{"id":58110,"date":"2026-06-25T14:08:08","date_gmt":"2026-06-25T14:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/58110\/"},"modified":"2026-06-25T14:08:08","modified_gmt":"2026-06-25T14:08:08","slug":"streit-um-methanregeln-eu-laender-warnen-vor-risiko-fuer-energiesicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/58110\/","title":{"rendered":"Streit um Methanregeln: EU-L\u00e4nder warnen vor Risiko f\u00fcr Energiesicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Elf EU-L\u00e4nder, angef\u00fchrt von Tschechien und der Slowakei, dr\u00e4ngen die Europ\u00e4ische Kommission, zentrale Bestimmungen der EU-Methanregeln um mindestens drei Jahre zu verschieben. Eine sofortige Anwendung k\u00f6nne Europas Energiesicherheit angesichts der aktuellen geopolitischen Instabilit\u00e4t gef\u00e4hrden, wie aus einem Euronews vorliegenden Dokument hervorgeht.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Am 26. Juni kommen in Luxemburg die Energieminister zusammen, w\u00e4hrend die Europ\u00e4ische Kommission einen Verzicht auf Geldbu\u00dfen im Zusammenhang <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/07\/internes-eu-dokument-methan-strafen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit den Methanregeln des Blocks<\/a> f\u00fcr drei Jahre f\u00fcr \u00d6l- und Gasunternehmen abw\u00e4gt, die gegen das Methanemissionsgesetz versto\u00dfen.<\/p>\n<p>Die elf Mitgliedstaaten halten die von der Kommission vorgeschlagene Empfehlung, w\u00e4hrend einer drei Jahre langen &#8222;\u00dcbergangszeit&#8220; auf Strafzahlungen zu verzichten, jedoch f\u00fcr unzureichend. Der Vorschlag sei &#8222;nicht bindend&#8220;, und f\u00fcr Importeure, die \u00fcber langfristige Liefervertr\u00e4ge verhandeln, bleibe eine &#8222;erhebliche rechtliche Unsicherheit&#8220; bestehen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir unterst\u00fctzen das Ziel, Methanemissionen zu reduzieren, voll und ganz. Dennoch halten wir es f\u00fcr n\u00f6tig, gezielte Anpassungen vorzunehmen, einschlie\u00dflich einer Verschiebung der Pflichten aus den EU-Methanregeln um mindestens drei Jahre&#8220;, hei\u00dft es in dem Dokument.<\/p>\n<p>Methan entsteht haupts\u00e4chlich bei der F\u00f6rderung fossiler Brennstoffe und der Verdauung von Nutztieren. Es ist ein starkes Treibhausgas: \u00dcber einen Zeitraum von 20 Jahren hat es ein Erw\u00e4rmungspotenzial, das mehr als 80-mal so hoch ist wie das von Kohlendioxid. Nach Angaben der <a href=\"https:\/\/www.iea.org\/reports\/global-methane-tracker-2022\/methane-and-climate-change\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Internationalen Energieagentur<\/a> ist Methan f\u00fcr rund 30 Prozent des Anstiegs der globalen Temperatur seit der Industriellen Revolution verantwortlich.<\/p>\n<p>Die EU-Mitgliedstaaten haben im Mai 2024 Methanregeln beschlossen. Sie f\u00fchren den ersten gemeinsamen Rahmen der EU ein, um Methanemissionen im Energiesektor zu messen, zu melden und zu \u00fcberpr\u00fcfen, als Teil der Bem\u00fchungen, eines der wirksamsten Treibhausgase zu begrenzen. Wer angeforderte Daten nicht liefert, muss mit Geldbu\u00dfen rechnen.<\/p>\n<p>Geopolitik und Versorgungssicherheit<\/p>\n<p>Seit Russlands gro\u00df angelegter Invasion in die Ukraine versucht Europa, den Klimaschutz zu beschleunigen und seine Energieimporte breiter aufzustellen.<\/p>\n<p>Die Methanregeln sollen Emissionen entlang der gesamten Energiewertsch\u00f6pfungskette senken. Doch es w\u00e4chst die Sorge, zu schnelle Vorgaben f\u00fcr ausl\u00e4ndische Lieferanten k\u00f6nnten das verf\u00fcgbare Angebot begrenzen und die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/04\/22\/energie-eu-iran-preise-treibstoff\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kosten in die H\u00f6he treiben<\/a>.<\/p>\n<p>Die elf Regierungen betonen, sie blieben dem Ziel verpflichtet, Methanemissionen zu senken, die aktuelle Marktlage mache eine strenge Umsetzung aber riskant. Sie verweisen auf anhaltende St\u00f6rungen auf den globalen \u00d6l- und Gasm\u00e4rkten, insbesondere im Zusammenhang mit der Instabilit\u00e4t im Nahen Osten, die das Angebot bereits verknappt und die Unsicherheit vor k\u00fcnftigen Nachfragespitzen im Winter erh\u00f6ht habe.<\/p>\n<p>&#8222;In diesem Kontext ist es entscheidend, dass die EU-Methanregeln den Zugang zu diversifizierten Gas- und Roh\u00f6lquellen nicht unbeabsichtigt einschr\u00e4nken&#8220;, hei\u00dft es in dem Dokument. Zugleich wird gewarnt, die Importauflagen der Methanverordnung k\u00f6nnten einige ausl\u00e4ndische Anbieter vom EU-Markt abhalten, wenn sie nicht \u00fcber moderne Methan-\u00dcberwachungssysteme verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Diese Bef\u00fcrchtungen werden durch Druck aus den USA und j\u00fcngst aus Katar verst\u00e4rkt, einem wichtigen LNG-Lieferanten der EU, dessen Produktion durch den Krieg im Iran stark beeintr\u00e4chtigt wurde, wie aus einem \u00f6ffentlichen Schreiben an die EU-Spitzen hervorgeht, das unter anderem auch gro\u00dfe Energieexporteure wie Algerien und Nigeria unterzeichnet haben.