\/p>\n<p>Ausblick<br \/>\n<br \/>Auch wenn die zivile Seenotrettung von den neuen GEAS-Regelungen derzeit nicht unmittelbar betroffen ist, sieht Sea-Eye die Gefahr, dass humanit\u00e4re Hilfe auf See k\u00fcnftig weiter eingeschr\u00e4nkt und unter Druck geraten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>So wird in Italien zur Zeit ein Gesetzesentwurf diskutiert, der die Verweigerung der Einfahrt von Rettungsschiffen in italienische Gew\u00e4sser vorsieht. Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst das GEAS zunehmend Raum f\u00fcr die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten. Solche Modelle verwehren Menschen auf der Flucht faktisch den Zugang zu einem Asylverfahren in der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Diese Versch\u00e4rfungen bereiten Sea-Eye gro\u00dfe Sorgen. Sie drohen den Zugang zu Schutz weiter einzuschr\u00e4nken und k\u00f6nnten die Arbeit der zivilen Seenotrettung zus\u00e4tzlich erschweren.<\/p>\n<p>\u201eJeder Mensch hat das Recht auf Schutz und auf ein faires Asylverfahren\u201c, so Anna di Bari. \u201eMit GEAS wird dieses Recht jedoch weiter geschw\u00e4cht. Genau deshalb m\u00fcssen wir jetzt genauer hinschauen, was an Europas Au\u00dfengrenzen geschieht \u2013 bevor sich diese Entwicklung weiter verfestigt.\u201c<\/p>\n<p>Die Verpflichtung, Menschenleben zu sch\u00fctzen, gilt unabh\u00e4ngig von politischen Entwicklungen. Deshalb wird Sea-Eye seine Eins\u00e4tze im Mittelmeer fortsetzen und weiterhin Menschen aus Seenot retten. Jede Rettung ist Ausdruck dieser Verantwortung.<\/p>\n<p>Sea-Eye e.V. \/ RNRed<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.r-kom.de\/?mtm_campaign=standardpromo&amp;mtm_source=filterverlag&amp;mtm_medium=banner&amp;mtm_content=q1-q2-promo\" alt=\"R-Kom 20260610\" title=\"R-Kom 20260610\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><br \/>\n\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/r-kom_20260610_960x320.jpg\" alt=\"R-Kom 20260610\"\/><br \/>\n\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\tBildquelle:<br \/>\n\t\t\t\t\tKamerafoto |<br \/>\n\t\t\t\t\tNils Kohstall\n\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 Nils Kohstall &amp;sol; Kamerafoto Mit dem Inkrafttreten des reformierten Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) sieht die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50827,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2766,6,6805,18860,9676,10802,18858,143,18859,144,34,15882,18861,18857,7116,2466,4083,2088,3941,160],"class_list":["post-50826","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-bilder","tag-europa","tag-fakten","tag-horoskop","tag-interviews","tag-kolumnen","tag-leserreporter","tag-nachrichten","tag-nachtjournal","tag-news","tag-politik","tag-regensburg","tag-regional-news","tag-skandale","tag-vermischtes","tag-video","tag-videos","tag-wahl","tag-wetter","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50826"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50826\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}