<\/p>\n<p>&#8222;Der EU bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um die notwendigen \u00c4nderungen an den Methanregeln vorzunehmen, da Importeure bereits mit dem Kauf von \u00d6l und Erdgas begonnen haben, das f\u00fcr eine Auslieferung im Jahr 2027 eingelagert wird, und es derzeit keinen gangbaren Weg gibt, die Verordnung einzuhalten&#8220;, hei\u00dft es in dem \u00f6ffentlichen Brief mit Blick auf das Jahr, in dem die Regeln in Kraft treten sollen.<\/p>\n<p>Die elf EU-Hauptst\u00e4dte warnen, in diesem Szenario k\u00f6nnten Anbieter LNG- und Roh\u00f6lladungen auf weniger regulierte M\u00e4rkte umleiten und so die Energiepreise f\u00fcr Verbraucher und Industrie weiter in die H\u00f6he treiben.<\/p>\n<p>&#8222;Ein abgestimmtes, zeitlich begrenztes Aufschieben der EU-Methanregeln ist entscheidend, um eine wirksame und einheitliche Umsetzung sicherzustellen und zugleich die Energiesicherheit der EU in einer Phase erh\u00f6hter geopolitischer Unsicherheit zu wahren&#8220;, hei\u00dft es in dem Appell der Hauptst\u00e4dte.<\/p>\n<p>&#8222;Dieser Ansatz wahrt die \u00f6kologische Integrit\u00e4t der Verordnung, schafft rechtliche und operative Klarheit und erh\u00e4lt einen stabilen Zugang zu diversifizierten Erdgas- und Roh\u00f6llieferungen, bis die derzeitigen Versorgungsrisiken abklingen.&#8220;<\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer und UN dringen auf mehr Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Der Druck von au\u00dfen geht jedoch nicht nur in eine Richtung. Abgeordnete der Demokraten in Washington haben die EU k\u00fcrzlich aufgefordert, an ihren Methanregeln festzuhalten und darauf zu verzichten, US-Energieunternehmen von diesen zu befreien, wenn die nationalen Standards der USA nicht ausreichend eingehalten werden.<\/p>\n<p>Esther Bollendorff, Programmleiterin f\u00fcr fossilfreie Energie beim NGO-Netzwerk Climate Action Network Europe, sagte, die Forderungen der EU-Staaten nach einem Stopp der Methanregeln erinnerten &#8222;auf beunruhigende Weise&#8220; an die Kampagne der fossilen Energiebranche und der Trump-Regierung, die das Gesetz zur\u00fcckdrehen wollten und es als &#8222;Bedrohung f\u00fcr die Versorgungssicherheit&#8220; darstellten.<\/p>\n<p>Stattdessen rief Bollendorff die EU dazu auf, &#8222;dem Druck nicht nachzugeben&#8220; und die Methanverordnung vollst\u00e4ndig umzusetzen, w\u00e4hrend sie ihre Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen schrittweise abbaut.<\/p>\n<p>&#8222;In Wirklichkeit verbietet die Verordnung Gasimporte nicht. Stattdessen bietet sie gestufte Pfade zur Einhaltung der Vorgaben f\u00fcr Lieferanten, und das Angebot an regelkonformem Gas auf dem Weltmarkt \u00fcbersteigt den Importbedarf der EU bereits heute um mehr als das Dreifache&#8220;, sagte Bollendorff gegen\u00fcber Euronews und wies fr\u00fchere Studien zur\u00fcck, die das Gegenteil behaupten.<\/p>\n<p>&#8222;Eine Verringerung der Methanemissionen kann sofortige Vorteile bringen, die \u00fcber das Klima hinausgehen \u2013 von besserer \u00f6ffentlicher Gesundheit bis hin zu gr\u00f6\u00dferer Energiesicherheit. Die EU verf\u00fcgt \u00fcber die n\u00f6tigen Instrumente, um zu handeln&#8220;, f\u00fcgte sie hinzu und erinnerte an den j\u00fcngsten Appell von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/23\/uno-chef-fordert-ki-konzerne-zu-transparenz-uber-umweltbilanz-auf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres an die Staaten der Welt<\/a> gegen Methanemissionen vorzugehen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben ozonsch\u00e4dliche Chemikalien abgeschafft. Als N\u00e4chstes muss die Methanverschmutzung dran sein&#8220;, sagte Guterres bei einem wichtigen Klimagipfel in London. &#8222;Ich rufe Produktions- und Verbraucherstaaten gleicherma\u00dfen dazu auf, einen neuen globalen Standard f\u00fcr den \u00d6l- und Gassektor zu setzen: nahezu null Methanemissionen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Elf EU-L\u00e4nder, angef\u00fchrt von Tschechien und der Slowakei, dr\u00e4ngen die Europ\u00e4ische Kommission, zentrale Bestimmungen der EU-Methanregeln um mindestens&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":58111,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[333,21,492,22,766,5295],"class_list":["post-58110","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-energie","tag-eu","tag-eu-politik","tag-europaeische-union","tag-klimakrise","tag-methan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58110","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58110\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}